Menschen mit Format | 5 | BERUFUNG! Der Plan für unser Leben …

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Gottes Berufungen sind offene Fragen – angewiesen auf eine Antwort unsererseits. Gott bittet regelrecht um Mithilfe. Er bietet uns die Zusammenarbeit an, er braucht uns für seine Pläne und ist dabei auf unsere Hingabe angewiesen. Wir sind seine beste Lösung – eine andere möchte er nicht!

Ein falsches Gottesbild? – Ein falsches Berufungsbild?

Vielleicht denken wir manchmal zu „allmächtig“ von Gott und damit viel zu abstrakt. Die Wahrheit ist jedoch: Gott kann seine Pläne mit der Menschheit tatsächlich nur verwirklichen, sofern er Partner dazu findet: „Die Augen des Herrn durchstreifen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.“ (2.Chr 16,9 | Schlachter) Gottes Reich ist eine „Firma“, die weltweit offene Stellen anbietet.

Gott will auf dieser Erde ständig Gutes tun!

Ständig ist der himmlische Arbeitgeber in allen Nationen auf der Suche nach geeigneten „Geschäftspartnern“, die seine Anliegen begreifen! Wie viele sind nicht „ungeteilten Herzens“ und deshalb ungeeignet? Wie viele sagen nicht: „Hier bin ich!“ und entziehen sich dadurch Gottes Auftrag? Ständig will Gott dieser geschundenen Erde Gutes tun, begrenzt ist er einzig und allein durch den Mangel an Mitarbeitern!

Unser Bestes geben – aus Dankbarkeit

Praktisch jeder macht in seinem Leben die Erfahrung, irgendwo angestellt zu sein und für einen „Höheren“ zu arbeiten. Je nach Unternehmenskultur fühlen wir uns dabei wertgeschätzt oder missachtet, wir werden bevormundet oder können uns entfalten. Doch nicht jeder macht die Erfahrung einer „Berufung“: Wenn Menschen auf uns aufmerksam werden und uns vertrauen, werden wir in eine Position oder ein Gremium berufen. Jede Berufung setzt einen Größeren voraus, der uns entdeckt, an uns glaubt und sich hinter uns stellt.

Berufung bedeutet Rückendeckung und Verantwortung

Berufungen bedeuten Rückendeckung, bringen aber auch die Verantwortung mit sich, bestimmte Erwartungen nicht zu enttäuschen. Der Vertrauensvorschuss nimmt uns in die Pflicht! Wenn dies Menschen gegenüber gilt, wie viel mehr in unserem Verhältnis zu Gott: Er vertraut uns, macht uns zu Teilhabern seiner Pläne und stellt uns Menschen an die Seite! Gottes Berufung zur Partnerschaft ist begründet in seiner Freundschaft mit uns: „Der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe“, sagte Jesus von seinen Jüngern (Joh 15,15 | EÜ).

Partner, Diener oder Sklave?

Scheinbar im Gegensatz zu dieser Aussage lesen wir bei Paulus immer wieder, dass er sich selbst als „Diener“ Gottes (griechisch diakonos) bezeichnete, ja sogar als einen „Sklaven“ von Christus (doulos; 1.Kor 3,5; 4,1; Röm 1,1). Mit dieser Bezeichnung wusste er genau, dass er sich in der damaligen Gesellschaftsordnung auf die unterste Stufe stellte. Seit der Begegnung mit dem Auferstandenen hatte der Apostel alles Karrierestreben hinter sich gelassen; er wollte nur noch Eigentum seines Herrn sein! Er wusste, wer die wahre „Nummer Eins“ war, und das machte ihn frei zu dienen. Doch anders als viele Sklaven im Römischen Reich arbeitete er nicht für einen Despoten, sondern für einen einzigartigen Herrn, der selbst in der „Gestalt eines Knechtes“ kam und sein Leben aus Liebe verschenkte (Phil 1,1; 2,7). In seiner Beziehung zu Jesus war Paulus von freiwilliger Hingabe und tiefer Dankbarkeit geprägt. Dabei war er ungeheuer fleißig, doch weder aus Furcht noch aus Ehrgeiz. Paulus wusste sich geliebt von Gott und wollte ihm im Leben und im Sterben Ehre bereiten: „Ich habe mehr gearbeitet als sie alle …“ Doch auf welcher Grundlage? „… jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist“! (1.Kor 15,10 | Schlachter)

Getrieben oder berufen?

