DER PASTORENBERUF KÖNNTE IN DER SACKGASSE ENDEN!

girl-2008962_1280»Der Pastorenberuf könnte in der Sackgasse enden!« Wirklich? Mit dieser These trat Wilf Gasser, Präsident der Ev. Allianz in der Schweiz und Förderer von Nachwuchskräften und Coach, vor den 200 Leitern evangelischer Verbände und Werke in Bern auf. Er beobachte bei jungen Pastoren eine gewisse Scheu die Verantwortung als Leiter einer Gemeinde zu übernehmen! Aber die Gemeinden würden genau diese Führungsfähigkeit ihrer Leiter im Alltag brauchen. Wo sieht er den Ansatzpunkt?

Kirchen brauchen Leiter!

Kirchen brauchen Leiter! Das kann man drehen und wenden wie man will!!! Und diese Leiter müssen immer wieder auch Phasen durchstehen, in denen sie – wenn nötig – als Einzelkämpfer den Weg vorangehen. Das erfordert Mut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen. Viele würden lieber im Team arbeiten sagt Gasser, was aber eben nicht immer so möglich ist. Vor allem, wenn man sich im Team verstecken will, statt Verantwortung zu übernehmen! Das führt mitunter zu schwierigen Situationen, wie der Coach sagt:

»Doch einige kommen dabei an ihre Grenzen. Wer aber aussteigen möchte, sei für eine Anstellung in der Wirtschaft oft schlecht vorbereitet, da die Erfahrungen als Pastor und Gemeindeleiter schwer zu vermitteln seien.«

Wo liegt der Ansatz für den nächsten Schritt?

Was tun, möchte man fragen? Der Experte sieht die Zukunft in der konsequenten Weiterbildung der Pastoren, die nebst fachlichem Wissen auch Charakter und Spiritualität umfasse. Beständig seine Kompetenzen erweitern, neue Horizonte entdecken und dadurch auf die Veränderungen, Entwicklungen und Herausforderungen vorbereitet sein. »Mehr tun können, als man aktuell tut!« Das gelingt nur mit einer lernbereiten Haltung, die bis ins hohe Alter bestehen bleiben muss.

Lebenslang lernen – lebenslang helfen!

hand-1917895_640Solche Führungskräfte der Kirche könnten Gemeinden, die in Krisen stecken, gerade auch nach ihrer Pensionierung helfen. Und in der Tat, solche Pastoren als Gemeindeberater, mit weitem Horizont, gutem Verständnis, reicher, reflektierter Erfahrung … Das könnte den vielen Gemeinden in Deutschland dienen, wenn sie sich in Konflikten verkanten, ihren Pastor und Verantwortliche in der Leitung verlieren, auf dem Weg der Erneuerung feststecken …

Learning Groups – Ergänzung zu klassischen Konferenzen u. Seminaren?

Auf der Tagung stellte Gasser auch den Ansatz der Learning Groups vor. Livenet.ch berichtet:

Gasser stellte daher auch die Idee von Lerngruppen vor mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Gemeinden und Verbänden, wobei sich eine gesunde Konkurrenz über die Verbandsgrenzen hinaus entwickeln könne. Gasser betonte dazu: «Konkurrenz ist gut in der Evangelisation, bei der Nachwuchsförderung aber ist sie schädlich.»

In der Diskussion berichtete Johannes Wirth, Leiter der GvC-Bewegung, über seine persönlichen Erfahrungen in einer Learning Group zusammen mit andern Führungspersonen. Er hat dazu auch Erfahrungen in England gesammelt, wo die Zusammenkünfte mit Gruppenarbeiten, Gesprächen und Coaching ergänzt werden.

Ist das ein nächster Schritt für unsere Kirchenszene?

Kirchenübergreifende Angebote, die nicht nur zur Förderung der eigenen Kirchenbewegung, sondern zur Entwicklung der ganzen Kirche von Jesus beitragen, tun auch in Deutschland not. Viele innovative Leiter suchen diese Möglichkeit in der internationalen Szene. Unsere Seminare, Fortbildungen und Kurse haben ihre Berechtigung. Doch ein nächster Schritt könnte sich andeuten. Das Leadership Network hat seit einiger Zeit auch in Europa ein Angebote geschaffen, die zunehmend auf Resonanz stößt. Eine Learning Community, geleitet von Nicola James und ausgerichtet von der Kings Gate Church, aber inhaltlich gestaltet von der Gateway Church in Texas, ist so ein Beispiel.

Zarte Pflänzchen …

Ich bin gespannt, wann der nächste Schritt in der deutschsprachigen Szene der Kirche kommt, die Leiter ermutigt, befähigt, qualifiziert und verbindet. Der Schweizer Leiter Johannes Wirth (GvC Bewegung – interessante Kirchenbewegung in der Schweiz!) startet mit Learning Groups. Denn es geht ja nicht um unser Reich. Es geht um sein Reich.

Von wem können wir lernen?

Das WORLD ECONOMIC FORUM hat ein das Programm der Nachwuchsförderung am Start (»Young Global Leaders«), indem viele spannende Ansätze zur Vernetzung und Entwicklung vorkommen. Ich werde es demnächst hier etwas beleuchten und reflektieren, was wir als Kirchen davon lernen können. Fest steht: Wir müssen den nächsten Schritt gehen, um fähige Leiter für die Kirche zu fördern.


gasserZUR PERSON WILF GASSER

Wilf Gasser (Willfried Gasser ist ein Schweizer Arzt und seit 2008 Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Zuvor war er von 2005 bis 2010 für die Evangelische Volkspartei im Grossen Rat des Kantons Bern.
Er ist als Unternehmensberater bei xpand Schweiz, als Sexualtherapeut, Supervisor und Coach tätig. Er ist seit 2008 Präsident der Schweizerischen Evangelischen Allianz und seit 2012 Associate Secretary General der Weltweiten Evangelischen Allianz. Daneben engagiert er sich in weiteren kirchlichen Gremien. Wilf Gasser gehört zum Leitungsteam der Vineyard Bern, zur Leiterkonferenz des Verbands Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz und ist Koordinator der MarriageWeek.ch der Deutschschweiz. Zuvor war er Präsident des Männerforums der deutschen Schweiz. Wilf Gasser ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

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