WORAN GEMEINDEERNEUERUNG SCHEITERT | TEIL 2

Misstrauen. Misstrauen oder einfach fehlendes Vertrauen gehören zu den »Sollbruchstellen«, die einen Erneuerungs- und Veränderungsprozess zum Scheitern bringen!

Man macht – technisch gesehen – alles richtig in dem Prozess, aber es zündet nicht. Menschen ziehen nicht mit, lassen sich nicht anstecken oder bleiben auf Abstand. Oft ist eine wesentliche Ursache das geringe oder fehlende Vertrauen der Gemeinde zu den Verantwortlichen. Vertrauen ist ein »Game-Changer«, mit dem der Veränderungsprozess zum Erfolg kommt.

Die große Gefahr

Fehlendes Vertrauen ist vielleicht die größte Gefahr für den erfolgreichen Prozess! Man könnte zwar auch an falsche Methoden, Strategien oder Strukturen denken, die den Prozess behindern. Oder an die ungeeigneten Programme, Projekte oder Gebäude. Ich bin davon überzeugt, dass diese Punkte zwar eine starke Rolle spielen können, aber nicht so gefährlich sind, wie fehlendes Vertrauen! Jeder erfolgreiche Veränderungsprozess steht auf einem Fundament des Vertrauens! Vertrauen ist dabei sicher nicht alles. Aber ohne Vertrauen ist alles nichts! Warum?

VERTRAUEN – DIE »WÄHRUNG« DES LEITENS

Weil Vertrauen* die Währung ist, mit der Führungskräfte ihre Rolle ausfüllen. Wenn das Vertrauen schwindet oder verloren geht, hilft eben auch das beste Konzept nicht weiter. Selbst charismatische Persönlichkeiten verlieren ihre Gefolgschaft, wenn sie das Vertrauen bei ihren Leuten verlieren. Dann können auch externe Berater nicht mehr helfen, wie wir in diesen Tagen an den verschiedenen Stellen unserer Gesellschaft, aber auch in unseren Kirchengemeinden sehen können!

* Vertrauen bedeutet z.B. sicher zu sein, dass man sich auf jemanden, etwas verlassen kann. Quelle: Wikipedia

Wer einen Veränderungsprozess beginnen möchte, muss das tun: Vertrauen aufbauen! Dazu braucht Geduld, unzählige Gespräche und einen integren Lebensstil. Beim Vertrauen dreht sich vieles um intakte, belastbare zwischenmenschliche Beziehungen. Menschen folgen auf Dauer nicht Konzepten, sondern Personen! Wenn das Vertrauen da ist, wird man in ein neues, unbekanntes Land aufbrechen und auch Gewohntes hinter sich lassen. Erneuerung ist möglich! Vertrauen ist der Schlüssel! Mein Beitrag als Leiter ist – neben der intensiven Kommunikation – eine Haltung, die entscheidenden Einfluss hat:

Vertrauen entsteht durch »echt sein«

Craig Groeschel hat – wir haben uns nicht abgesprochen 🙂 – das gleiche These in seinem Leadership Podcast in diesem Monat aufgestellt, die ich in über 30 Jahren – manchmal mit bitterem Lehrgeld – gelernt habe: Vertrauen wächst dort, wo Leiter »echt sind«:

»People may admire you for your strengths, but they connect with you through your weaknesses.« | Die Menschen mögen dich für deine Stärken bewundern, aber sie verbinden sich mit dir durch deine Schwächen.

Vertrauen wächst, wenn wir echt sind, nicht perfekt. Wenn wir als die bekannt sind, die wir tatsächlich sind, wächst Vertrauen. Wir nennen das auch Integrität!

Echt sein als Führungskraft baut nicht nur Vertrauen, sondern entkräftet auch ein mögliches Misstrauen. Wenn Leiter echt sind, bringen sie die zusammen, die sich auf den Weg der Veränderung aufmachen. Warum ist das so? Weil Menschen auf die Länge der Zeit echten Personen folgen, nicht Konzepten, Programmen oder Organisationen!

Stark & Schwach
Vertrauen wächst, wenn Führungskräfte echt sind im Blick auf die Stärken, Träume und Hoffnungen. Und auch echt sind im Blick auf die Schwächen, Ängste und sogar das eigene Versagen. Menschen orientieren sich an Führungskräften die echt sind, nicht perfekt!

Wer den leitenden Personen nicht vertraut, wird sich nicht leiten lassen!

Vertrauensfragen

  1. Da ist zuerst die Frage, ob wir Gott für unsere Zukunft vertrauen können? Trauen wir IHM gute Gedanken und überraschendes Handeln in der Zukunft der Gemeinde zu? Je fester wir es IHM zutrauen, je gelassener können wir selbst bleiben!
  2. Dann kommt die Frage, ob wir (als Team) einander vertrauen? Wächst auf der Basis des Vertrauens die Einheit, in die Gott seinen Segen »befiehlt« (Psalm 133). Welches Misstrauen unter uns, gegenüber Verantwortlichen und auch Teamern besteht, das zur Sprache gebracht werden muss. Und zur Klärung. Wenn das Vertrauen nicht entstehen kann, muss es zur Trennung kommen.
  3. Vertraut die Gemeinde ihren Leitern? Obschon jeder Veränderungsprozess mit einer Kerngruppe beginnt, muss er sich über Zeit auf weite Teile der Gemeinschaft ausweiten. Wenn zu viele von »denen da oben« und »uns hier« sprechen, dann sind das Signale des Misstrauens, die nichts Gutes verheißen.

WEITERE FRAGEN, DIE HELFEN KÖNNEN

  • Woran wird für uns als Team deutlich, dass wir einander vertrauen?
  • Wie stark ist unser Vertrauen auf einer Skala von 1 – 10? (1 = schwach, 10 = ganz stark)
  • Woran erkennen wir Misstrauen? Auf welchen legitimen Wegen können wir einander Misstrauen signalisieren, ohne ins Abseits zu geraten?
  • Was hilft uns, um im Vertrauen zueinander zu wachsen?
  • Was können wir beitragen, dass mehr Leute der Gemeinde Vertrauen zu den Verantwortlichen fassen?
  • Gibt es bei uns Wege, wie das Vertrauen der ganzen Gemeinde zur Leitung fördern können?

THESE 2: Ohne Vertrauen scheitert der Prozess der Veränderung! Ganz gleich, wie gut das Konzept, die Vision oder die Strategie auch ist.


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Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
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4 Antworten zu WORAN GEMEINDEERNEUERUNG SCHEITERT | TEIL 2

  1. Jens Vogel schreibt:

    Wenn Vertrauen eine Währung ist, wie du sagst, möchte ich im Bild bleiben.:
    Es ist eine Münze mit zwei Seiten. Die eine ist von dir sehr gut beschrieben. Der/die LeiterInnen müssen durch ihre Integrität um Vertrauen werben. Die andere Seite ist, dass Sie selbst ihren MitleiterInnen und MitarbeiterInnen vertrauen. Das zeigt sich z. B. an der Delegationsbereitschaft in Leitungsfragen. Was der Mensch sät, wird er ernten. Das gilt auch für Vertrauen, das ich ernten möchte.

    LG Jens

    • Lothar Krauss schreibt:

      Sehr richtig Jens. Allerdings im Kontext des Erneuerungsprozesses ist das Vertrauen in die Verantwortlichen zuerst zu nennen. Bei der Umsetzung des Weges kommen die Vertrauensfrage zu den Mitarbeitenden zentral ins Spiel. So zumindest meine Beobachtung.

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