LEITEN IM GEGENWIND

»Die Feindschaft schlägt dem Herzen weit tiefere Wunden, als je ein Mensch dem Feinde Wunden schlagen kann.« Augustinus, Kirchenvater.

Man kann es sich als Führungskraft nicht aussuchen: wer Verantwortung übernimmt muss mit Gegenwind rechnen, mit Gegenwind leben, mit Gegenwind umgehen.  

Gegenwind macht etwas mit mir!

Wie gehe ich mit Gegenwind um? Was macht diese Erfahrung mit mir? »Oft ist der Mensch sein größter Feind.« schreibt Cicero, der römische Redner und Staatsmann. Er erinnert uns an die Gefahr, dass im Gegenwind der Andere, aber auch wir selbst, uns zum Feind werden können. ICH, mag man fragen, ich? Wie soll das gehen? Ist es nicht der ANDERE, der sich mir in den Weg stellt, mir das Leben schwer macht, mich plagt? Meine Reaktionen bringen mich auf die Spur:

Was sind meine Reaktionen?

  • Selbst zum Gegner werden?
  • Zurückschlagen?
  • Zurückziehen?
  • In Selbstmitleid versinken?
  • Ironie – Sarkasmus – Lästereien …?
  • Angreifen?
  • Ignorieren?
  • Auf die passende Gelegenheit für den Gegenangriff warten?

Passt meine spontanen, verborgenen oder auch bevorzugte Reaktionen im Gegenwind zu so einer Liste? Wenn ja, könnte das vielleicht nicht wirklich gesund sein! Für mich, oder aber auch für meine „Gegner“.

Es macht also etwas mit mir! Oder mache ich etwas damit?

Der Psychoanalytiker Eckhard Frick sagt, dass diese Erfahrungen uns den Spiegel vorhalten können. Denn häufig versuchen wir gerade das im anderen zu bekämpfen, was eigentlich in uns selbst kämpft. Wenn wir dann „diesem Feind“ plötzlich im Gegenüber begegnen nervt uns deutlich mehr, als es eigentlich nötig wäre. Fachleute bezeichnen das als Projektion.

Splitter – Balken

Jesus weißt darauf hin wenn er davon spricht, dass wir im eigenen Auge einen Balken haben können, um den wir uns nicht kümmern. Was machen wir? Wir konzentrieren uns auf den Splitter im Auge des anderen. Vielleicht ist der Splitter nur eine Spiegelung unseres eigenen Balkens, hat jemand gefragt!?! Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung nennt das Schatten. Es ist also gut, wenn wir den wahren Feind kennen:

»Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten.«

Sunzi chinesischen Militärstrategen (ca. 500 v. Christus).

Der Gegenwind ein Windkanal?

Dieser Gegenwind kann für uns zum Windkanal werden, in dem wir uns sehr gut entwickeln. Wir werden getestet und bekommen so eine Standortbestimmung! Dabei erkennen wir unsere Motive und erleben unseren Charakter. Zuweilen ungeschminkt! Das ist wertvoll. »Gegner« zu haben ist deshalb nicht unbedingt schlecht. Sie helfen zur Selbstklärung. Der Windkanal leitet eine Katharsis ein, eine Läuterung meiner Seele. Mir hat der Gegenwind in über 35 Jahren Verantwortung gut getan. Das war mir allerdings nicht auf Anhieb klar. Erst im Rückblick kann ich das so sagen. Gott gebrauchte den Gegenwind auch als einen Schmelztiegel. Als »Hitze«, die reinigt und veredelt. Diese Reinigung ist gut für mich. Gerade als Führungskraft, die Einfluss zum GUTEN des GANZEN ausüben soll und dabei immer mit Macht umgehen muss. Auch in Zukunft brauche ich deshalb den Schmelztiegel, den Gegenwind, den Windkanal. ABER: Zugig bleibt die Angelegenheit allemal.

Was ist Dein Gegenwind zur Zeit? »Umarme« Deinen Gegenwind! Welche Chancen bietet er DIR? Was erkennst Du von Dir darin?  Welcher Nutzen könnte sich für Dich daraus für Deine Führungsrolle ergeben?

Buchtipp: Von der Kunst sich selbst zu führen

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