Grundkurs Leitung | Teil 11: Welche Leute sollten Leiter fördern? (1)

Welches Potential bringt jemand mit, der ein Azubi Leiter werden kann?

Wir unterscheiden zwischen unverzichtbare Eigenschaften und gewünschten Eigenschaften, die VOR DEM PROZESS der Ausbildung vorhanden sein müssen! Wie bei einem Auto: Räder, Lenkrad, Motor, Sprit … sind unverzichtbar. Chromleisten – je nach Geschmack – nett.

1. Geistliche Beweglichkeit

Ein ungewöhnlicher Begriff, was?! Stimmt! Worum geht es? Es geht darum, ob ein Mensch unterwegs ist, in Bewegung, in Entwicklung, auf der Reise … Brian McLaran nennt es den „journey factor“. Biblisch gesprochen ist das der Inhalt der Nachfolge Christi, der Jüngerschaft! Der Azubi muss ein auf Jesus Christus ausgerichtet Leben haben. Jesus im Mittelpunkt! Wir suchen nichts perfektes im Azubi sondern seinen Wunsch, das ganze Leben auf Jesus als Mitte auszurichten und es von IHM bestimmen zu lassen.

Manche Christen haben eine Liste:

  1. Gott
  2. Familie
  3. Gemeinde
  4. Beruf

So hilfreich das unter Umständen sein kann, denken wir hier in einem anderen Bild. Wir sehen Jesus im Zentrum unseres Lebens und alles was zu unserem Leben gehört steht in Bezug auf diese Mitte. Alle Bereiche des Lebens kommen unter den Einfluss von Jesus und werden von ihm geprägt. Uns geht es dabei nicht um die perfekte Lebensführung, sondern eben um den Prozess, die Reise, das immer und überall mit Jesus im Zentrum unterwegs sein. Es geht uns um Bewegung und Richtung, nicht um Position!

Quelle: Apprentice Field Guide

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Die Idee von Bewegung und Richtung steht also hinter der Idee von „Geistlicher Beweglichkeit“. Leute können dicht am Kreuz sein (siehe Illu), aber gegebenenfalls sich in einer „Wegbewegung“ von Jesus befinden. Das müsste uns nachdenklich stimmen und wäre final gesprochen ein Ausschlusskriterium! Auf der anderen Seite könnte sich sogar (unter bestimmten Umständen) die Möglichkeit eröffnen mit Suchenden einen Weg zu beschreiten! Wenn sie von Gott bewegt sind, sich geistliche bewegen und in ihrer Richtung Christus anvisieren.

Quelle: Apprentice Field Guide

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Person A mag eine „Bekehrungserfahrung“ gemacht haben. Wenn sie aber nicht in dieser „Geistlichen Beweglichkeit“ lebt, ist sie zur Ausbildung als Leiter für das Reich Gottes nicht geeignet. Person B befindet sich in der Bewegung auf Jesus zu. Sie ist mit Jesus in dem Auftrag jeden Tag eingebunden, Menschen den Weg zurück nach Hause zu zeigen. Dabei wird sie jeden Tag Jesus ein Stück ähnlicher.

BEDENKE: Das müssen wir im Leben beobachten können, noch bevor sich „tolle Möglichkeiten“ eröffnen, weil es das Leben des Azubis ist! Sehen es andere auch? Oder rede ich es mir als Leiter schön, weil ich dringend jemanden brauche, oder so gerne ein Ausbilder wäre?

2. Belehrbarkeit

Das ist das zweite „must-have“. Unverzichtbar! Ist die Person wirklich offen und in der Lage Rückmeldungen zu hören und zu akzeptieren? Konstruktive Kritik aufzunehmen, beste Absichten darin zu unterstellen und seine Wachstumschancen darin zu sehen. Um es klar zu sagen: Das ganze „Azubi-Konzept“ baut auf Feedback, auf „Belehrbarkeit“ auf. Lob gesund annehmen zu können, Kritik u. Korrektur zu suchen und konstruktiv zu hören und umzusetzen. Wenn der junge Azubi-Leiter hier gewinnt, gewinnt die ganze Gemeinde!

BEDENKE: Auch dazu muss es konkret und mehrere gute Erfahrungen geben, noch bevor sich „tolle Möglichkeiten“ für den Azubi eröffnen! Vielleicht brauche ich hier als Leiter Feedback zum Azubi durch andere Leute. Ich könnte auch eine „Probezeit“ vereinbaren, in der es noch einfacher ist, das mögliche Defizit anzugehen. Weil der Punkt so entscheidend wichtig ist hilft ist die Abklärung zuvor der „Königsweg“, den ein Leiter beschreiten sollte. Und wieder: Rede ich mir den Azubi als Leiter schön, weil ich so dringend jemanden brauche, oder so gerne ein Ausbilder wäre?

3. Beziehungs-Intelligenz

Hier ist die grundlegende Fähigkeit des Azubis gemeint zu verstehen, das Menschen wertvoll sind, Gott wertvoll sind und deshalb auch uns wertvoll sein sollen. Jemand mit dieser Intelligenz hat „den Dreh raus“ das Beste in Menschen zu sehen. Er ist auch nicht „blind“ gegenüber den Wachstumsbereichen von Menschen! Wir reden nicht vom oberflächlichen Optimisten, der allen alles unbegründet zutraut, obwohl es dafür keine Basis gibt! Unser Azubi kann aber das Potential in anderen Leuten gesund einschätzen und wird zu ihrem Förderer!

Da Leitung immer eine Frage von Beziehung ist, muss unser Azubi mit Menschen „können“. Und Menschen mit dem Azubi! In christlichen Kreisen wird dieser Punkt manchmal unterschätzt. Die Vorstellung, dass wir jemanden die Position übertragen und Autorität zusprechen und die Leute ihm dann folgen, ist eine Illusion über die Länge der Zeit.

BEDENKE: Auch dazu muss es ein gutes Feedback aus der Gemeinschaft zu unserem Azubi geben, noch bevor sich „tolle Möglichkeiten“ für ihn eröffnen! Wer kann mir als Leiter helfen, zu einem realistischen Bild zu kommen? Und schießlich: Rede ich mir den Azubi als Leiter schön, weil ich so dringend jemanden brauche, oder so gerne ein Ausbilder wäre? Wir Leiter haben hier zuweilen eine besondere Gabe!

Im 12. Teil stelle ich weitere Fähigkeiten vor, die zwar wünschenswert sind aber nicht von Beginn an sehr ausgeprägt vorhanden sein müssen, wie die drei unverzichtbaren Qualitäten!

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