Wie großartig war das?! Und jetzt?

Diese Advents- und Weihnachtszeit hatte es in sich. Tausende kamen zu den Angeboten vieler Kirchen, die sonst keinen Fuß über die Schwelle setzen. Ist das nicht klasse? Musicals, special Weihnachtsgottesdienste verbunden mit Weihnachtsmärkten. Auch wir in Mannheim, obwohl wir immer noch in einer frühen Phase des Erneuerungsprozesses sind, konnte so viele Leute begrüßen, die sonst nicht gekommen wären. Die Advents- und Weihnachtszeit bietet einfach eine ganz besondere Möglichkeit, dem Auftrag von Jesus nachzukommen. Oder?

Weihnachten neu erleben

75.000 Leute in Karlsruhe. Weihnachten neu erleben (WNE). Das ist schon sehr besonders. Sicher der „Marktführer“ in diesem Jahr, wenn man die reinen Zahlen und den Aufwand betrachtet. Hier kann man den Abend noch einmal miterleben. Mancher Christ war recht enttäuscht, dass inhaltlich da nicht sooo mega viel ging. Steffen Kern, der Präses des Gnadauer Verbandes, war dagegen sehr angetan von WNE und begründete das auf seinem Facebook Account so:

„Das ist ein Geschenk, für das man nur dankbar sein kann. – Mehr, Tieferes, Differenzierteres und Ausführlicheres über Weihnachten hören zu wollen, mag ja grundsätzlich sehr berechtigt sein, nur scheint es hier an der falschen Stelle gefordert. Wenn ich das richtig verstehe, will WNE eben gerade kein Gottesdienst sein, nicht einmal eine Art von Evangelisation, sondern ein Angebot im Vorfeld (!!) dieser missionarischen Veranstaltungen. Es ist ja eigentlich „nur“ eine gigantische Einlade-Aktion zu dann hoffentlich gut gestalteten missionarischen Gottesdiensten. Genau dieses Konzept geht auf. Und zwar auf beeindruckende Weise. Insofern wurde hier nichts verschenkt, sondern ganz viel gewonnen.“

Ob das aufgegangen ist? Ich denke ja. Für viele Christen, die ihre Freunde nach Karlsruhe eingeladen hatten, war es im Anschluss leichter, sie auch zu einem Weihnachtsgottesdienst einzuladen. Sicher ging das auch Leuten so, die ihre Freunde zu den Weihnachtsmusicals vom ICF und anderen Kirchen mitgebracht hatten. Und da sind so viele gute Gottesdienste am Start gewesen!

Wie geht es nun weiter?

Das ist nun eine entscheidende Frage. Greift der Halo-Effekt, der das Interesse von einer guten Erfahrung an Weihnachten nun mit der Kirche verbindet? Bauen Gemeinden, Gemeinschaften und Kirchen nun absichtsvoll und strategisch darauf auf?

Was ist nun nötig?

Welche Angebote eignen sich, damit der Faden aufgenommen und weiter „gesponnen“ werden kann? Was ist nun für den Christen wichtig, wenn er oder sie weiter dran bleiben will? Was müssen die Kirchen im Januar, im Februar am Start haben, um das Eisen zu schmieden, solange es noch heiß ist?

Die missionarische Notwendigkeit!

Dr. Johannes Hartl plädierte im IDEA Interview zur MEHR Konferenz für eine missionarische Wende. Bill Hybels sagte uns in einer kleinen Runde von Mentees schon 1999, dass der missionarische Impuls gegenüber den Impulsen, die nach innen gehen, die doppelte Energie braucht. Natürlicherweise drehen wir Christen uns um uns selbst. Prof. Dr. Philipp Bartholomä hat in seiner Habilitation gezeigt, dass die missionarische Wirksamkeit von Freikirchen verschwindend gering ist. Auf dem kommenden Leitungskongress von Willow im März wird er das weiter ausführen.

Was machen wir mit der Vorlage?

Also, was machen wir mit der genialen Vorlage aus dem November und Dezember nun? Wie helfen wir unseren Freunden, den Glauben weiter zu entdecken? Als Führungskraft in der Kirche denken wir das auch strategisch: was braucht es jetzt?

Hier ein paar Ideen für die persönliche Ebene:

  • Einladungen zu weiteren persönlichen Begegnungen wie z.B.
  • Spieleabende, kleine Partys, gemeinsame Aktionen, Wanderungen, Ausflüge
  • Gemeinsame Sportaktionen, um wieder für das Frühjahr fit zu werden
  • Buchclub starten – ein Buch zusammen lesen und austauschen
  • Kinoabend, Abend mit Gamern, Wein & Käse …
  • Spezielle Gebetssessions mit anderen Christen für unsere Freunde

Und hier ein paar strategische Überlegungen für uns als Gemeinschaft:

  • Themenreihen im Januar/Februar, die Grundfragen aufgreifen, Impulse als Fortsetzung zu den Weihnachtsimpulse geben, praktische Lebensfragen vom Glauben aufgreifen …
  • Glaubenskurse starten. Wie wäre ein Alpha-Kurs-Start im Januar
  • Ski-Wochenende als Gemeinde anbieten (falls es schneit 😁), das mit Freunden, die an Weihnachtsaktionen mit dabei waren, genutzt werden kann
  • Praktischer Kurs: 3 Abende … zu einem relevanten, lebensnahen Thema
  • Kochkurs, handwerklicher Kurs, IT special, Fotosessions …

Wir leben in einer postchristlichen Kultur und Zeit. Das sollten wir bedenken: Ideen, die vor Jahren noch „funktionierten“, tun das heute nicht mehr. Leider. Aber der Geist Gottes ist ja mega kreativ. Und er begabt Menschen, schenkt ihnen von dieser Kreativität und inspiriert sie zu neuen Ansätzen.

Eure Ideen?

Welche Ideen habt ihr, um die Saat aus der Weihnachtszeit in eine nächste Wachstumsphase zu begleiten? Vielleicht erleben wir ja, wie im Spätsommer eine tolle Erntezeit kommt?

Gerne hier als Kommentar, oder bei Facebook …

Fotos: Screenshots soziale Medien, WNE, ICF

Und wann beten und fasten Christen dann?

Wenn man die Schwerpunkte so setzt, um die Saat der Advents- u. Weihnachtszeit zu umsorgen, wann geht man dann als Christ in den eigenen Rückzug, die Gebets- u. Fastenzeit? Darauf hat die Christenheit schon lange eine Antwort:

Die traditionelle Fastenzeit der Christen dauert 40 Tage. Sie beginnt am Aschermittwoch. In diesem Jahr startet die Fastenzeit am 14. Februar 2024 und endet an Ostern (Ostersonntag ist am 31. März 2024).