ONE TEAM – Lobpreisarbeit in der Veränderung | 4

oneteamJens Martin Rauen von der ELIM Kirche in Hamburg schließt mit diesem Beitrag die Reihe ab: Die Entscheidung fiel nun für die genannte Option 3: Wir wollten nun alle Bands auflösen und dafür eine große Band gründen. Aber wie kann man nun alle Musiker in diese Veränderung mit hinein nehmen? Und wie sieht so ein Donnerstagabend aus?

Die Veränderung durchführen: Umsetzung!

Damit diese Option funktioniert, waren uns einige Dinge bereits klar:

Wir mussten den Liederpool stark begrenzen.

Jeder muss in der Lage sein jedes Lied zu können. Früher war das ein sehr emotionales Thema. Immer wenn wir über unseren Liederpool gesprochen haben, kamen heiße Diskussionen auf, wie: „Wollen wir wirklich unsere Freiheit einschränken? “ Da jetzt das Ziel klar war und jeder die Notwendigkeit eines kleinen Liederpools sah, gab es zum ersten Mal keine Diskussion über die Songs. Wir wollten nun 20 One Team Songs (aktuelle, aufwändig arrangierte Songs) und 20 Evergreens (Lieder wie „Keiner ist wie Du“. Pfingstjubel etc. Songs, die man einfach so spielen kann.)

Für die One Team Lieder brauchten wir Übungsmaterial.

Und wir brauchten Musiker, die es den anderen beibringen konnten: Coaches. So haben wir aus unseren Reihen Musiker angefragt und sie gebeten, jeweils für das Lied, das wir donnerstags üben werden, Materialen wie MP3, Videos oder Noten etc. vorzubereiten. Ich war erstaunt wie motiviert die Musiker waren. Wir konnten gleich zu Anfang fast alle Positionen besetzen.

Wie der Donnerstag Abend jetzt aussieht:

One Team Gruppe

Wie unser Übungsabend abläuft

Der Donnerstag Abend soll nicht nur das Dach des Hauses (Musik) behandeln, sondern auch uns als Lobpreiser lehren und gemeinsam ausrichten.

Wir haben uns ab 19:00 h auf 10-15 Minuten Begrüßung und Input, 10-15 Minuten Lobpreis geeinigt. Dann wollen wir in einzelnen Instrumentengruppen üben, also alle Keyboarder zusammen, alle Sänger etc.. Der gefühlte Nachteil: Jeder musste sich zumindest für eine Zeit für ein Instrument entscheiden. Aber auch hier sind alle mitgegangen, denn das Ziel war allen deutlich vor Augen.

Dann schließlich kommen alle auf der Bühne zusammen und spielen 1-2 Lieder mehrfach durch. Alle können so mindestens einmal den Song spielen. Als erstes spielen die Coaches vor. So wird deutlich, wie der Song insgesamt klingen soll. Das hilft auch den nicht so erfahrenen Musikern zu erleben, wie das zum Teil sehr ausgedünnte, teilweise einhändige Arrangement für das Klavier, im Gesamtsound so gut klingt.

Schließlich wird noch ein Abschlussgebet gesprochen, so dass wir spätestens 21:30 h nach Hause können. Wenn neue Lieder vorbereitet werden, haben dann die Coaches anschließend die Zeit, das Lied komplett aufzunehmen. Wir arbeiten hier mit getrennten Spuren, so das gleich jedes Instrument und jede Stimme eine eigene Spur als MP3 bekommt.

One Team 2 One Team 3 One Team 1 One Team

Bandeinteilung für den Sonntag:

Die Einteilung für den Sonntag kann nicht mehr der Lobpreisleiter machen. Jeder Leiter würde sich sonst seine Lieblingsleute herauspicken. Neue Musiker würden vielleicht nicht so angefragt werden. Wir brauchten also eine Person, die die gesamte Einteilung vornimmt. Mit der Software churchtools.de ist das über das Internet problemlos ehrenamtlich zu erledigen.

Bisher hatten wir bis auf die Coaches absichtlich keinen der Musiker in diese Gedanken hineingenommen; das wäre eher verwirrend als hilfreich gewesen. Wie aber nun die Musiker mitnehmen auf dem Weg?

Wir entschieden uns dafür alle Musiker, ob im aktiven Lobpreisdienst oder nicht, zu einem großen Visionstag einzuladen. Ein ganzer Samstag ermöglichte uns alle Musiker in den gesamten Veränderungsprozess mit hineinzunehmen. Da wir den ganzen Vormittag sehr praktisch und anschaulich über unseren Prozess gesprochen hatten, konnten wir erst nach dem Mittagessen die konkrete Idee des One Teams vorstellen. Da bis dahin alle verstanden hatten, warum wir was machen wollten, gab es sehr viele positive Reaktionen und viel Zustimmung!

Wir hatten uns dann alle zusammen für eine Probephase von einem Jahr entschieden.

