Fehler, die Christen als Führungskräfte machen – aber vermeiden sollten! | Teil 3

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Stolz statt Demut

„Stolz ist der größte Feind und Demut ist unser größter Freund.“ – John Stott

„Vor dem Verderben kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall.“ Sprüche 16,18

„Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und „ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen“ – Jesus

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Stolz ist ein Thema, mit dem alle Leiter kämpfen. Vermutlich jeder Mensch. Nicht immer ist der Stolz offensichtlich, zuweilen tritt er mit der Maske „Selbstmitleid“, „Minderwertigkeit“, „Demut“, „Verletzung“ (verletztem Stolz) … auf. Der dritte große Fehler, den Führungskräfte begehen können ist zuzulassen, dass Stolz an die Stelle von Demut rückt. Dave Kraft meint, dass es für Leiter richtig schwierig ist, Stolz im eigenen Leben zu erkennen. Offen und ehrlich mit dieser falschen Lebenshaltung als Leiter umzugehen sei fast noch schwieriger! Stolz versteckt sich geschickt und taucht gerne dann auf, wenn ein Leiter Erfolg hat.

Jim Collins, (früherer Stanford Professor, Autor und Experte für Managementforschung), hat in seinen wissenschaftlich Untersuchungen diesen Punkt in ehemals erfolgreichen Unternehmen als Stufe 1 des Niedergangs ausgemacht. In seinem Buch „How The Mighty Fall“ stellt er die Ergebnisse genauer vor. Eine Zusammenfassung der 5 Stufen des Niedergangs hat er hier veröffentlicht. Hier findet ihr ein Video, in dem Collins die Stufen des Niedergangs erläutert.

Die erste Stufe des Niedergangs ist folgender Fehler der Führungskräfte:

Stufe 1: „Hybris geboren aus Erfolg.“

Hybris meint Vermessenheit und Selbstüberschätzung. Anders gesagt: der Erfolg berauscht. Man fühlt sich unverwundbar, im Recht, auf der Erfolgsspur. Man hat es verdient, denkt man. Das führt zu Arroganz und Stolz. Man wird wichtig, bedeutend.

Collins macht auch klar, dass Demut immer mit MUT, PASSION, VISION … zu tun hat. Demut ist eine starke Haltung, die zu einer starken Leitung, klaren Meinungen, Initiativen und Konsequenzen führt! Ist das unser Bild von Demut? Wir sind also herausgefordert zu klären, wo der Unterschied von Demut und Stolz genau liegt. Sicher ist das im Leben von Jesus sehr anschaulich und unverfälscht zu studieren!

Wir halten also fest: Stolz ist ein dickes Problem, auch in der Wirtschaft!

Christen sind gewarnt!

Das wissen Christen seit vielen Jahrhunderten aus den Schriften der Bibel. Gott ermahnt seine Leute immerzu. Was aber nicht bedeutet, dass wir christlichen Leiter deshalb immun gegenüber Stolz sind. Im Gegenteil, es ist eine der schwierigen Anfechtungen, durch die gerade junge, erfolgreiche Leiter gehen, schreibt Kraft. Gemeinden und christlichen Organisationen stehen vor einer großen Versuchung: Wenn sie fähige Mitarbeiter und Leiter suchen, könnten sie das „falsche Auge“ zudrücken: „Kompetenz triumphiert dann über den Charakter“, lesen wir bei Kraft. Menschen mit tollen Kompetenzen können einen so beeindrucken, dass man diesen Fehler begeht! Oder der Mangel in der Gemeinde, Organisation, Firma … verleitet dazu. Fähige, aber charakterlich nicht solide Leiter kommen in den „Fahrersitz“. Sie werden der Versuchung der Macht und des Stolzes schneller auf den Leim gehen. Das ist klar, und nach Collins wissenschaftlich zu belegen.

Mir sind einige Situationen noch ganz lebendig vor Augen, wo ich durch die Kompetenz eines Mitarbeiters und Leiters (auf Gemeindeebene, regional und bundesweit im BFP) mich habe so blenden lassen, dass ich das charakterliche Defizit übersah (oder übersehen wollte?). Aber das wird sich auf kurz oder lang rächen, immer!

Was kann uns helfen, nicht in diese Falle zu treten?

Sobald ein solider Leiter diese Gefahr ausmacht beginnt er nach Maßnahmen Ausschau zu halten, die ihn schützen können. Dave Kraft schlägt uns wertvolle Prinzipien und Praktiken dazu vor, von denen ich zwei hier kurz erwähne:

  1. Geistliche Übungen, die uns in Demut trainieren. Zur Vertiefung empfehle ich das Buch von Gary Thomas: „Die Kraft der unscheinbaren Kleinigkeiten“
  2. Christuszentriertes Leben. Die eigene Identität und Gewissheit in Christus finden. Mit den Gaben und Grenzen zuversichtlich leben lernen im Wissen, dass Gott mich gemacht hat, liebt und mein Leben lenkt. Das ist ein starker Punkt auch in der Frage der Konkurrenz. Gerade wenn Leute in meiner Umgebung erfolgreicher sind wie ich.

Zum weiteren Nachdenken …

  1. Frage Leute aus deinem engen Umfeld wo sie Stolz und wo sie Demut in deinem Leben sehen.
  2. Kläre für Dich, in wie fern die Zuversicht in Gott mit Stolz verwechselt werden kann und umgekehrt. Wie klärst Du das für Dich? Wie ist es bei Dir?
  3. Wem gegenüber bekennst Du Deinen Stolz und lädst ihn in Deinen Leben ein, Dich besonders an diesem Punkt zu begleiten?
  4. Warum hat Gott so ein Problem mit unserem Stolz?
  5. Gibt es stolze Leute in Deinem (beruflichen, gemeindlichen, familieren …) Umfeld? Wie könntest Du helfen, dass diese Haltung erkannt, durchbrochen und über Buße und Umkehr zur Demut erneuert wird?

 

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