Gordon MacDonald: Wann ist Zeit zum Wechsel?

gordon-macdonald2Gordon MacDonald ist ein sehr geschätzter Berater vieler Führungskräfte! Als Pastor hat er einen reichen Erfahrungsschatz, von dem wir in Deutschland auf den Konferenzen von Willow Creek und bei den Seminaren vom Dünenhof und an anderen Orten sehr profitiert haben. Seine Bücher sind Bestseller, auch in unserer Sprache. Seine Zitate zur Selbstleitung sind Perlen. Hier nun nennt der Pastor, Berater, Autor … 8 Zeichen, dass ein Wechsel anstehen könnte. Welche sind es?

Zeichen des Wechsels: Wann ist es Zeit?

Vor einigen Jahren hat Gordon MacDonald 8 Punkte genannt, wann ein Wechsel angezeigt sein könnte. Gordon hat mich schon seit ich Christ wurde immer wieder geprägt und beeindruckt. Seine Bücher waren und sind mir zu wertvollen Wegbegleitern geworden. Ich habe seine 8 Punkte aufgegriffen und etwas aus meiner Erfahrung, Beobachtung und Entwicklung angereichert. Aber der gute Kern der Punkte, die Hauptgedanken, sie gehen alle auf das Konto von Gordon MacDonald.

1. Inkompatibilität

Gute Gemeinde. Guter Pastor. Aber sie passen nicht zusammen. Die Gemeinde braucht eine Art pastoraler Führung, die der aktuelle Pastor einfach nicht beisteuern kann. Er oder sie ist anders begabt. Hat die Stärken an anderer Stelle. Oder die Gemeinde steuert andere Ziele an, als die, zu denen der Pastor sich geleitet fühlt. Spannungen sind zu erwarten. Eine realistische Einschätzung ist nötig. Gute Gemeinde. Guter Pastor. Aber ihre gemeinsame Zeit ist zu Ende. Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

2. Unbeweglichkeit

Die Gemeinde will sich nicht bewegen. Sie sitzt in ihrem „Whirlpool“ beobachtet Gordon MacDonald. Viele Programme und Angebote, aber wenig Bewegung nach vorn. „Bei uns bewegt sich viel, im Kreis herum!“ sagte einmal ein geschätzter Kollege in meinen frühen Jahren als Pastor. Dominante Gemeindemitglieder ersticken jede neue Initiative, jeden Leitungsimpuls der das geschlossene System durchbrechen könnte. Die Gemeinde ist eine geschlossene Gesellschaft und spielt Kirche. Alle Initiativen werden neutralisiert. Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

3. Veränderungen in der Organisation

Gesunde Organisationen erreichen unvermeidlich Wachstumsschwellen, die eine Veränderung in der Art der Leitung erfordern. Nicht jeder pastorale Leiter kann diese notwendige Veränderung in der Art der Leitung mit seiner Begabung und Persönlichkeit mitvollziehen. Gute Gemeindegründer sind eben nun mal nicht automatisch unbedingt die geeigneten Leiter für Gemeinden mit 150 Personen. Pastoren, die alleine zu arbeiten gewohnt sind und richtig gute Ergebnisse dabei erreichen können sehr ineffektiv werden, wenn sie ein Team führen sollen und Managementaufgaben sie fordern. Ein Weiser und demütiger Pastor lernt, in welchen Umfeldern er oder sie am besten aufgehoben ist, und wo nicht. Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

4. Stagnation

Gordon spricht auch die persönliche Entwicklung eines Leiters an. Es gibt Gemeindesituationen, in denen ein Pastor persönlich in den Zustand geistlicher Stagnation gerät. Keine Entwicklung, kein persönliches Wachstum, kein Vorankommen. Weder auf der intellektuellen Seite, noch in seiner geistlichen Entwicklung. Die Entwicklung eines weichen und weiten Herzens für Notsituationen kommt auch nicht voran. Zeichen, dass es eine Veränderung geben muss. Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

5. Ermüdung

Gordon Lebensgeschichte und seine Bücher reflektieren diesen Punkt sehr intensiv: Erschöpfung, Entmutigung und Enttäuschung. Der Wunsch, jedem zu gefallen und gleichzeitig das Gefühl, niemanden zu gefallen. Nicht zu genügen. Zu viel versprechen, zusagen, anpacken. Seine Gemeinde war zu groß, zu viele Programme und die hauptamtlichen Mitarbeiter wollten zu viel von ihm. Manchmal bekommt die Leitung einer Gemeinde diese Dynamik im Leben ihres Leiters nicht mit und kann ihn oder sie daher nicht vor sich selbst schützen. Zur Ruhe, Auszeit … herausfordern. Und: Der Leiter steht selbst in der Verantwortung für sich. Es ist nicht zu delegieren. Wenn die Grenzen auf Dauer überschritten sind kann es auch hier heißen: Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

6. Familiäre Gründe

Von Zeit zu Zeit ist es unmöglich zu übersehen, dass die Familie durch den pastoralen Dienst in einer konkreten Gemeinde mehr verletzt ist, als man denkt. Der Ehepartner oder die Kinder leiden, verlieren die Richtung. Die Gründe können sehr vielschichtig sein. Aber kein Pastor darf seine Familie für eine Gemeinde opfern. Manchmal sind die Erwartungen der Gemeinde an den Leiter unrealistisch. Manchmal treibt der Erfolg den Pastor in ungesunde Muster. Aber immer gilt eines: Nichts ist gewonnen, wenn ein Pastor erfolgreich im christlichen Dienst steht, aber seine Familie zerbricht. Paulus ist an dem Punkt sehr klar (1. Tim. 3,5). Auch in so einer Lage gilt: Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

7. Ende und Neustart

Der beste aller Gründe für einen Wechsel: Eine Berufung geht ihrem Ende zu. Ein guter Abschluss ist möglich. Eine neue Berufung an einen neuen Ort eröffnet eine neue, gute Herausforderung für den Leiter. Ein gutes Ende und ein guter neuer Start: Chancen für alle Seiten, das Reich Gottes weiter zu auszubreiten. Gerade, wenn sich diese Tür öffnet gilt: Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

8. Der Altersfaktor

Und schließlich kommt eine Zeit, wo die Kraft nicht mehr so vorhanden ist, wie der Dienst es erfordert. Wo es an der Zeit ist, die ersten Platz für die nächste Generation frei zu machen. Es kann zu einer schreckliche Situation für alle Seiten kommen, wenn der Zeitpunkt verpasst wird: Für die Gemeinde, ihre Mitarbeiter und auch den Pastor. Gute Berater können eine Hilfe sein. Gute Vorbilder, wie Bill Hybels, John Piper und Rick Warren und wie sie mit ihrem Übergang umgehen, helfen auch. Wie viele Gemeinden und Menschen haben daran leiden müssen, dass dieser Zeitpunkt verpasst wurde. Und sicher: Für jeden Leiter und jede Gemeinde kann das sehr variieren. Aber auch dann gilt: Ein Wechsel könnte angezeigt sein, meint MacDonald.

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