5 Gründe, warum großartige Führungskräfte Top Talente anziehen

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Alli Polin unterstützt seit 15 Jahren „Fortune 500“ Unternehmen in Sachen „Führungskräfte“. Was haben großartige Führungskräfte, was andere nicht haben? Warum ziehen gerade sie die Top Talente an? In ihrem Blog hat sie fünf Gründe gepostet die uns herausfordern, unsere Art zu leiten zu reflektieren. Egal in welcher Verantworung wir stehen, in welcher Rolle! Polin meint dass es kein Fehler ist, wenn diese fünf Dinge beachtet werden. Hier sind sie:

1. Ehrlichkeit und Authentizität regieren den Tag!

Ehrlichkeit bedeutet auch das zu sagen, wovor andere sich drücken. Ehrlichkeit, die das Beste für den Einzelnen, das Team oder die Organisation im Blick hat. Ob es sich um ein Feedback zur Leistung von Mitarbeitern dreht, das den gemeinsamen Erfolg fördert. Oder ob Fragen zur Aufgabe, der Teamkultur oder den Entwicklungsmöglichkeiten von Mitarbeitern im Raum stehen. Ehrlichkeit ist immer der erfolgreiche Weg der Wahl.

Als Christen müssten wir sofort zustimmen. Warum aber fällt uns immer wieder diese Ehrlichkeit schwer? Haben wir Angst Menschen zu verletzen? Schweigen wir lieber, weil der Mitarbeiter, der ein nicht einfaches Feedback erhalten sollte, der einzige Freiwillige für die Aufgabe ist? Oder treibt uns die Sorge, dass wir Nachteile an anderer Stelle erhalten, wenn wir ehrlich werden. Vielleicht sind wir zu harmoniesüchtig. Oder uns fehlt der Mut?! Polin fordert uns mit ihrem ersten Punkt heraus, die „Wahrheit in Liebe“ noch konsequenter sagen und leben zu lernen. Auf diesem Weg werden wir authentisch!

2. Verantwortung übertragen und vertrauen

Die besten Führungskräfte übertragen ihren Mitarbeitern herausfordernde und interessante Aufgaben. „Empowerment“ nennt Polin das. Top Leiter gewinnen Top Mitarbeiter, wenn sie ihnen das Vertrauen entgegenbringen, mehr als nur „das Übliche“ zu schaffen. Wenn die Mitarbeiter die Chance bekommen echte Partner der Top Führungskräfte zu werden, Vertrauen erleben und Verantwortung erhalten. Wenn die Zusammenarbeit Hand in Hand mit Feedback, Resonanz und guter Kommunikation geht. Übertragene Verantwortung und Vertrauen ist der Weg zum gemeinsamen Erfolg.

Als Christen wissen wir aber auch um den Wert der Bewährung! Unsere Schwäche könnte darin liegen, dass wir Leute, die nicht bewährt sind, stark reden. Für was wird nicht alles in der christlichen Gemeinschaft geklatscht, wo eigentlich noch etliches an Hausaufgaben offen ist! Aber unsere Schwäche könnte auf der anderen Seite auch tatsächlich darin liegen, dass wir Führungskräfte den Nachwuchskräften zu wenig zutrauen oder zu spät an Mitarbeitende delegieren. Auf alle Fälle aber zu wenig Feedback, zu wenig Rückmeldungen, Ermutigungen, Hinweise, Kommunikation … unseren Mitarbeitern geben. Auch Top Leute müssen sich bewähren. Ganz klar! Aber auch Top Leute brauchen den Raum für Fehler und Experimente sowie die Förderung, damit sie zur Entfaltung kommen. Haben wir herausfordernde und interessante Aufgaben, in die wir motivierte und fähige Leute einladen?

3. Das Ego muss aus dem Weg!

„Leiter mit einen großen Kopf bleiben im Türrahmen stecken!“ schreibt Polin. Auf der anderen Seite tanzen Führungskräfte durch die Türen, wenn sie kluge, talentierte und antriebsstarke Leute in ihr Team holen, die tolle Ideen, Kreativität und Leidenschaft „an den Tisch“ bringen. Auf alle Fälle inspirieren Führungskräfte nicht, wenn sie ihre Mitarbeiter einschüchtern und ihre Sicht der Welt alles dominiert. Wenn Top Führungskräfte ihr Ego aus der Gleichung herausbekommen, ziehen sie Top Mitarbeiter an die pfiffig und committed (verpflichtet) sind. Eine Kultur entsteht, die richtig was bewegt.

