Heute, am 20. Februar, verabschieden wir uns von Heike – für eine Zeit.
Am 31. Januar ist sie in ihre Heimat bei Gott zurückgekehrt. Als Familie, Freunde und Wegbegleiter mussten wir sie loslassen. Für mich ist das alles andere als leicht.

Heike hat über die Jahre immer wieder geschrieben. Ein zentrales Thema ihres Lebens war es, die Stimme Gottes zu hören – und den Mut zu haben, ungewöhnliche Schritte zu gehen. Das gehörte zu ihrem geistlichen Profil.

Für AufAtmen hat sie einmal einen Artikel genau über diese Erfahrung verfasst.

Ich teile ihn heute hier – als Inspiration für alle, die sich danach sehnen, Gottes Stimme wahrzunehmen und sich vom Heiligen Geist führen zu lassen.

Es passiert.

Es passiert mir immer wieder.

„Heike, wie ist das mit dir und Gottes Stimme hören?“ fragte mich mein Mann neulich. Ihm fiel auf, dass ich eine recht hohe Trefferquote besitze. Treffer meint, ich habe einen Impuls, eine innere Wahrnehmung und die setzt mich in Bewegung. Oft bin ich mir sehr sicher, dass das, was ich gerade denke, ein besonderer Gedanke von Gott ist. Manchmal weiß ich etwas, das ich eigentlich nicht wissen kann. Zum Beispiel in einem Fall von häuslicher Gewalt, der wegen einer spontanen Bemerkung von mir ans Licht kommt.

Ich habe viele besondere Geschichten dieser Art erlebt.

  • Gottes Stimme hören im Gebet

Ich bekomme am späten Abend den Impuls für eine Person zu beten, die in einer schwierigen Entscheidungssituation steht. Sie entscheidet sich tatsächlich falsch und überlegt es sich dann aber plötzlich anders. Das Besondere: die Wende ist exakt um die Uhrzeit meines Gebetes.

  • Gottes Stimme hören während der Wohnungssuche 

Mein Mann und ich suchen dringend eine Wohnung. Wir ziehen an einen anderen Ort. Der Umzugstermin ist schon bald und der Wohnraum dort knapp. Die üblichen Suchwege verlaufen erfolglos. Ich habe als letzte Möglichkeit noch die vage Information bekommen, dass dort ein einzelner Mann sehr viele Immobilien besitzt. Aber ich weiß den genauen Namen nicht. An einem Samstag bekomme ich den Impuls mit dem Auto an diesen Ort zu fahren. Ich halte vor einem Supermarkt und frage einen vorbeigehenden Passanten nach diesem Mann. Er ist es selbst und ich bekomme auf diesem Weg eine Wohnung.

  • Gottes Stimme hören im Alltag

Eine Freundin, die mit einer schwierigen Diagnose im Krankenhaus liegt betet: „Herr, lass doch Heike, die 200 km entfernt ist, von nichts weiß und viel um die Ohren hat, durch diese Tür kommen. Es wäre mir so ein Trost.“ Und ich kam. Ich hatte den Impuls sie zu besuchen.

Solche besonderen Geschichten sind Highlights, die mir viel Mut gemacht haben, mich auf das Reden Gottes zu verlassen. Was ich persönlich in den jeweiligen Situationen zu tun hatte, war jeweils sehr einfach und sehr natürlich. Das Übernatürliche darin, das, was es besonders macht, liegt allein am Handeln Gottes und seinem besonderen Timing.

In meinen ersten Jahren als Christ waren solche auffälligen Erlebnisse sogar noch häufiger. Ich glaube, dass sie Bestätigungen waren. Wie ein Training, eine Schulung um Sicherheit zu gewinnen, dass das was ich höre tatsächlich von Gott kommt. Weil es immer Glaubensmut braucht, das Gehörte auch umzusetzen. Es benötigt immer meine Bereitschaft gehorsam zu sein und Gott die Verantwortung für die Folgen zu überlassen. Das ist manchmal ein schwieriger Weg. Was mache ich zum Beispiel mit meinem Eindruck, dass etwas mit dem Kassierer in unserer Gemeinde nicht stimmt? Ein überaus freundlicher und hilfsbereiter Mann, gut angesehen bei allen. Obwohl ich zittere und mich schlecht fühle, sage ich es den Verantwortlichen. Es stellt sich heraus, dass es tatsächlich Unregelmäßigkeiten gegeben hat, die bisher niemand bemerkt hat. Es findet sich ein guter Weg für alle.

