Steve Carter verlässt Willow Creek!

Eigentlich ist Sommerpause. Aber diese Meldung gehört zur Vollständigkeit der Berichterstattung zu Willow und Bill Hybels, daher ganz kurz: Steve Carter, einer der beiden Nachfolger von Bill Hybels hat mit sofortiger Wirkung Willow verlassen. Er war der leitende Lehrpastor der Gemeinde und gemeinsam mit Heather Larson, Nachfolger von Bill Hybels. Was ist passiert?

Neue Vorwürfe gegen Bill Hybels

Neue Vorwürfe gegen Bill Hybels, die am Sonntag in der New York Times veröffentlicht wurden, gaben den Ausschlag. Der Umgang der Leitung mit den Vorwürfen der letzten Monaten haben Steve Carter seit vielen Wochen bewegt und ihn letztlich zu dieser Entscheidung geführt. Er hat seine Kündigung schon vor einiger Zeit der Ältestenschaft angeboten. Der Umgang der Gemeindeleitung mit den Vorwürfen gegen Bill Hybels machen es für ihn unmöglich, weiter für Willow zu arbeiten.

  • Hier geht es zu seinem Blogeintrag, in der er seine Kündigung bekanntgibt.
  • Hier findet sich der Bericht der New York Times.
  • Hier ein Artikel des Daily Herald zur Kündigung.
  • Hier ein Artikel von Christianity Today zu den Vorwürfen und der Kündigung.
  • Hier der Artikel, den CHURCHLEADERS dazu veröffentlicht hat.
  • Hier eine Zusammenfassung des PRO MEDIENMAGAZIN.
  • Hier ein Interview mit Ulrich Eggers, 1. Vorsitzender von Willow Deutschland
  • Hier die Übersetzung der Erklärungen von Willow Creek, Heather Larson, WCA

Unabhängige Untersuchung wird eingeleitet!

Heather Larson, die leitende Pastorin von Willow, hat angekündigt, dass die Vorwürfe gegen Bill Hybels nun durch eine unabhängige Untersuchung aufgegriffen würden. Ein Beirat von christlichen Leitern aus dem ganzen Land wird eine unabhängige Untersuchung von Anschuldigungen gegen Bill Hybels beaufsichtigen. In der eMail an die Mitglieder von Willow sagte Heather, daß ihr Herz durch die neuesten Anklagen gegen Hybels „gebrochen“ ist. Mehr dazu in diesem Beitrag des Daily Herald.

WILLOW CREEK ASSOCIATION – BILL HYBELS

Tom De Vries hat ebenfalls eine Erklärung abgegeben, die hier zu lesen ist. Eine unabhängige Untersuchung der Verwürfe erfolgt, finanziert von einem anonymen Spender und beaufsichtigt von einem Aufsichtsrat (Berat …), der aus respektierten Leitern aus dem ganzen Land (USA) besteht. Willow hat keinen Einfluss auf deren Arbeit und das Ergebnis der Untersuchung.

Willow Creek Deutschland

Der geschäftsführende Vorstand von Willow Creek Deutschland um Ulrich Eggers hat am 7. August eine Stellung zu den aktuellen Vorgängen genommen. Hier ein Auszug:

»Wir sind zugleich beschämt und enttäuscht, dass es den Verantwortlichen der Gemeinde und Bill Hybels in den zurückliegenden Jahren bei allem Wissen um gute Leitung nicht gelungen ist, diesen Klärungsprozess selbst proaktiv herbeizuführen und so den Schaden für die weiterhin hervorragende Gemeinde- und Kongressarbeit aus eigener Kraft abzuwenden. In diesem Sinne bitten wir auch Bill Hybels, aktiv weitere eigene Schritte zu einer Klärung zu gehen und wo immer nötig Schuld einzugestehen und biblische Wege eines Neuanfangs zu suchen.«

Die ganze Stellungnahme ist hier einzusehen.

Weitere Beiträge zum Thema »WILLOW CREEK« auf dem Leiterblog finden sich hier.

Über lotharkrauss

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3 Antworten zu Steve Carter verlässt Willow Creek!

