Am Ende der Auszeit …

In diesem Jahr bin ich nun 25 Jahre hauptamtlich in der Kirche, der Gemeinde, dem Reich Gottes … – oder wie immer man dazu sagt – tätig. Und nun hatte ich für fast drei Monate eine Auszeit, die eine Studien- und Urlaubszeit gewesen ist. Es war eine sehr gute Zeit, anders kann ich es nicht sagen. Die Einsichten werden in den nächsten Monaten bestimmt auf unterschiedliche Art im Blog erkennbar werden. Aber zuerst ist eine Phase der Reflexion, der Diskussion und Auswertung nötig. Das braucht Zeit. So reift ein wertvoller „Tropfen“. Ein paar Stichworte will ich aber mal in diesem Eintrag schreiben, worum es mir inhaltlich ging und was der Rahmen war. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen Blogleser.

Fragen, die mich beschäftigen …

  • Spannungsfeld: Beruf – Familie – Gemeinde. Wie (er)leben engagierte, hingegebene und verantwortungsbewusste Christen dieses Spannungsfeld?
  • Jüngerschaft: Wie prägt das Evangelium wirklich Menschen in der westlichen Welt. Besonders auch die Generation der „Millennialls“, „Digital Natives“, Generation Y …, oder welche Namen diese Generation noch trägt. Unsere Welt ist in einem rasanten Wandel. Was bedeutet das für unseren Auftrag aus Matthäus 28,19?
  • Gemeinde: Wie sieht die Gemeinde der Zukunft aus, die sowohl ihrer Identität als auch ihrer Bestimmung treu bleibt und relevant in der Kultur lebt? Soll sie sich „atractional“ oder „missional“ verstehen und sein? Oder „atractional“ und „missional“?
  • Gesellschaft: Gibt es in unserer Kultur die EINE Gesellschaft, die EINE Art zu leben, zu fühlen, zu denken, zu bewerten …, oder splittet sie sich in Milieus auf? Wenn ja, in welche? Was ist die Realität um uns konkret? Was bedeutet das alles für uns Christen? Was für die Ortsgemeinde, den Gemeindeverband, die Kirche in der Region?
  • Gemeinden die prägen: Welches sind „Trendgemeinden“ der westlichen Welt die uns in Deutschland prägen, faszinieren und begeistern? Denen wir jetzt nacheifern, oder demnächst? Geben sie eine Richtung vor die von allgemeiner Bedeutung ist, oder verengen sie uns auf ungute Art und verhindern sogar die Erfüllung des Auftrages in unserem Land? Können wir von ihnen lernen, oder schaffen wir uns durch ihren Einfluss ein Gemeindeleben, das an unserer Wirklichkeit vorbei geht? Eine Subkultur, die wir als „umfassendere“ Realität missverstehen und die uns effektiv „unfruchtbar“ im Blick auf Suchende unserer Gesellschaft macht, obwohl sie uns gut gefällt?
  • Was in Deutschland nicht gehen wird: Bei allen faszinierenden und guten Erfahrungen, Beispielen, Persönlichkeiten … bleibt immer auch die Frage, was zu uns passt, vergleichbare Voraussetzungen mitbringt … und was eben nicht. Was wird in Deutschland so zur Zeit nicht zünden (ganz egal wie sehr es uns begeistert), weil unsere Situation eine andere ist? Diese Frage war bei allen anderen Fragen immer in meinen Gedanken und sehr wichtig für mich. Tatsächlich sehe ich heute in dieser Frage viel klarer, als noch vor meiner Reise!

Was ich unternommen habe …

Mit diesen Fragen im Hinterkopf bin ich durch 8 Länder gekommen, bin ca. 70 Leiter begegnet, habe 12 tiefe „behind the scenes“ Gespräche mit innovativen, erfahrenen u. jungen Leitern geführt, 20 Gemeinden u. Organisationen kennen gelernt, mehr als ein Dutzend begleitende Bücher dazu gelesen, tolle Natur erlebt, den Horizont erweitert bekommen, faszinierende Leute in unterschiedlichen Kulturen kennen gelernt, die Seele baumeln lassen, diese besondere Zeit mit meiner Frau genossen, viele wunderbare Gottesdienste erlebt, leckeres Essen gehabt … Heike und ich waren fasziniert davon, welche Türen Gott öffnete und welche Kontakte entstanden sind. „Nicht zu fassen!“, haben wir oft zueinander gesagt.

Am schönsten war es, mit Christen unterschiedlicher Prägung die Gemeinsamkeit des Glaubens zu feiern, Gott anzubeten und Gemeinschaft zu genießen!

Der Rat für Leiter …

Vor Jahren hörte ich Bill Hybels einmal sagen, dass wenn Leiter vorankommen wollen, sie unbedingt viel lesen und reisen sollten. Ich kann diesem Rat nur zustimmen. Und jeden Leiter ermuntern seinen Sparstrumpf zu killen und den Horizont zu erweitern. Bei mir hat es nun 18 Jahre wieder gedauert, seit meiner letzten großen u. langen Reise. Aber der Input von 1995 hat ja auch lange vorgehalten. Mal sehen, wie es in dieser Runde ist …

Bis bald dann. Im Blog oder persönlich.

Euer Lothar

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7 Antworten zu Am Ende der Auszeit …

  1. Kai Flottmann schreibt:

    Hallo Lothar,
    freut mich dass du eine so inspirierende Zeit erlebt hast. Ich bin gespannt mehr zu hören!
    LG
    Kai

  2. Bernhard Röckle schreibt:

    Lieber Lothar, besonders dieser Aspekt interessiert mich: Was in Deutschland nicht gehen wird: Bei allen faszinierenden und guten Erfahrungen, Beispielen, Persönlichkeiten … bleibt immer auch die Frage, was zu uns passt, vergleichbare Voraussetzungen mitbringt … und was eben nicht. Was wird in Deutschland so zur Zeit nicht zünden (ganz egal wie sehr es uns begeistert), weil unsere Situation eine andere ist? Diese Frage war bei allen anderen Fragen immer in meinen Gedanken und sehr wichtig für mich. Tatsächlich sehe ich heute viel klarer als noch vor meiner Reise!

    Bin gespannt auf deine Erkenntnisse.

    Und dann auch auf den Gegenpol – was in Deutschland gehen wird. Da seid ihr ja in Esslingen in einer gewissen Weise auch Trendsetter!

  3. Wiltrud Hauser schreibt:

    Hallo Lothar,
    Ich bin soooo gespannt auf deinen Reisebericht, wir haben dich/euch vermisst!!

    Willie

  4. Johannes Geßner schreibt:

    Hallo Lothar,

    freut mich, dass ihr wieder gut in Deutschland angekommen seid! Ich bin sehr gespannt über deine Erfahrungen die du gesammelt hast.
    Freue mich auf deine kommenden Blogeinträge!

  5. Michael Richter schreibt:

    Hallo Lothar,
    schön das ihr wieder da seit.
    Freue mich auf die Berichte und die Umsetzung.

    Michael

  6. Pingback: Was ich von relevanten Gemeinden gelernt habe … | Teil 1 | Esslinger Leiterforum

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