Gemeindeerneuerung: eigentlich so richtig unspektakulär!

Wir geben es offen zu: Eigentlich ist alles sehr unspektakulär bei uns. Andere Kirchen machen das bestimmt noch viel, viel besser als wir. Man kann sogar enttäuscht sein, wenn man uns mit bekannten Adressen vergleicht. Wir haben keine superbegabten Musiker, Künstler, Videografen oder Redner am Start. Im Gegenteil, wir könnten noch ein paar Leute mit diesen Talenten gebrauchen!

Auch unsere Leiter sind keine übercharismatischen Persönlichkeiten, die alle elektrisieren. Vordergründig könnte man denken, dass die Wirkung nicht wirklich zur Ursache passt, weil hier im Wesentlichen Normalos am Werk sind.

So unperfekt! So gewöhnlich! Oder doch außergewöhnlich?

Nichts von dem, was wir als Kirche im Brauhaus tun, ist perfekt! Auch nach fünf Jahren nicht. Aber Perfektion ist für uns kein Wert an sich. Wir bemühen uns, unsere Berufung mit Exzellenz zu leben. Das bedeutet, dass jeder an der Stelle, an der er Verantwortung übernommen hat, versucht sein Bestes zu geben! Mit Leidenschaft, Hingabe und als Priorität. Leidenschaft ist ansteckend, immer! Das Spektakuläre bei uns sind unsere Mitarbeiter und ihre inneren Haltungen, die Christus wirkt (Kolosser 1,27).

Warum ausgerechnet Gifhorn?

Und dennoch ist irgendwie alles ganz besonders. Warum? Und warum ausgerechnet Gifhorn, diese Kleinstadt am Rande der Südheide? Wir vermuten, dass es an Gott liegt. Er hat sich dazu entschieden, in dieser Zeit etwas besonderes mit unauffälligen Leuten zu bewirken! Warum? Vielleicht, um viele kleine Kirchen landauf landab zu ermutigen, dass großartiges geschehen kann, wenn ER handelt? Aber auch das wissen wir nicht …

Ein Team, voller Leidenschaft!

Sicher liegt es auch an dem Team der Kirche im Brauhaus, die sich auf Seinen (!) Weg mit Leidenschaft eingelassen haben. Leute, die Gottes Prioritäten zu ihren gemacht haben und sich seinem Auftrag verpflichten. Nicht nur in der Theorie, sondern wirklich. Und gemeinsam. Als ein Team, das sich mit überdurchschnittlicher Hingabe und Leidenschaft einbringt. Das ist außergewöhnlich! Und sehr ermutigend! Warum? Wenn Gott mit Normalos in Gifhorn Außergewöhnliches hinbekommt, dann kann er das im ganzen Land. Und Normalos gibt es ja überall genug.

Gott bringt Leute an den Start!

Wir erleben ein starkes, auch zahlenmäßiges Wachstum. Seit wir im Brauhaus sind, noch einmal deutlich stärker. Viele Leute aller Generationen finden hier ein Zuhause und genießen das Miteinander über die Altersgrenzen hinweg. Besucherzahlen sind aber nur vordergründig. Hinter diesen Zahlen stehen Einzelne. Und es sind immer mehr Menschen, deren Leben durch den Kontakt mit Jesus verändert wird.

Die Berichte unserer Täuflinge, wie sie zum Glauben gefunden haben, bewegen uns sehr. Viele von ihnen sind überhaupt nicht fromm sozialisiert. Sie finden aus den kuriosesten Lebensumständen zum Glauben. Ein Freund erzählt es dem anderen. Die Mundpropaganda und ein verändertes Leben sind unsere stärkste Werbung. Gott fügt Leute hinzu (Apostelgeschichte 2,47) und stellt so ein interessantes Team zusammen. Bis heute.

Das Gemeindeleben steht Kopf!

Diese Entwicklung hat unser Gemeindeleben auf den Kopf gestellt. Im Bibelstudium direkt zu Anfang des Prozesses 2015 wurde uns deutlich: Es geht nicht um mich! Das mussten wir erst einmal verdauen.

Es geht zu viel um uns selbst: Geistliche Egoisten?!
Häufig geht es in unseren Gemeinden viel zu sehr um uns! Unsere Vorlieben, unseren Geschmack, unsere Prioritäten. Wir sind schon Jahrzehnte mit Gott unterwegs, aber es muss sich immer noch alles um uns drehen. Geistliche Egoisten. Immer noch ein Kleinkind. Das kann nicht gesund sein. Das verhindert den missionarischen Aufbruch.

Als Kirche im Brauhaus mussten wir also umdenken und diese neue Sicht buchstabieren lernen. Das war nicht einfach. Nicht jeder mag das, will das! Ein paar Leute sind dann auch ausgestiegen. Veränderung ist immer herausfordernd, besonders wenn man das Gefühl hat, selbst nicht mehr „auf seine Kosten“ zu kommen.

Aber worum geht es in der Nachfolge von Jesus? Es geht um Selbstverleugnung, dienen, lieben (Lukas 9,23; Galater 5,13; Römer 13,8). Jesus hat die Richtung vorgegeben! Wenn der Glaube ein Mittel zum eigenen Vorteil werden soll, ist unser Ansatz natürlich nicht wirklich attraktiv. Dann frustriert einen so eine Gemeindeveränderung. Vielleicht ist das ein wesentlicher Grund, warum viele Gemeinden wenig missionarische Wirksamkeit entfalten?

Wir feiern es, dass so viele Leute, die schon lange da waren, auf diesem Weg mitgezogen sind. Sie sind heute voller Leidenschaft mit am Start. Diese Einheit, das große Team, ist ein starker Grund (Psalm 133), auf dem sich alles in Gifhorn aufbaut. Wir feiern vor allem die ältere Generation, auf deren Schultern wir stehen und nun dieses Abenteuer bestreiten.

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Über Lothar Krauss

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