Mit diesem Buchtitel legt Gordon MacDonald den Christen unserer Generation eine brennende Frage ans Herz: „Sind wir getriebene Menschen, hin- und her geworfen durch die Stürme unserer Zeit, dazu gezwungen, sich anzupassen oder sich zu behaupten? Oder sind wir berufene Menschen, Empfänger des barmherzigen Wirkens Christi, wenn er verspricht, aus uns etwas zu machen?“[1] Obwohl Jesus die Menschen seiner Umgebung ohne Ansehen der Person liebte, hielt er doch Ausschau nach jenen, die ohne Vorbehalt „bereit waren, sich berufen zu lassen“. Dagegen mied er diejenigen, „die getrieben waren“ und ihn für eigene Interessen benutzen wollten. „Berufene Männer und Frauen können von den merkwürdigsten Hintergründen kommen und die erstaunlichsten Gaben besitzen. Sie können ohne Wertschätzung, unbeachtet und ungelehrt sein.“ Jesus erwählte eigentliche durchschnittliche Menschen, dennoch schrieben sie Geschichte, weil sie „der einladenden Hand des rufenden Vaters“ folgten. „Getriebene Menschen betrachten diese Gaben als ihr Eigentum; Berufene tun dies nicht. Wenn getriebene Menschen etwas verlieren, ist es eine Katastrophe. Wenn berufene Menschen etwas verlieren, ändert das nichts. Ihre Verborgene Welt wird dadurch nicht erschüttert, sondern vielleicht sogar gestärkt.“[2]

Karrierepläne oder Antwort?

Sind wir getrieben oder berufen? Ist unser Leben von Sorge um die eigene Karriere bestimmt, von Selbstverwirklichung und Ehrgeiz, von Konkurrenz und Rivalität? Oder ist es eine Antwort auf den Ruf, den Gott auf unser Leben gelegt hat? Natürlich sollten Christen auch Leistungsträger sein, sich durch Kompetenz und Qualität in ihrer Arbeit auszeichnen. Doch ihr Innenleben kann eine gewisse Unabhängigkeit von äußerem Erfolg oder Misserfolg erreichen: „Ich habe euch Freunde genannt! … Der Vater hat euch lieb!“ (Joh 15,15; 16,27) Tragen wir diese Gewissheit im Herzen? Gründet unsere wahre Identität in dieser Liebe des Vaters? MacDonald spricht von unserem „inneren Garten“: Wenn der gut „bestellt ist und der Geist Gottes gegenwärtig ist, gibt es eine gute Ernte.“[3]

[1] Gordon MacDonald, Getrieben oder berufen – Ordne dein Leben, Hochheim (1984), S. 13
[2] Ebendort, S. 30-31, 54-55
[3] Ebendort, S. 120
Titelfoto: (c) Lothar Krauss
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Swen Schönheit
Swen Schönheit ist seit 1989 Pfarrer an der Apostel-Petrus-Gemeinde im Märkischen Viertel in Berlin. Als Gründungsmitglied des Netzwerks „Gemeinsam für Berlin“ engagiert er sich seit vielen Jahren für die Einheit der Christen in der Stadt und die Förderung jüngerer Leiter. Seit November 2012 ist Swen Schönheit mit einer viertel Pfarrstelle bei der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung Deutschland als theologischer Referent tätig. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern.
Buchcover
Menschen mit Format, Leiten lernen von Jesus, Swen Schönheit, Asaph-Verlag, 320 S., € 17,95 | eBook: € 14,95
Die Kurzrezi zu “Menschen mit Format” auf dem Leiterblog gibt es hier.

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