Grundkurs Leitung | Teil 12: Welche Leute sollten Leiter fördern? (2)

Erwünschte Qualitäten für Azubis

Nachdem wir im 10 Teil des Grundkurses die Idee einer „Leiterausbildung“ vorgestellt haben und im 11 Teil die drei grundlegenden Voraussetzungen dazu erläuterten, wenden wir uns jetzt den Qualitäten zu die super sind, wenn sie über Zeit im jungen Leiter wachsen.

1. Missionales Denken …

Früher hat man „missionarisches Denken“ gesagt. Da der Begriff zu sehr von der Idee einer Aktion, Veranstaltung, Projekt usw. gefüllt ist, hat eine jüngere Generation von geistlichen Leitern den Begriff „missional“ erfunden. Der Begriff kommt nicht in der Bibel vor und ist am Ende auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, worauf er hinaus will. Er will die Idee transportieren, dass jeder Christ mit seinem ganzen Leben, ganzheitlich dem Auftrag Jesu nachkommen will: „Zu suchen und zu retten, was verloren ist!“ (Lukas 15). Dieser Auftrag ist nicht Experten zu überlassen und darf die Gemeinde Jesu nicht nur 1 – 2 Wochen im Jahr beschäftigen. Dieser Auftrag ist der Kernauftrag der Gemeinde, der Grund des Kommens Jesu und die vordringlichste Aufgabe in unserer Zeit. Was meint das in Bezug auf unsere Frage der Leiterausbildung?

Missional

Missionale Azubis?

Das sind Leute, die willens sind ihre Zeit, Geld, persönliche Interessen … zu opfern, um mehr Menschen zu dabei zu helfen, ihren Weg zurück zu Gott zu finden. Wenn diese Azubis hingegeben für diesen Auftrag persönlich leben, werden sie hingegeben für diesen Auftrag leiten. Und das wäre der Hammer für unser Land!!!

2. Unterscheidung

Die Gabe der Geisterunterscheidung ist eine Geistesgabe, die Gott schenkt. Oft auch Leitern. Wenn ein Leiter Azubi diese Gabe und Fähigkeit geschenkt bekommt und entwickelt hat unterscheiden zu können, dann ist der Sache Jesu sehr geholfen. Wenn jemand die Nöte, Bedürfnisse, Leidenschaften, Träume, Grenzen, Gesinnungen … wahrnehmen kann, hat er eine deutlich bessere Ausgangslage für die Leitung einer Gruppe. Das hilft auch einzuschätzen, wann eine Gruppe herausgefordert werden muss und wann einfach Raum zur Entwicklung gebraucht wird.

3. Inklusive Gesinnung

Jemand mit dieser Gesinnung ist wie eine Briese frischer Luft in einem stickigen Raum. Viele von uns sind selbstsüchtig mit unserer Zeit, unseren Freundeskreisen und Kontakten. Wenn wir einen Ort gefunden haben, an dem wir „lachen“ und „weinen“ können und tiefe Gemeinschaft erleben ist es gar nicht selbstverständlich, dass wir das für andere öffnen. Im Gegenteil. Eine Person mit einer „Inklusiven Gesinnung“ öffnet seine Möglichkeiten gerne für andere Menschen, bezieht sie in Gespräche ein, lädt sie in Kreise ein, öffnet sein Leben mit allen Möglichkeiten.

Einen Leitungs-Azubi mit so einer Gesinnung bringt viele Möglichkeiten in das Leben der Menschen, die er anleitet. Das ist gelebte Liebe. Menschen werden sich in dieser Haltung sehr wohl fühlen und ihm gerne anschließen. Der Auftrag von Jesus kann sich viel schneller und liebevoller ausbreiten, wo diese Gesinnung vorherrscht.

4. Bibelwissen

Gottes Wort zu kennen ist so entscheidend für das geistliche Wachstum eines Christen. Das ist ein Schlüssel um Gottes Charakter kennen zu lernen, seinen Willen zu erfahren und seinen Herzschlag für diese Welt zu verstehen. Umfangreiche Kenntnis der Schrift ist ein unschätzbarer Wert und eine Quelle, aus der ein Leiter-Azubi schöpft in der Fülle der Aufgaben und Herausforderungen der Leitung. Er vermittelt Gottes Gedanken an der Stelle seiner eigenen Meinungen. Was für eine Qualität von Leitung reift da heran!

Vorsicht

Wir müssen aber bedenken, dass man eine umfangreiche Bibelkenntnis haben kann und dabei doch keine Liebe zu Menschen, kein Verständnis zur Leitung von Menschen. 1. Korinther 8,1 ist die passende Ermahnung, die diese schlechte Möglichkeit aufzeigt. Denn im wesentlichen geht es darum Jesus ähnlich zu werden und ihn zu reflektieren. Gelebte Liebe! Gottes Wort in richtiger Art ist wie ein Saatgut, das diese gute Frucht wachsen lässt.

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