Gemeindeerneuerung: Weihnachten nach 5 Jahren …

UPDATE 18.1.2020 – Großzügigkeit. (scrolle ans Ende 😊) Hier kommt die Weihnachtsnachlese aus der Kirche im Brauhaus. Unser Prozess der Gemeindeerneuerung, der seit 2015 statt findet, hat auch darin Spuren hinterlassen! 

Wozu uns der Prozess inspiriert und manches anders tun lässt, als es üblich ist, erklärt der fünfte Teil der Serie zu Gemeindeerneuerung. Wir hoffen, dass er viele kleinere Gemeinden im ländlichen und kleinstädtischen Umfeld inspiriert. Zu den Einzelheiten:

WEIHNACHTEN IM BRAUHAUS

Alles, außer gewöhnlich! Diesen Satz hatte uns der Bürgermeister zur Eröffnung, dem Grand Opening, ins Stammbuch geschrieben. Wir haben ihn als Motto für Weihnachten aufgegriffen und unser WEIHNACHTEN IM BRAUHAUS damit konzipiert. Das, was uns in dem Prozess der Erneuerung seit Jahren deutlich wird, prägte auch in diesem Jahr die Planungen.

Es geht nicht um uns!

Auch an Weihnachten wollen wir auftragsorientiert planen, gestalten und handeln, nicht bedürfnisorientiert. Diese Idee habe ich in dieser Serie bereits hier erklärt. Der Auftrag von Jesus ist die Basis unserer Existenz und definiert, wer wir für die Menschen der Stadt und Region sein sollen. Alles, was in der Stunde an Weihnachten passieren würde, sollte  sich an zwei Punkten ausrichten:

a) Was ehrt unseren Gott?
b) Was hilft unseren VIP’s, die gute Nachricht von Gott aufzunehmen?

Dann ging unser Blick zu unseren Werten, Gesinnungen …:

  • Was ist uns wichtig, hat Wert für uns?
  • Welche Gesinnung soll den Abend prägen?
  • Was ist unser Potential, mit dem wir authentisch dienen können?

Unsere Freunde, Nachbarn, Bekannte, Kollegen …

Es sollte ein Abend werden, den unsere Bekannten … lieben würden zu besuchen! Also mussten gute Zeitpunkte für die Gottesdienste gefunden werden, die für sie geeignet wären. Schon im letzten Jahr haben wir mit dem Abend vor Heilig Abend experimentiert. Das ist eine richtig gute Idee in Gifhorn und wurde 2018 gut angenommen.

Also gaben wir unsere eigenen gedanklichen Grenzen zu Heiligabend wieder auf und boten am 23.12. um 19.00 Uhr den ersten der drei Gottesdienste an. Über 1/3 der ca. 950 Besucher kamen an diesem Abend. Genial. Und die Stimmung, das Flair, die Atmosphäre … Der Abend begeisterte alle miteinander. Ein Gast, der in Gifhorn einen netten Whiskyladen betreibt, machte – nach seinem Besuch am 23.12. – kräftig Werbung für unsere Gottesdienste am 24.12. in den sozialen Medien. Dankeschön! 😉

 

Gottesdienste, die nicht stattfinden

Um drei Gottesdienste anbieten zu können, mussten wir mit Augenmaß handeln. Wir wollen ja nicht unsere Mitarbeiter verbrennen, während wir unsere Freunde erreichen wollen. Wer will schon zu einer Gruppe gehören, die ihre engagiertesten Leute verbrennt? No Way! Auch das gehört zu unseren Überzeugungen.

Also setzten wir die Gottesdienste am 22.12. & 29.12. aus. Unsere Teams hätten nicht alles gleichzeitig geschafft. Warum? Weil unsere Mitarbeiterdecke noch zu dünn ist. Musiker, Sänger, Techniker, Künstler, Praktiker … Die Gemeinde hat das verstanden und sich dahinter gestellt. Das ist ein Segen! Wie Einheit immer ein Segen ist!!!

