Gemeinschaft wirklich erleben … TEIL 2

Hier die weiteren Mythen über echte Gemeinschaft:

Mythos: Mehr klare Ziele – mehr Zugehörigkeit!

Manchmal ist ein gemeinsames Ziel eine gute Hilfe, um zueinander zu finden und miteinander unterwegs zu sein. Es können auch bedeutungsvolle Beziehungen entstehen.

Aber auch das ist kein Selbstgänger! Man kann miteinander in ganzer Überzeugung und Hingabe ein gemeinsames Ziel anstreben, und dabei wenig oder keine tiefe Zugehörigkeit und Beziehungen erleben. Einsam, inmitten einer Gruppe, eines Arbeitsteams oder einer Gemeinde!

Mythos: Mehr „Persönlichkeit“ – mehr Zughörigkeit!

Die Idee: Mancher ist eben eine entsprechende Persönlichkeit für Beziehungen (extrovertiert, kontaktfreudig …). Diese Typen haben es leichter Gemeinschaft zu finden und zu pflegen, sind beliebter, gefragter. Sie sind oft ein natürlicher „Mittelpunkt“ in einer Gruppe.

Der Fehler: Die Beurteilung findet anhand äußerlicher Kriterien statt. Leute können gut in einer Gruppe kommunizieren, beliebt sein, viele Kontakte haben und gleichzeitig keine tiefen Begegnungen erleben!

Mythos: Mehr Nähe – mehr Zugehörigkeit!

Die Idee: Als die Kultur noch nicht so mobil war, war die Gemeinschaft noch viel fester. Der Kontakt „über die Straße“, eben „vorbei schauen“ … hat tiefe Beziehungen erleichtert und ermöglicht.

Diese Idee ist gleichzeitig richtig und falsch. Sie ist auf jeden Fall auch kein Selbstläufer! Leute leben in einem Haus und haben doch keine Beziehung zueinander. Sitzen im gleichen Hauskreis jede Woche, finden aber keinen Kontakt außerhalb dieser Zeiten.

Mythos: Mehr Kleingruppen – mehr Zugehörigkeit!

Die Idee: Eine Gemeinde sagt – „Toll dass Du im GD bist, aber um echte, tiefe Gemeinschaft zu erfahren, echte Zugehörigkeit, musst Du Dich einer Kleingruppe anschließen.“

In Wahrheit schließen sich aber nur 30 – 60% der Gottesdienstbesucher dauerhaft einer kleinen Gruppe an! Warum? Weil das Versprechen, hier bedeutsame Beziehungen knüpfen zu können, nur zum Teil erfahren wird.

Einwurf: Die Suche eines Menschen nach tiefer Zugehörigkeit und Gemeinschaft ist komplexer, als sie ein Gruppenangebot mit sehr unterschiedlichen Personen stillen kann! Und nicht jeder will den Preis für offene, wertvolle und tiefe Beziehungen bezahlen. Es ist leichter von solchen Beziehungen zu träumen, sie einzufordern oder zu beklagen, dass sie nicht entstehen, als aktiv solche Beziehungen zu bauen. Diese Herausforderung kann nicht organisatorisch oder strukturell gelöst werden! Der Wechsel in eine kleine Gemeinde (oder in eine große Gemeinde), eine andere Gemeindeform (Hausgemeinde, Zellgemeinde …) oder in einen anderen Gemeindestil (charismatisch, evangelikal, traditionell …) ist daher nicht zwangsläufig eine echte Lösung!

Kleingruppen können einen Ansatz bieten aber unser Denken greift zu kurz, wenn Kleingruppen als solches zur Lösung hochgejubelt werden.

Was hilft aber nun, um wirkliche Gemeinschaft, bedeutungsvolle Beziehungen zu erleben? Können wir etwas tun? Ergibt sich das „von selbst“? Wird es nur bei einzelnen Zufallstreffern bleiben? Impulse dazu im nächsten Post.

Direkt zu den Teilen der Serie:  Teil 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 

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6 Antworten zu Gemeinschaft wirklich erleben … TEIL 2

  1. Andreas Timm schreibt:

    Danke, Lothar für diese Perspektive… manchmal tut die Entlarvung weh aber ist heilsam!

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