  1. Stephan schreibt:

    Seit gestern Montag ist es nun wohl für alle klar, wer in der Causa Hybels gelogen hat. Mit den neusten Vorwürfen von Bills früherer Assistentin und den damit verbundenen Zeugen, ist der Narrativ von Bill Hybels unwiderruflich erledigt. Ein schreckliches, jahrzehntelanges System der sexuellen Belästigung, der Vertuschung, des Machtmissbrauches, der Verleumdung und der fehlenden Rechenschaft eines autonomen Leiters entfaltet sich vor unseren Augen. Dabei ist es meiner Ansicht nach unsäglich und geradezu schmerzhaft mit anzusehen, wie die Leiterschaft von Willow Creek mit dem Fall Bill Hybels umgeht. Nachdem die Ankläger schon seit Jahren eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge forderten und dies von der Leiterschaft stets abgewehrt wurde, nachdem eben diese Leiterschaft sagte, es sei schon untersucht worden und man habe „nichts“ gefunden, nachdem diese Leiterschaft dann sagte, man werde sich beraten lassen und man werde jetzt alles untersuchen ohne genau zu sagen, was man machte, willigt man Monate, für manche gar Jahre danach unter Druck in eine unabhängige Untersuchung ein. Unfassbar! Schlimmer geht es fast gar nicht. Es bewegt mich. Die Art, wie Willow Creek und die Leitung des Global Leadership Summits damit umgehen, wird für Jahrzehnte ein Lehrbeispiel sein, wie man es gerade nicht machen sollte. Diese unsägliche Verteidigungsstrategie von Willow und WCA ist meiner Meinung nach aus dem Bestreben des Selbsterhalts motiviert und nicht nach dem Grundsatz, dass Wahrheit, Ehrlichkeit und Vertrauen in Gottes Versorgung unsere Leitplanken im Reich Gottes sein sollen. Im Bemühen die unbestrittenen Verdienste von Bill Hybels oder die Institution Willow zu schützen, beginnt man leider „menschliche“ Wege zu beschreiten, die gerade zur Zerstörung dessen führen, was man schützen will. Dabei führt doch Selbsterhalt geradezu regelmässig zum Verlust des Glaubens und Vertrauens. Anstatt zu vertrauen, dass niemand einem nehmen kann, was Gott einem gegeben hat, macht die Leitung von Willow und WCA auf Schadensbegrenzung, als wäre es das Wichtigste, dass Willow oder der Global Leadership Summit überlebt. Ist das wirklich das Wichtigste? In der Welt kann ich es verstehen. Da heisst es: „The show must go on.“ Aber im Reich Gottes? Müsste es da nicht gerade anders sein? Gott will es zwar mit mir machen, aber es geht auch ohne mich. Je mehr die Leiterschaft sowohl von Willow als auch WCA sich weigern, reinen Tisch zu machen und alle Dinge klar beim Namen zu nennen und Verantwortung zu übernehmen für sexuelle Belästigung, für ein regelrechtes System von Machtmissbrauch und für die Verleumdung von ehrlichen Menschen und das während Jahrzehnten, desto grösser wird der Schaden für alle sein. Zunehmend werden auch Willow Creek Deutschland und Schweiz in die Sache hineingezogen werden, weil sie zu schnell und zu bereitwillig waren, dem Narrativ von Bill Hybels Glauben zu schenken, dass die betreffenden Frauen gelogen und sich gegen Bill verschworen hätten, als eigentlich schon lange klar wurde, dass dem gar nicht so sein kann. Ein starkes Zeichen der Leiterschaft und der Verantwortung wäre es nun, den Global Leadership Summit 2018 auszusetzen, bis die Dinge geklärt sind, die man ja jetzt untersucht haben will. Denn wie kann man redlich über gute Leiterschaft sprechen, wenn sich zeigt, dass die gepredigten Prinzipien in einem toxischen System entstanden sind und sie den Stresstest von guter Leiterschaft so deutlich nicht bestehen. Diese unbehandelten Fragen und Probleme werden zur dauernden Belastung werden. Leider ist zu befürchten, dass dies nicht geschehen wird, weil der Instinkt zum Selbsterhalt oftmals stärker ist als das Vertrauen in Gottes Treue bei redlicher Selbstaufgabe. Wir werden sehen…

    • lotharkrauss schreibt:

      Wo haben wir von Willow Deutschland zu schnell dem „Narrativ von Bill Hybels“ Glauben geschenkt?