Investment in Werbung

Gerade hochwertige Einladungen, die super in der Hand liegen und toll gestaltet sind, waren uns auch wichtig. Und das in einer Zeit, in der viel über die sozialen Medien läuft und per eMail verschickt wird? Ja! Es hat sich gelohnt: Wir haben viel gutes Feedback auf die Karten bekommen. Sie waren an unglaublich vielen Pinnwänden, Kühlschränken, Auslagen … zu finden.

Eine wirtschaftliche Führungskraft, die als VIP seit dem Grand Opening die Kirche im Brauhaus mit seiner Familie besucht erzählte mir, dass er einen Stapel mitgenommen und im Büro ausgelegt hat. Und zwar dort, wo sonst ausschließlich Infos des Unternehmens liegen dürfen. Die Kundschaft sollte sie an diesem prominenten Platz direkt sehen. Seine Kollegen waren verwundert, dass er so was macht! Auf eine kritische Nachfrage räumte er frank und frei ein, dass er die Kirche im Brauhaus jetzt auch besucht und man sich selbst mal schlau machen sollte, bevor man ein Urteil fällt. Ups. Geschichten der Art gab es einige.

Die News Wall der Stadt zeigte eine Woche lang jeden Tag hunderte Male unsere Einladung an einer der Hauptkreuzungen der Stadt. Weihnachten im Brauhaus, das wurde ein Thema in Gifhorn.

Welcome im Biergarten

 

 

Feuerschalen, Punsch und Plätzchen begrüßten die Gäste. Eine starke Atmosphäre schon vor dem Haus. Großartige Gespräche vor und nach den Gottesdiensten wurden dort geführt. Am 24.12. regnete es leider. Trotzdem wurde auch da das Angebot genutzt. Im nächsten Jahr ein Weihnachtsmarkt im Biergarten? Das wäre cool. Aber wie gesagt, die Mitarbeiterdecke ist noch dünn …

Mitreißende, vertraute, neue Musik!

 

Verrückt, was unsere Musiker aus klassischen Weihnachtsliedern machten. Alles, außer gewöhnlich! Das traf auch auf die Musik zu. Vertraute Songs, die alle Fremdheit wegblasen sollten in einem Arrangement, das alles, außer gewöhnlich war. Der Saal bebte zeitweise 😂. Als das Klavier dann eindeutig „O du fröhliche …“ anstimmte, war auch für den traditionellen Gast Weihnachten ganz angebrochen. Die Leute waren begeistert. Gute Musik ist immer noch ein „Spielentscheider“, gerade an Weihnachten.

Der Abräumen des Abends war ein kurzfristig gecasteter »Männerchor« der Church, der ein klassischen Weihnachtssong mit afrikanischen Elementen zum Besten gab. Nie habe ich in den 5 Jahren in Gifhorn einen länger anhaltenden Applaus in unserer Kirche gehört. Normalos, die ihr Bestes gaben, 3x am Start waren, mit ihren Familien verzichteten, um hier dienen zu können. Wir feiern euch Kerle!

Kreativ, trotz begrenzter Kapazitäten!

Uns hatte das Jahr schon viel abverlangt. Deshalb war in diesem Jahr nicht an darstellende Kunst zu denken. Kein Theaterstück, kein Special mit Kindern, kein extra Video. Was tun, wenn die Mitarbeiter schon alles gegeben haben? Nutzen, was andere großartig produziert und zur Verfügung gestellt haben. Wir entschieden uns für ein Stück, an dem unsere Schwestergemeinde in Lörrach maßgeblich mitgewirkt hat. Es kam sensationell gut an, vor allem bei den VIP’s.

Alle Generationen!

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dass wir eine Kirche der Generationen sein wollen. Aller Generationen. Das Bild der Kirche auf der Bühne ist nicht nur jung, nicht nur alt, nicht nur fotogen … WIR, so wie wir als Normalos in allen Generationen vertreten sind, wir sind gemeinsam am Start. Und wenn dann 80 und 90jährige das feiern, was die Jungen machen und umgekehrt, dann ist ein Stück Himmel auf Erden angekommen.

