
Ich bin unendlich dankbar und unendlich traurig.
Heike ist heimgegangen
In der Nacht zum Samstag, um 2:35 Uhr, ist Heike heimgegangen und bei Jesus angekommen
(Philipper 1,23).
Gott hat ihre – und unser aller – Gebete erhört. Heike durfte ein gnädiges Ende erleben. Kein langes Siechtum. Nur wenige Tage war sie an ihr Bett gebunden, nur einen Tag nicht mehr sprachfähig. Dafür sind wir zutiefst dankbar.
Eine geschenkte Zeit
Uns war eine kostbare Zeit geschenkt worden.
Im Juni des vergangenen Jahres erreichte uns eine prophetische Ermutigung, dass Gott uns noch eine Sabbatzeit schenken wolle, bevor Heike heimgehen würde. Die medizinische Prognose lautete damals: drei bis sechs Monate.
Am Ende durften wir fast acht Monate bewusst miteinander leben – in großer Nähe, tiefer Verbundenheit und einer Beziehungsqualität, die uns selbst staunen ließ. Unsere gemeinsamen Gebetszeiten haben uns getragen und immer wieder den Himmel für uns geöffnet. Das war unschätzbar kostbar.
Die Ärzte bestätigten mir am vergangenen Wochenende, wie ungewöhnlich dieser Verlauf war – und wie schnell nun das Finale kam.
Dank für euren Weg mit uns
Danke für eure Gebete in all diesen Monaten. Gott hat sie gebraucht, um uns diese unvergessliche Zeit zu schenken.
Wir waren in unserer Ehe über die ganze Distanz immer weit entfernt von Perfektion. Und doch ist da eine Nähe, ein Miteinander und eine Tiefe entstanden, die uns so kostbar wurde. Das haben wir im Finale unserer Ehe noch einmal – über Wochen – gemeinsam angeschaut und aufgeschrieben. Noch am Freitag vor einer Woche haben wir dann gemeinsam die erste Episode unseres Podcasts aufgenommen. Die erste, von 14 Episoden. Heike hatte dabei so große Freude, war präsent, klar und auf den Punkt. Die erste Episode war gelungen. Wir wollten gern noch weitere Gespräche zu einzelnen Aspekten und Themen aufnehmen, um sie in den weiteren Episoden immer wieder einmal einzustreuen. Das wird jetzt leider nicht mehr so kommen.
Ich werden also von dem, was wir zuvor zusammengetragen haben, die Inhalte ausgestalten. Der Podcast wird später im Jahr erscheinen. 14 Episoden, mit Reflexionen aus 44 Jahren gemeinsamen Weges. Und ihr werdet darin mit uns staunen, auf welch krummen Linien Gott gerade schreiben kann, um eine Beziehung zum Blühen zu bringen. Wir hoffen, damit alle ermutigen zu können, die in ihren Beziehungen immer wieder an die Grenze kommen. Und Mut machen, Beziehung zu wagen.

Was wir gemeinsam erleben durften, hat alles gesprengt, was wir in unseren kühnsten Träumen erwartet hätten. Deshalb ist der Schmerz jetzt auch so groß.
Zuhause angekommen
Heike ist nun dort angekommen, wo ihre eigentliche Heimat ist. (Hebräer 11,13) Ich durfte meine kostbare Leihgabe nun ihrem wahren Vater zurückgeben. Seine Tochter ist zuhause angekommen – bei Jesus.
Sie ist vom Glauben zum Schauen gekommen. Und wir werden uns wiedersehen.
Himmel und Erde werden eines Tages wieder zusammenkommen, wie es am Anfang war – nur unendlich viel besser. Alles wird zur Sprache kommen, Recht wird hergestellt, Tränen werden abgewischt, Leid beendet. Alle werden heil sein.
Bis dahin ist Trauer. Schmerz. Und viele Tränen. Aber nicht ohne Perspektive.
Heike hat uns beim Abschied von der Viva daran erinnert, dass wir nicht trauern sollen wie Leute, die keine Hoffnung haben:
“Kommen wir nun zur Frage nach den Gläubigen, die schon gestorben sind. Es liegt uns sehr daran, Geschwister, dass ihr wisst, was mit ihnen geschehen wird, damit ihr nicht um sie trauert wie die Menschen, die keine Hoffnung haben.” (1. Thessalonicher 4,13, NGÜ NT+PS)
Und dann hat sie ihren Glauben an diesem Abend mit Worten aus dem Heidelberger Katechismus, die sie sehr liebte, auf den Punkt gebracht::
Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? Dass ich mit Leib und Seele, im Leben und im Sterben, nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre. (Röm 14,8; 1. Kor 6,19; 1. Kor 3,23)
Diese Hoffnung trägt uns.
Ich bin unendlich dankbar und unendlich traurig.


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