Nach diesem Jahr …

… haben wir uns alle einstimmig dafür entschieden, mit dem One Team weiter zu machen. Eine einzige Person ist aufgrund der Veränderung ausgeschieden, aber nicht im Ärger, sondern weil der Donnerstag nicht machbar war. Alle anderen konnten wir gewinnen und begeistern.

Im dritten Jahr nun …

Heute sind wir im dritten Jahr in der Umsetzung dieses Konzeptes. Es hat sich wirklich gelohnt, die Qualität hat deutlich zugenommen. Die Anzahl der Musiker auch. Zu der Gestaltung der Donnerstage sind noch weitere Ideen entstanden: Lobpreisabende, Socials, spezielle Trainings etc. Auch haben wir nun aus dem One Team heraus eine One Team Academy gestartet, die jeweils sieben Abende Musiker aufbaut und vorbereitet für den Lobpreisdienst.

Mittlerweile haben wir als Gemeinde zwei weitere Standorte im Süden und Westen in Hamburg, so dass wir statt drei nun fünf Gottesdienste mit Lobpreis versorgen. Durch das wöchentliche Treffen haben wir als Lobpreiser hier für alle Standorte eine Richtung und prägen maßgeblich. Man spürt keine Konkurrenz, sondern eine Einheit, wir wollen alle dasselbe: Menschen sollen durch exzellente und geisterfüllten Lobpreis Gott begegnen!

Was haben wir gelernt?

  • Emotionale Themen können leichter und schneller entschieden werden, wenn uns das klare Ziel die Entscheidungsrichtung vorgibt.
  • Wenn man sich mit seinem Team für eine Veränderung in eine gemeinsame Richtung entscheidet, hat das eine unglaubliche Durchschlagskraft. Aber es darf nicht vergessen werden, anschließend alle Beteiligten mit in den Prozess hineinzunehmen.

Je besser der Veränderungsprozess überlegt wurde, umso klarer und verständlicher kann man ihn hinterher auch kommunizieren.

Welche Fragen, Erfahrungen, Hinweise … beschäftigen DICH dazu? Gerne kannst Du über die Kommentarfunktion Dich mit einbringen. Unser Autor wird versuchen, die aufkommenden Fragen aus der ELIM Erfahrung und Perspektive zu beantworten.

Mit diesem 4. Teil geht die Reihe zu Ende. 

Teil 1 | 2 | 3

jens martin
Janine & Jens Martin Rauen. Jens Martin ist einer der Pastoren der Christengemeinde Elim und in der Verantwortung für den Lobpreisdienst.
Bilder: https://www.facebook.com/carinabertschpage

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4 Antworten zu ONE TEAM – Lobpreisarbeit in der Veränderung | 4

  1. Margit Kipping schreibt:

    Wenn man zB.selbst Lobpreisleiter ist an der Gitarre als 1.Instrument aber auch gerne Piano spielt als 2.Instrument mit begleiten möchte wird die Person dann auch mal für das 2. Instrument eingesetzt oder kann sie dann nur das spielen wofür sie sich Anfangs entschiede hat nämlich das 1. Instrument als Lobpreisleiter.

    • Jens Martin Rauen schreibt:

      Also ich empfehle sich für eine Zeit auf ein Instrument zu fokussieren. Ich glaube so kommt man schneller voran, als wenn man versucht bei mehreren Instrumente gleichzeitig besser zu werden.
      Wenn ein Lobpreisleiter aber kein Problem hat die Songs auf dem Keyboard nach Vorgabe zu spielen, kann er auch gerne mal dort eingeteilt werden. Die Struktur soll uns dienen und nicht wir der Struktur:)

  2. arnosadventure schreibt:

    „Dann wollen wir in einzelnen Instrumentengruppen üben, also alle Keyboarder zusammen, alle Sänger etc.“

    Könnte man hierzu noch eine Praxisbeschreibung bekommen? Wie funktioniert das dann? Sänger ist easy, auch Gitarre/Bass/ etc. kann ich mir noch vorstellen (bringt ja eh jeder mit wahrscheinlich),
    aber wie macht man es mit 4-5 Klavierspielern / Schlagzeugern u.ä.

    Weiter würde mich interessieren ob und wie die Technik in das ONE TEAM eingebunden ist?

    • Jens Martin Rauen schreibt:

      Wir machen es so, dass der Coach erstmal das Lied erklärt: Wie ist der Spannungsbogen, warum wurde was wie eingespielt etc. Die Musiker sollen das Lied und auch das Konzept dahinter verstehen und erfühlen können. Ganz wichtig z.B. wann gebe ich gas, wann halte ich mich im Hintergrund.
      Dann gehen wir die kniffligen Stellen durch. Der Coach spielt das vor und dann spielen alle nacheinander auch diese Stellen durch. Der Coach gibt jeweils Feedback.
      Einige üben parallel am iPad mit.
      Die Zeit reicht meistens dann nicht aus, dass alle komplett das ganze Lied durchspielen. Das ist aber auch nicht notwendig, das machen wir ja in der Gesamtprobe auf der Bühne.

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