Das Ego ist auch für Christen in verantwortlichen Rollen ein Thema! In der christlichen Kirche sind manchmal die Strukturen, Titel und Positionen Mittel, mit denen Mitarbeiter eingeschüchtert werden. Der Kampf um die Macht tobt auch bei Frommen. Die tollen Leute auf der Bühne können Überraschungen „hinter den Kulissen“ bereit halten, die man nicht erleben wollte. Im geistlichen Gewandt („Taste den Gesalbten nicht an“, Gott hat mir gezeigt …) kann auch viel Druck ausgeübt werden. Und manche Menschen, die in ihrem Beruf nicht die Karriere machen konnten von der sie geträumt haben, versuchen es dann im Gemeindeumfeld. Der gekränkte Stolz ist eine Quelle die Heilige seit vielen Jahrhunderten auf diesen Irrweg führt. Das Gegenmittel ist die Beichte, die Gemeinschaft und das ehrliche Feedback. Das hilft bei der Reinigung (Katharsis) seit vielen Jahrhunderten Christen aller Prägungen. Protestanten dürfen das fröhlich neu für sich entdecken und tun es auch!

4. Raum Fehler zu machen und zu lernen

Der schnellste Weg eine Organisation in die Mittelmäßigkeit zu bringen ist der, Mitarbeiter zu entmutigen. Dann spielen alle nur noch „auf Sicherheit“. Es wird kein Risiko mehr eingegangen und die eigentlichen Talente hören direkt oder indirekt dass sie schrecklich sind, „dumm“ oder einfach nur schlecht in ihrem Job. Wenn die falschen Leute an eine Aufgabe geraten, kann das tatsächlich auch dazu führen, dass sie keinen guten Job machen. Das ist aber etwas anderes, als wenn geeignete Personen sich entwickeln und dabei Fehler unterlaufen, was normal ist.

Top Führungskräfte kommunizieren deshalb ihre Erwartungen klar und konkret. Das ist fair und gibt dem potentiellen Mitarbeiter die Chance herauszufinden, ob er oder sie in diese Aufgabe hineinwachsen können. Denn jeder gute Leiter braucht Raum zum Lernen und zum Wachstum.

Zwei Gedanken sind mir im Sinn, wenn ich mich mit dieser Beobachtung beschäftige: a) Kommunizieren wir Christen klar und konkret unsere Erwartungen? Gerade im Ehrenamt ist das nicht einfach, finde ich. So dringend werden Mitarbeiter gebraucht, ich bin meist froh wenn ich genug (Frei)Willige habe! Müssen die Willigen jetzt auch noch zu Fähigen werden? Die Angst, dass die klare Anforderung abschreckt, ist einfach groß. Und das ist falsch. b) Gleichzeitig braucht es viel Raum für unsere „Rohlinge“, damit sie sich entwickeln. Dabei gut angeleitet werden. Erfahrungen sammeln. Begleitet werden. Fehler machen dürfen. Daraus werden sie lernen … Im Kern geht es im Evangelium von Jesus darum. Seine Vergebung schafft den Raum für Fehler und einen Umgang mit Erfolg, der nicht stolz oder selbstgerecht macht. Das ist die Kultur, die die Kirche von Jesus prägt, oder prägen sollte.

Die gute Nachricht: Die Kirche ist auf dem Weg. Auch die (Frei)Kirche, zu der ich gehören darf!!! Immer mehr Verantwortliche denken darüber nach und suchen Wege, wie das in ihrem Umfeld Wirklichkeit wird. Super! 

5. Menschen haben Vorrang!

Wenn Top Mitarbeiter sehen, dass Top Führungskräfte eine Kultur der Förderung geschaffen haben, dann zieht sie das an: Ein großartiges Mentoring- und Fortbildungsprogramm. Die regelmäßige Begegnung mit der Top Führungskraft. Menschen haben Vorrang! Das sagt solch eine solche Kultur aus! Da ist Zeit, Interesse, Investment für die nächste Generation Führungskräfte. Leute blühen auf wenn sie erleben, dass ihr Telefonanruf, ihre „ins Büro des Chefs gehen“ nicht als Unterbrechung und Störung aufgefasst wird, sondern zum Kern der Kultur gehört, wie der Job gemacht wird.

Christen wissen, dass Menschen vor Programme und Projekte gehen. Der Gott der Bibel ist ein „menschenverliebter Gott“. Jesus hat das faszinierend vorgemacht. Jüngerschaft wird das genannt und ist der Kernauftrag von Jesus an seine Nachfolger (Matt. 28,19; 2. Tim. 2,2). Einer wendet sich dem Nächsten zu, begleitet, ermutigt, ermahnt, fördert, feiert … ihn oder sie. In gesunden christlichen Gemeinden entwickeln sich Menschen. Sie entfalten dort ihr Potential und bringen es in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft zum Einsatz. Programme, Veranstaltungen, Projekte … sind sozusagen die FOLGE in gesunden Gemeinden. Der AUSGANGSPUNKT. Ein Kreislauf beginnt: Programme u. Angebote werden zu Anknüpfungspunkten, die dann wieder den Einzelnen sehen und ihm dienen. Gott liebt Menschen. Führungskräfte sind Christen, die sich von Jesus prägen und verändern lassen. Diese Leiter gehen „jesusmäßig“ mit ihren Kollegen, ihren Mitarbeitern, den Kunden, Klienten, Patienten … um. Das braucht diese Welt. 

Über Lothar Krauss

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