WORAN GEMEINDEERNEUERUNG SCHEITERT | TEIL 6

Zu klein denken! Erneuerung und Veränderung scheitert, wenn man zu klein denkt. Jesus traut seinen Leuten etwas zu! »Gehet hin in alle Welt …« So formulierte er den Auftrag an seine Nachfolger. »Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!« Das ist eine Hausnummer! In diesen Kategorien gilt es zu denken! Wie geht das? Aber es ist auch wichtig zu fragen, welche Gefahren einem auf diesem Weg begegnen können!

Stimmige Motive

Wenn ein Erneuerungsprozess erfolgreich sein soll, muss man viel aus den richtigen Gründen wollen! Groß denken, mutig sein, beherzt etwas wagen. Zaudern und zögern, kleinmütig und ängstlich zu agieren, lässt den Prozess scheitern. Das muss klar gesagt sein. ABER! Das ist ein wichtiges »aber«!

Die Motive müssen stimmen! Die eigene Ehre zu suchen, Erfolg, Bekanntheit, Ruhm, die eigene Größe anzustreben, kann zu einer gefährlichen Überheblichkeit führen. Einer Arroganz, die letztlich jeden scheitern lässt! Klartext dazu finden wir in der Bibel:

»Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.« | Sprüche 16 Vers 18

Wenn aber die Motive stimmen, eine Leidenschaft für Gott und seine Welt in Christen brennt, dann kann eine Gemeinde nicht klein denken! Sie wird zu einer Kirche reifen, die nicht zögerlich ist sondern Gott etwas zutraut, das ihr eigenes Vermögen übersteigt. Warum? Weil sie verheißungsorientiert unterwegs ist. Aus gutem Grund! Jesus hat seinen Leute großartige Zusagen gegeben, die sie aktivieren. Eine Kostprobe gefällig?

Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und ´überall sonst auf der Welt, selbst` in den entferntesten Gegenden der Erde.« | Apg. 1:8

Oder wie wäre es mit dieser Zusage von Jesus:

»Dadurch, dass ihr reiche Frucht tragt und euch als meine Jünger erweist, wird die Herrlichkeit meines Vaters offenbart.« | Johannes 15:8 (NGÜ)

»Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt: Ich habe euch dazu bestimmt, zu gehen und Frucht zu tragen – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben, was immer es auch sei.« | Johannes 15:16 (NGÜ)

Kleine Ziele bringen uns um!

Dieser Überzeugung vertrat Kalevi Lehtinen (1936-2011), der zehn Jahre als Leiter von Campus für Christus in Europa aktiv war. Er gab folgende Überzeugungen zu Papier, die mich schon seit 1997 begleiten:

1. Kleine Ziele zerstören unsere Christus-Bezogenheit
Wir können kleine Ziele durch unsere eigene Anstrengung erreichen. Für Sie müssen wir nicht Gott vertrauen. Kleine Ziele lenken unseren Blick weg von Gott.

2. Kleine Ziele zerstören unseren Glauben
Wir brauchen keinen Glauben, um kleine Ziele anzustreben. Sie machen uns nur gesetzlich, und wir leben nicht mehr unter Gottes Gnade.

3. Kleine Ziele zerstören unsere Glaubenssicht
Als Ergebnis kleiner Ziele wird unser christliches Leben träge, langweilig und spannungslos. Der Status quo erhält einen hohen Wert. Wenn wir uns an den Status quo klammern, kann weder wirkliches Leben noch Veränderung entstehen.

4. Kleine Ziele zerstören unser geistliches Leben
Oft geschieht es, dass Menschen, die ihre Ziele herabgesetzt oder begrenzt haben, Rückschritte in ihrer Berufung machen, dass sie ihre erste Liebe für Christus verlieren und in Sünde fallen.

5. Kleine Ziele zerstören den Geist der Erweckung
Kleine Ziele zerbrechen uns nicht. Deshalb kann unsere Selbstbezogenheit ungehindert wachsen. Grosse, unmögliche Ziele zerbrechen das Ego. Als Folge davon müssen wir allein aus der Gnade leben und die untragbare Last in Gottes Hände legen. Dann werden wir Werkzeuge für die Erweckung. Und was ist Erweckung? Es ist die Freisetzung der Kraft des Heiligen Geistes, die Menschen im Glauben und in der Erneuerung ihrer Hingabe zu Gott zieht. Das ist keine übermenschliche Anstrengung unsererseits, sondern ein übernatürliches Wirken Gottes.

Selbstoptimierung oder Nachfolge?

Am Ende steht der Erneuerungsprozess einer Kirche immer vor der Frage, ob sie sich selbst optimieren will, oder dem Auftrag und der Person von Jesus nachfolgen wird. Manche Gemeindeerneuerung, die sich auf Selbstoptimierung konzentriert, renoviert ihre Strukturen, Gebäude, Grafik und Style der Veranstaltungen. Aber das eigene Herz für Gott und die Leidenschaft für Gottes Welt, die in tiefster Not steckt, bleibt unberührt.

Jesus nachzufolgen bedeutet von sich selbst wegzuschauen und sich dieser Welt mit der Liebe von Gott durch den Heiligen Geist zuzuwenden. Diese Ja von Gott soll die Kirche liebevoll, kreativ, dienend, selbstlos, nicht mit Macht sondern mit Selbsthingabe in ihren Kontext tragen.

Fragen zur Selbstreflexion

  • Sind wir als Kirche auf dem Weg der Selbstoptimierung oder der Nachfolge von Jesus?
  • Leite ich die Gemeinde in diese Richtung mit dem Prozess der Erneuerung?
  • Sind die Ziele, an denen wir uns ausrichten, große Ziele im Sinne des Auftrages?

THESE 6: »Kleine Ziele*« lassen das Projekt Gemeindeerneuerung scheitern! Sie passen nicht zum Auftrag von Jesus an seine Kirche, sind nicht liebevoll und auch nicht leidenschaftlich!

*Große Ziele sind Ziele, die sich am Auftrag von Jesus orientieren. Wenn der Auftrag einer Kirche darin besteht, im sterbenden Stadtteil ein Zeichen der Hoffnung zu setzen und Menschen praktisch zu dienen, dann ist das Teil des großen Zieles!

Nicht wenige Christen in Ostdeutschland und anderen Teilen der Welt leben diese großen Ziele, die aktuell nicht zu großen Ergebnissen führen. Sie sind in bester Gesellschaft mit den Helden Gottes, die im Brief an die Hebräer Kapitel 11 Teil 2 aufgelistet werden.

TEIL 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7  | 8

Hier geht es zur Seite »Veränderungsprozesse« auf dem Leiterblog.

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
Dieser Beitrag wurde unter Die Aufgabe der Leitung, Die Person des Leiters, Gemeindebau abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.