OSTERPREDIGT IN DER BILD ZEITUNG

Wenn mir das einer als junger Student 1986 gesagt hätte, dass ich einmal eine Osterkurzpredigt für die BILD Zeitung schreiben würde, hätte ich ihn ungläubig angeschaut. Mindestens! Genau das ist jetzt passiert. Hier die Geschichte:

Ende Februar kam ich in häusliche Quarantäne, weil ich Kontakt zu einer später positiv auf Corona getesteten Person hatte. Wie das alles kam, und wie alles weiterging, habe ich im Quarantäne Tagebuch erzählt.

Macht das Sinn?

Fast 4 Wochen ging diese Zeit, nachdem ich ebenfalls positiv getestet wurde. Meine Frau war zuerst negativ getestet, dann zeigten sich auch Symptome bei ihr. Sie ist jetzt immer noch in häuslicher Quarantäne, Ihre 7. Woche beginnt gerade 😬. Jetzt könnte man zu Recht denken, dass das alles keinen Spaß macht, Frust und Mutlosigkeit sich einstellt. Aber Römer 8,28 bleibt ja weiter versprochen. Das macht den Unterschied.

Die Frage: Gott, was machst Du aus dieser Zeit, steht im Raum! Traue ich IHM auch in schwierigen Umständen etwas zu? Hat er das auch drauf, oder kann er nur Schönwetter-Tage? Oder ist ER begrenzt auf das, was ich mir vorstellen kann? Auf den „Sinn“, den ich in so einer Zeit sehe?

Die Herausforderung

Genau hier liegt die Challenge. Die Herausforderung. Nur, weil ich es jetzt nicht sehe, oder verstehe, heißt das nicht, dass es keinen Sinn gibt. Es heißt nur, dass ich den Sinn (noch) nicht sehe! Und das sollte mich nicht überraschen! Ich bin ja auch sonst definitiv sehr begrenzt. Zum Beispiel in Fragen der Mathematik, der Technik oder der Raumfahrt. Das ist mir direkt klar und überhaupt nicht peinlich.

In Fragen der Metaphysik, der Philosophie oder der Theologie ist mir das schon etwas unangenehmer. Wie auch immer, der Fakt ist: Ich sehe das Potential so einer Zeit eben nur sehr eingeschränkt. Und meine Sicht ist zusätzlich durch meinen Frust, Schmerz und die Enttäuschung durchaus eingefärbt. Okay. Wie kam es nun zur BILD-Oster-Predigt?

Medienerfahrung

Weil ich zu den sehr früh Infizierten gehöre, hatte die Presse schnell Interesse an mir. Die Lokalzeitungen, dann auch Medien überregional. Radio. TV. Magazine. Darunter auch der Kontakt zur BILD Zeitung, Büro Hannover. Die Kontakte zu den Redakteuren, Reportern und Journalisten gestaltete sich durchweg sehr angenehm. Richtig nette Gespräche waren das, tolle Kontakte ergaben sich. Auch mit dem Chefreporter von BILD Hannover. Und er kam auf die Idee, ob ich nicht als Betroffener und Pastor eine Kurzpredigt für die Osterausgabe schreiben wolle.

Im Rückblick

Faszinierend ist für mich jetzt im Rückblick, wie aus einer sehr unangenehmen, schwierigen und sogar bedrohlichen Situation, etwas besonderes werden kann. So geht mir das jetzt, wenn ich auf die letzten 7 Wochen zurückschaue. Und das ist auch das, was OSTERN mich lehrt. „Mach die Rechnung nicht ohne den Wirt“, pflegte mein Vater oft zu sagen. Römer 8,28 ist die christliche Erklärung der Idee hinter dem Spruch. Wer weiß, was aus dieser weltweiten Pandemie, mit allen Einschränkungen, noch werden wird. Lass mal den Schöpfer ran!

Hier die OSTER-KURZ-PREDIGT

Für die Leser von BILD – Hannover 👊😁. Hier auch online bie BILD zu lesen.

Ostern. Diesmal ganz anders! So war das nicht geplant. Alles ist geschlossen. Sogar die Kirchen. Abstand halten statt feiern? Das passt nicht zu Ostern. Trotzdem richtig. Diesmal.

An Ostern kommt zusammen, was zusammengehört: Gott und Mensch. Jesus hat an Ostern alle Hindernisse aus dem Weg geräumt. Barrieren, die uns von Gott und voneinander abgehalten haben. Ostern, das Fest des Lebens. Alles wird wieder blühen. Gott hat uns nicht vergessen. Auch jetzt nicht!

Okay, zugegeben: Karfreitag sah es nicht danach aus. Die Freunde von Jesus waren verzweifelt. Niedergeschlagen. Das brutale Ende: Jesus am Kreuz. Aus. Vorbei. Karsamstag: Bleierne Leere. Alle Hoffnung verschwunden. Kommt da noch was? Ändert sich das wieder? Stillstand! Ich selbst war gerade vier Wochen in häuslicher Quarantäne: Corona-Positiv. Warten. Das nervt! Aber was, wenn Warten eine Perspektive bekommt? Dann ändert sich alles! Zuversicht und Hoffnung stellen sich ein. Schon im Warten. Allerdings: Die Perspektive muss begründet sein. Oberflächlicher Optimismus hilft nicht weiter.

Gott gibt uns mit Ostern allen Grund zur Hoffnung. Für heute. In Corona-Zeiten. Und für immer. Und ewig. Am Kreuz hat Jesus alles besiegt was sich gegen uns stellt. Uns den Boden unter den Füßen wegzieht. Alle Hoffnung raubt. Weil Jesus Christus am dritten Tag auferstanden ist, besiegte er den letzten Feind der Menschheit: den Tod. Alle Schuld, alles Trennende wird beseitigt. Seit Ostern bahnt Hoffnung sich den Weg. Wie eine Blume im Asphalt. Das gibt Christen Hoffnung. Ziemlich viel Hoffnung.

Lothar Krauss

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
Dieser Beitrag wurde unter Gemeindebau, Lothars Leiterpost abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu OSTERPREDIGT IN DER BILD ZEITUNG

  1. Andreas Waldmann schreibt:

    Saucool!

    Was für ein weiser Blick, den Du da fürs Foto aufgelegt hast! 😊

    Viel Segen Dir und gute Besserung für Heike! Liebe Grüße Andi

  2. Diethelm Schulz schreibt:

    Einfach stark, wie Gott Dich gebraucht, das Evangelium gerade in dieser Zeit zu verkündigen! Weiter so!!!
    Herzliche Grüße und ein gesegnetes Osterfest
    Diethelm Schulz

  3. Willie schreibt:

    Lothar, du bist der Knaller…Gott setzt bei euch immer noch einen drauf!
    Ich lese und schmunzle, alle Daumen hoch!

  4. Tabea schreibt:

    Genial!!!!! Ich bin sprachlos!!!!! Und das ist erst der Anfang!

Kommentare sind geschlossen.