      • Stephan schreibt:

        Das muss sicherlich Willow Creek Deutschland für sich beurteilen. Ich für mich bei meiner Aussage zum Beispiel an Stellungnahmen wie „und jetzt?“ von Karl-Heinz Zimmer und Ulrich Eggers auf der Homepage von Willow Creek, wo Sätze drin stehen, die eher die abwehrende und verteidigende Linie von Willow und Bill Hybels aufnehmen und den Sachverhalt wenn nicht verharmlosen, dann doch stark relativieren. Zum Teil wird die Argumentation von Hybels paraphrasiert. Eine neutrale Haltung für mich wäre gewesen, zu sagen, das ist eine schwerwiegende Sache, lasst uns den Sachverhalt lückenlos aufklären, damit die Wahrheit ans Licht kommt und Gerechtigkeit geschehen kann, wen immer es auch betrifft. Ich meine Sätze wie „Vieles hat Bill ja vollkommen überrascht, jedenfalls die Art der Vorwürfe und dass einige gleich über die Presse erhoben wurden.“ Dabei war doch von Anfang an klar und auch deutliche Aussage der Kläger, dass sie den internen Weg über Jahre versucht hatten. Oder Sätze wie „Sicher, er hat in seiner Rücktrittserklärung geäußert, dass er sich selbst durch unweise Entscheidungen in kompromittierende Situationen gebracht hat und dass er eine Zeit der Reflexion und Besinnung braucht. Dazu wünsche ich ihm Gottes Beistand und die Begleitung durch aufrichtig-barmherzige Menschen.“, die von sehr viel Verständnis und Empathie für Bill zeugen, aber sehr wenig Verständnis für die Frauen aufbringen. Oder aber Sätze wie „einige der anklagenden Frauen sind ja gekündigte Mitarbeiterinnen, die nicht immer im Frieden gegangen sind,“ was ja nur vom Hören Sagen bekannt sein kann und den Frauen nieder Motive unterstellt. An keiner Stelle wird in dieser Stellungnahme deutlich, dass man sich mit ehemaligen „gekündigten“ Mitarbeiterinnen in Verbindung gesetzt hat, die man ja gut kennen sollte, um von ihnen direkt zu hören. In der Stellungnahme wird eine kritische Distanz zu den Frauen durchaus deutlich, nicht aber eine kritische Distanz zu Bill Hybels. Erste Risse in Bills Narrativ waren aber früh erkennbar. Dass er lügen könnte, wird in der Stellungnahme nicht wirklich in Betracht gezogen. Dabei hätte einem die blosse Statistik durchaus weiterhelfen können. Es mag ja durchaus ab und an vorkommen, dass Chefs von einzelnen Personen falscher Dinge beschuldigt werden. Dafür gibt es Beispiele. Dass aber eine ganze Reihe von Frauen, die sich nicht kannten, den gleichen Chef ähnlicher Dinge bezichtigen, das kommt doch äußerst selten vor. Viel öfters kommt es vor, dass grosse Leiter über ihre sexuellen Bedürfnisse stolpern, wie wir in der Vergangenheit wiederholt erleben konnten. Das wird in der Stellungnahme nirgends erwähnt. Es steht nicht Wort gegen Wort. Es steht Wort gegen eine ganze Reihe von Zeugnissen. Der Reflex sich automatisch hinter diese grosse gesegnete Persönlichkeit stellen zu wollen ist durchaus verständlich, aber nicht sehr weise und für mich auch nicht jesusmässig. Eigentlich sollten wir uns doch hinter die Wahrheit und die Schwachen und Geschundenen stellen. Ich schätze die Arbeit von Ulrich Eggers und auch die von Willow, aber wir sollten nicht aus Verbundenheit, uns blenden lassen. Auch in der Bibel enden die meisten Leiter nicht gut. Deshalb ist es wichtig, aus all diesen Dingen zu lernen, meine ich.

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