Diese Dinge ereignen sich, während ich unterwegs bin. Während ich nachfolge so gut ich kann und so gut ich es verstehe. Es fühlt sich immer sehr natürlich an und geschieht häufig unbewusst. Manchmal stelle ich aber auch fest, dass ich nur meinen eigenen Spuren und Wünschen gefolgt bin. Auch das gehört dazu. 

In meinem heutigen Alltag ist es eher so, dass ich Dinge „höre“ wie: „Ruf’ diese Person an, tue dieses oder tue jenes nicht.“ „ Sage diese Worte nicht, sie wären lieblos oder egoistisch“. „Sage das Treffen nicht ab, auch wenn du Migräne hast“. Und dann ist dort jemand, für den mein Zuspruch genau passend ist. 

Sehr oft sind es Worte aus der Bibel, die ich weitergebe. Sie ist meine Hauptquelle der Inspiration. Ich lese also in der Regel das, was sowieso gerade in meiner Bibellese vorkommt. Dann kommt mir der Gedanke, ich solle diesen Inhalt an einen bestimmten Menschen weitergeben. Die Art der Gedanken haben eine andere Qualität als meine eignen. Sie fühlen sich anders an. Im Laufe der Jahre kann ich das immer besser zuordnen und die Rückmeldungen motivieren mich.

Manchmal lächele ich darüber, wie Gott sogar mein kreatives Chaos gebrauchen kann. Ich finde es lustig, eine wegweisende Stelle gefunden zu haben, weil ich versehentlich das falsche Buch der Bibel aufgeschlagen und es nicht bemerkt habe. Gott hat Humor. Als junger Christ habe ich sehr damit gekämpft einen regelmäßigen Umgang mit dem Bibellesen zu finden. Als initiativer, extrovertierter Mensch fiel es mir schwer mich zu disziplinieren. Es war ein echter Kampf und Krampf. Aber im Laufe der Jahre ist es mir zu einer guten Gewohnheit geworden in der Bibel zu lesen. Heute ist sie ein Schatz in meinem Leben und gibt mir Halt und Orientierung. 

Mir fällt auf, dass dieses Hören der Stimme Gottes gut zu meiner natürlichen Wesensstruktur passt und überwiegend im Kontext meiner Berufung geschieht. Meine geistliche Gabe ist es Hirte und Lehrer zu sein. Ich baue gerne Brücken. Ich möchte, dass Menschen das Evangelium verstehen können und dass sie Gott immer besser kennen lernen. Aus solchen Impulsen entstehen dann kreative Theaterstücke, Inhalte für Treffen, Gespräche oder Gebete. Das ist mein Herzschlag. In diese Richtung möchte ich Menschen ermutigen und begleiten. Und in diese Richtung kommen auch die meisten Impulse.

Aktuell besteht meine Lernphase aus zwei Dingen. Zum einen versuche ich, mich nicht selbst zu blockieren, weil ich an Impulsen zweifle und lieber gleich zu Beginn eine zweihundertprozentige Garantie für ihre Richtigkeit hätte. Zum anderen spüre ich die Herausforderung mich schon im Vorfeld darauf zu verlassen, dass solche Impulse kommen werden. Dann wenn ich sie brauche. Just in time.

Zwei Sätze von Freunden begleiten und ermutigen mich. Der eine lautet:“ Es ist mehr von Gott als du denkst“.  Das hat mich vor vielen Jahren auf diese Spur gebracht. Es einfach mal für möglich zu halten, dass das was ich denke und empfinde ein Reden Gottes sein könnte. Es einfach mal auszuprobieren und darauf ankommen zu lassen.

Der andere lautet: „Vergiss den Gott-Faktor nicht!“ Rechne mit ihm, traue ihm etwas zu.

Hebräer 11, 6 „Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.“

Für mich habe ich verstanden, dass Führung Gottes häufig aus der Bibel kommt, sie passt zur eigenen Berufung, segnet andere Menschen, bleibt ein Geheimnis und macht das Leben abenteuerlich. Ich finde sie cool!

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Heike Krauss ist Diplom-Sozialarbeiterin, Dozentin und predigende Pastorenfrau. Sie engagiert sich mit ihrem Mann in der FCG Gifhorn. Was die beiden sonst noch so beschäftigt erfährt man unter der-leiterblog.de.

Soweit der Artikel aus dem Jahr 2015


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