15.000 beim Bundescamp | Eine hohe Verantwortung für die Leiter!

Bundescamp RR 2

15.000 junge Leute kommen auf das Bundescamp vom 8. – 15. August 2014 nach Neufrankenroda. Die verantwortlichen Leiter der Royal Rangers Deutschland haben viele Monate, eigentlich Jahre, das Camp vorbereitet. Hunderte von freiwilligen Helfern engagieren sich, um das Bundescamp möglich zu machen. Es gehört zu den größten Pfadfindertreffen der Geschichte. Doch es könnte auch im Leben einzelner Menschen Geschichte schreiben, die sie ein Leben lang begleiten wird. Welche kritische Rolle spielt Führung & Leitung dabei? 

Undenkbar, ohne Leitung!

Ohne Führung wäre das Bundescamp nicht möglich geworden. Die klare Vision! Eine überzeugende Strategie! Der konkrete Plan! Das funktionierende Team das so geleitet wird, damit die ehrenamtlichen und hauptberuflichen Fachleute konstruktiv zusammenarbeiten! Die Organisation, die alle Abläufe zusammenbringt und überschaut! Unzählige Details, über die sich im Vorfeld Verantwortliche Gedanken gemacht und dafür Pläne geschmiedet haben. Man ist fast überwältigt, erschlagen, wenn man in die Tiefe so einer Planung eintaucht. Alles das würde nur eine tolle Idee bleiben, ohne Leitung! Da beißt keine Maus den Faden ab! Auf dem YouTube Kanal der Rangers kann man so manches miterleben. Hier ein erstes Video, das richtig gut gemacht ist!

Menschen leiten – die hohe Kunst!

Die „Premiumrolle“ der Leiter und Leiterinnen liegt aber nicht in der Vision, Strategie, Teambildung, Organisation …, obwohl es ohne diese Anteile das Camp nicht geben würde! Die „Premiumrolle“ kommt in den nächsten Tagen erst so richtig zur Geltung: Die hohe Verantwortung für Menschen! Der bleibende Eindruck bei den Teilnehmern wird vor allem von den Begegnungen, Gesprächen … und Vorbildern der Verantwortlichen auf allen Ebenen geprägt. In den kleinen Gruppen und auf der großen Bühne. Führung hängt immer mit dem authentischen Vorbild zusammen.

Den Glauben authentisch vorleben und weitergeben …

Ganz kritisch ist die inhaltliche Seite der authentischen Vermittlung des Glaubens! Neben dem tollen Erleben auf so einem Mega Camp, den Freundschaften die dabei entstehen, den Spaß den man hat … soll der Glaube erlebt und weitergegeben werden. Das ist Christen wichtig, sie stehen für Inhalte, haben einen Auftrag diese guten Nachrichten von Jesus Christus (Evangelium) weiterzugeben (Matthäus 28,19f). Gelingt das?

Ich glaube nicht mehr …

Katy Perry

Das gelingt der christlichen Gemeinschaft nicht immer. Leider! Viele verlassen den Glauben, trotz solcher tollen Möglichkeiten wie die des Bundescamp’s 2014! Das ist in allen Kulturen so, auch in der westlichen Welt. Eine der prominentesten international bekannten Aussteigerinnen ist Katy Perry, eine Pastorentochter. In einem Interview sagte sie neulich, dass sie nicht mehr an „Himmel und Hölle“ glaubt, dass da „ein alter Mann auf dem Thron sitzt“. Warum ist sie gescheitert im Glauben, warum scheitern junge Leute im Glauben? Eine deutsche Untersuchung hat das Institut Empirica vorgelegt. Das dazugehörige Buch habe ich hier vorgestellt.

Das Barna-Institut geht der Frage im US-amerikanischen Kontext seit Jahren im Detail nach. Dale Hudson hat die aktuellen Einsichten – zugespitzt auf Kinder von Pfarrern u. Pastoren, den PKs –  hier beschrieben. Einige Auszüge poste ich hier, die Verantwortliche im Nachdenken anregen können:

(Pastoren)kinder verlassen den Glauben …

  • 40% der Kinder der Kids gehen durch eine Phase, in der sie ernsthaft den Glauben hinterfragen
  • 33% verlassen die Kirche
  • 7% bezeichnen sich nicht mehr als Christen

Warum? Meinungen von Pastoren dazu …

  • 28% meinen, dass sie mit unrealistischen Erwartungen konfrontiert wurden
  • 18% haben negative Erfahrungen mit der Kirche gemacht
  • 17% denken, dass die Eltern zu engagiert in der Kirche waren und zu wenig Zeit für die Kinder hatten
  • 14% sagen, dass der Glaube Zuhause nicht vorgelebt wurde
  • 9% vermuten, dass sie von ihren Freunden und Cliquen weggezogen wurden

Was Pastoren heute anders machen würden …

  • 42% sagen, sie würden mehr Zeit für ihre Kids investieren
  • 8% sagen, sie würden versuchen verständnisvoller zu sein
  • 5% sagen, sie würden mehr Bibelverständnis u. Lehre geben
  • 19% sagen, sie hätten sich nichts vorzuwerfen. Sie würden nichts anders machen

US Statistiken! Nicht einfach auf unsere Situation zu übertragen!!! Aber sicher eine Anregung. Helfen wir jungen Menschen in ihren Kämpfen, auch den Glaubenskämpfen? Schaffen wir Räume, in denen sie sein können? In denen sie Liebe und Annahme erfahren, ernsthafte Fragen diskutieren, mit ihren Zweifeln ausgehalten werden und erwünscht bleiben?

Die wertvolle Verantwortung von Führungskräften!

Zurück zum Bundescamp: Es ist eine geniale Gelegenheit, dass junge Menschen Gott erfahren und die liebevolle Begleitung erleben. Wo sie mit ihren Fragen und Zweifeln verstanden, begleitet und gestärkt werden. Manchmal muss man die jungen Leute einfach nur aushalten und Freund bleiben. Das könnte das Bundescamp fördern. Wäre doch super, dass wenn neben genialer Erfahrungen im Glauben auch dieser Raum entsteht. Durch die christlichen Leiter und Leiterinnen eröffnet.

Aber nicht nur auf dem Bundescamp. Sondern auch im Alltag des christlichen Lebens in Kirchen und Gemeinden.

Dass es auf dem Bundescamp gelingen kann, davon berichtete sogar der MDR. Leider stand der Beitrag nur eine Woche im Netz 😦

Bilder: Michael Richter, Churchleaders

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