Einen Veränderungsprozess gestalten: Wie? | Teil 2

Wandel

„Wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, müssen wir zulassen dass sich viel verändert!“ Dieses leicht abgewandelte Zitat des italienischen Schriftstellers Tomasi di Lampedusa fordert uns heraus. Veränderungsprozesse sind also unumgänglich. Auch und gerade in der Kirche! Die Komplexität unserer Welt nimmt ständig zu. Fast täglich müssen wir uns auf Neues einstellen. Geschäftliche, politische und unternehmerische Veränderungen sind fester Bestandteil des Lebens. „Das einzig Beständige ist der Wandel“, hat einst Friedrich Engels formuliert. Wie gestaltet man einen Veränderungsprozess? Ein Blick hinter die Kulissen soll diese Serie möglich machen.

Der Diagnoseprozess

Alles beginnt für mich mit dem „Diagnoseprozess“. Dem Ersten von sieben grundlegenden Prozessschritten, die im Teil 1 der Reihe vorgestellt wurden. Aber wo muss ich mit der Diagnose beginnen, wenn ich eine neue Gemeindeverantwortung übernehme? Oder eine Gruppe, einen Bereich, ein Team … ?

Wer bin ich?

Wenn ich auf die Veränderungsprozesse in Altensteig, Oldenburg, Schorndorf, Regensburg, Esslingen und nun in Gifhorn zurückschaue ist mir eines heute mehr klar als am Anfang: Ich nehme mich immer selbst mit! Die Umstände, Menschen auf die ich treffe, die Geschichte der Gemeinde, die Mentalität der Region … kann anders sein. Aber mich nehme ich immer mit! Klar, ich entwickle und verändere mich beständig. Den Geburtstagswunsch: „Bleib wie du bist!“ höre ich als eine gut gemeinte Wertschätzung meiner Person, aber nicht als Handlungsanweisung für meine Entwicklung!!!

Ich muss also gut reflektiert sein, und immer mehr werden, wenn ich den Veränderungsprozess wirksam gestalten möchte. Denn die Dinge sind ja nicht so wie sie sind, sondern wie ich bin!

Wie bin ich?

Was sind meine Stärken, meine Erfahrungen, Wünsche, Ängste, Grenzen? Wie ticke ich als Persönlichkeit? Für welche Überzeugungen stehe ich? Was ist mein „Gewinn“? Für was würde ich kämpfen, mich anlegen, auf stur stellen? Was kann ich nicht? Was versuche ich zu vermeiden, umschiffen, zu ignorieren? Welche Typen bringen mich auf die Palme, welche können mich um den Finger wickeln?

Bereiche, die ich kläre …

Meine Fragestellungen, mit denen ich mich regelmäßig reflektiere sind in diese Bereiche gegliedert:

  1. Was begreife ich als meinen Lebensauftrag, was ist mein Traum? (VISION)
  2. Was ist mir dabei wertvoll, teuer, verteidigungswürdig? (WERTE)
  3. Auf welchem Weg liebe ich es diesem Auftrag zu folgen, weil es dem entspricht wer ich bin und was ich kann! (STRATEGIE)
  4. Was sind meine offenen und verborgenen Antreiber, meine äußeren und inneren Anreize meines Tuns? (MOTIVE)
  5. Mit welchen Fähigkeiten u. Möglichkeiten bin ich unterwegs? (STÄRKEN)
  6. Mit welchen Menschen bin ich unterwegs? (TEAM)
  7. An welche Grenzen stoße ich? (SCHWÄCHEN)
  8. Welche blinde Flecken melden mir andere zu meiner Person und meiner Wirkung gegenüber anderen zurück (FEEDBACK)

Diese Fragebereiche haben sich bei mir in den letzten 25 Jahren in vielen Zeiten der Stille, des Gesprächs mit geistlichen Begleitern und aus Fortbildungen herauskristallisiert. Das dient mir enorm. Auch in Gifhorn. Und es prägt die Art, wie ich hier vorangehe. Mehr dazu im nächsten Beitrag …

PRAXIS Ergänzung

Zu dieser Reihe erscheinen auch „Praxis-Ergänzungen“, die den konkreten Gemeindeprozess in seiner „Architektur“ beschreiben und die Arbeitsblätter und Präsentationen zur Verfügung stellen. Die Ergänzungen zu den sechs Teilen sind hier nach und nach zu finden.

1. DER GENERELLE AUFTRAG

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