Hero Maker

Und auch dieser Wert prägt unser Leben in Gifhorn, Hero Maker: Wir wollen diese Events nutzen, um die Bühne für andere zu bauen! Das hat in diesem Jahr auch bedeutet, dass wir in allen Bereichen versuchten Leute einzubinden, die ihren nächsten Schritt machen. In der Bühnentechnik, dem ganzen Umfeld … Für die Predigt hat es bedeutet, dass mein junger Kollege, der gerade erst ordiniert wurde, in allen drei Gottesdiensten das Privileg bekam. Ist mir nicht nur leicht gefallen 😉! Alles hat seinen Preis! Und nebenbei: Thomas hat es so, so gut gemacht! 👊

Großzügigkeit

Ein anderer Wert ist die Großzügigkeit. Seit einigen Jahren haben wir die Gewohnheit, dass wir eine Weihnachtsspende für eine soziale Einrichtung der Stadt geben. Nicht nur Punsch und Plätzchen wurden verschenkt, wir alle – mit unseren Gästen – wollten großzügig über uns selbst hinaus investieren. Mehr als 3000,- € kamen für das Stellwerk zusammen. Eine Einrichtung, die sich um Menschen mit seelischen Erkrankungen kümmert. Jede zweite Krankmeldung geht schon auf dieses Konto!

UPDATE 18.1.2020 – ALLER ZEITUNG

Es geht nicht um uns!

Viele Gespräche hatten wir in den Tagen nach Weihnachten mit Gästen, die gekommen waren. Wir hören von unseren Freunden und Bekannten, die noch keinen engeren Bezug zum Glauben geknüpft haben, wie sehr sie berührt wurden, den Abend genossen haben. Andere Nachbarn, die das mitbekommen hatten ärgern sich, dass sie WEIHNACHTEN IM BRAUHAUS verpasst hatten. Im nächsten Jahr soll das anders sein, sagen sie: Wir kommen! Herzlich willkommen! 😁

Unser Teil ist und bleibt, von uns selbst wegzuschauen und zu dienen. Weihnachten als ein Fest, das wir für andere ausrichten, weil Gott es für uns ausgerichtet hat. Ohne Fleiß, Hingabe, Selbstverleugnung, Dienstbereitschaft, Bescheidenheit, Großzügigkeit … geht das alles nicht.

Wir können nicht beides gleichzeitig haben: Ein tolles eigenes Familienfest und ein Event für unsere Freunde, in dem sie von der Liebe von Gott kreativ und mitreißend erzählt bekommen. Auch das ist ein Teil der Erneuerung und der Preis, den ich mit jedem Jahr immer lieber bezahle.

Wieso macht ihr im Januar nun keine 21 Tage …

… Fasten und Gebet, wieso keinen Visionsgottesdienst zur Ausrichtung der Kirche? Immer wieder wird uns diese Frage gestellt. Der Grund für uns in Gifhorn ist schnell erklärt. An Weihnachten erreichen wir so viele Menschen, die noch keinen Zugang zu Gott haben. Zu keinem anderen Zeitpunkt im Jahr ist das so. Das wollen wir nutzen. Wenn Menschen positiv angesprochen sind ist eine Tür offen, durch die wir gehen wollen.

Deshalb haben wir in den letzten 4 Jahren bewusst Predigtreihen und Themen für die Gottesdienste im Januar gewählt, die für unsere VIP’s spannend sind. Ihre Fragen wollen wir aufgreifen. Für manchen war das in den Jahren die Brücke, die ihn oder sie vom Heiligabend zu den sonntäglichen Gottesdiensten gebracht hat. Diese Chance wollen wir nicht verstreichen lassen. An anderen Orten sind die Rahmenbedingungen sicher anders. Bei uns ist das die Dynamik, der wir gerne folgen.

Pressespiegel

Auch unsere beiden Tageszeitungen haben über unser Weihnachten im Brauhaus berichtet. Hier sind die Artikel zu lesen.

Mehr von unserer Geschichte der Erneuerung gibt es hier zu lesen.

Teil 1 | 2 | 3 | 4

Über Lothar Krauss

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