Hillsong Conference Europe – Streiflichter

IMG_6407Letzte Woche fand in der O2 Arena die europäische Hillsong Conference 2015 statt. 22.000 Teilnehmer, 2500 ehrenamtliche Helfer. Fast 700 Teilnehmer kommen aus Deutschland! Die Abende waren für Gäste zusätzlich geöffnet und endeten immer mit einer Einladung zum Glauben. 2000 Leute haben auf die Einladung reagiert, wie Gary Clarke, der leitende Pastor von Hillsong London am Sonntag im ersten Gottesdienst der Gemeinde berichtete. Hier noch ein paar Streiflichter von der Konferenz:

Selena Gomez auf der Hillsong Conference!

Eine Stärke der Hillsong Church besteht darin, dass sie Künstler erreicht. Carl Lenz, der leitende Pastor von Hillsong NYC hat ein besonderes „Händchen“ für Promis. Aber auch viele der weiteren Leiter der Hillsong Church gelingt das. Selena Gomez ist ein Beispiel dafür: Sie ist eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Ihre Karriere begann mit einer Rolle in der Fernsehserie Barney und seine Freunde im Jahr 2002. Auch sie war in London, wie das Backstage Video zeigt: (ist leider aufgrund des Urheberrechtsanspruches von Hillsong bei YouTube wieder verschwunden!) Sorry!

Ermutigung zum DIENEN!

IMG_6428Von der Konferenz ging eine starke Ermutigung aus ein Diener zu sein. Serve one. Serve all. Es ging immer um Jesus, dem größten Diener als Ausgangspunkt, als Ziel, als Quelle, als Kraft … Er will uns begegnen und beschenken. Auf ihn zu hören würde immer dazu führen, dass wir am Ende ein Leben leben, das einem größeren Ziel als uns selbst dient. Dazu seien wir beschenkt, begabt und berufen! Dazu von Jesus erlöst! Ein erfülltes Leben ist unter dem Strich ein Leben des Dienstes für andere. Selbst beschenkt und frei, um sich anderen zuzuwenden und zu verschenken! So erfährt der Christ ein erfülltes Leben! Joseph (im AT) wurde als ein geniales Beispiel für diese Wahrheit beleuchtet: Auch in den schwierigen Phasen seines Lebens entschied er sich als ein Diener zu leben!

Wertschätzung im DIENEN!

Ein weiteres „Geheimnis“ der Hillsong Church ist die Gesinnung der Wertschätzung dieser Haltung des DIENERS. Das erlebten wir als Konferenzgäste. Die Leiter sparten nicht mit Wertschätzung gegenüber ihren Mitarbeitern. Oft denke ich darüber nach wie sich unsere Gemeinden weiter wandeln würden, wenn diese Gesinnung viele von uns erfassen könnte. „Wer der Größte sein will soll aller Diener sein!“ Wenn das unsere Gäste in den Gottesdiensten erleben würden. Die Suchenden. Die Fremden. Die Armen. Die Wohlhabenden. Diese Gedanken lassen mich nicht mehr los. Ich bin sehr an die Willow Creek Church erinnert, durch die ich diese Einstellung vor 20 Jahren erstmals so intensiv erlebt habe. Und dankbar, diese Gesinnung hier anzutreffen!

Impulse für Leiter

Brian Houston gibt am späteren Vormittag beider Konferenztage sehr inspirierende Inputs für Leiter. Ich werde sie später auf dem Blog reflektieren. Für Verantwortliche ist eine Stärke der Konferenz das Netzwerk für Leiter. Dort lernt man einfach und unkompliziert weitere Verantwortliche kennen, kann sich vernetzen und austauschen. Leute aus ganz Europa treffen sich beim Lunch vor Konferenzbeginn. Sie verbindet die Liebe zur Ortsgemeinde! Überhaupt ist das der Fokus: Die Ortsgemeinde! Alles was auf der Konferenz geschieht hat die Stärkung der lokalen Gemeinde im Blick. Dafür Führungskräfte zusammenzubringen ist eine wichtige, gewollte und geplante Spur „neben der Konferenz“. Die spezielle Lounge ist ein guter Ort dafür und leistet einen wertvollen Dienst an den Verantwortlichen. Man würde sich sonst in der großen Menge nicht finden! Hillsong ist da ganz selbstlos, aber sicher auch sehr strategisch: „Championing the cause of local churches everywhere.“ 

Carl Lenz und Jentezen Franklin

Am letzten Tag sind diese beiden Sprecher der Abräumen. 16:00 h Nachmittag: Carl Lenz betritt die Bühne und rockt das Haus. Eine leidenschaftliche, mitreißende Predigt, die Jesus vor Augen stellt und tief berührt. Ausgewogen, tief, leidenschaftlich. Genial. Sicher ist sie bald auf YouTube zu finden. Und am Abend Jentezen Franklin. In unseren Breiten ein Unbekannter. Aber an dem Abend ist er der Mann, den Gott gebraucht! Ihm ist es geschenkt der riesigen Menge vor Augen zu führen, dass Gott uns als leeres, reines Gefäß will, welches er füllt und gebraucht. Das ist die Hoffnung für Deutschland, Europa, diese Welt. Christus! Christus in uns! Leidenschaftlich und begeisternd malt er das Bild mit seinen Worten. Ich muss sehr lange zurückdenken, wann ich zum letzten Mal so einen Abend auf einer Konferenz erlebt habe. Und wann mir Jesus so sehr nach Gottesdienstes vor Augen ist wie an diesem Tag. Als Leiter habe ich eine Lehrstunde besuchen können, die mich inspiriert und anspornt.

Ein Original

Nun muss ich aber keine Kopie von der Hillsong Church anfertigen. Mein Gemeindeverband, zu dem ich gehöre auch nicht. Aber wir können uns mächtig inspirieren lassen, vieles lernen und einmal mehr Gott suchen und auf seine Stimme hören, wie er es mit uns anstellen will, um unser Land mit dem Evangelium zu berühren. Dafür motiviert trete ich die Rückreise an.

Hinweis in eigener Sache 🙂
Ich verstehe, dass es sicher eine Menge Fragen an die Hillsong Church geben kann. Wie auch an meinen Gemeindeverband, die Ortsgemeinde zu der ich gehöre … Meine Fragestellung für den Konferenzbesuch war aber diese: Was kann ich von Hillsong lernen? Meine Blogbeiträge zur Konferenz reflektieren diese Grundhaltung.

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7 Antworten zu Hillsong Conference Europe – Streiflichter

  1. Marc Strunk schreibt:

    „Nun muss ich aber keine Kopie von der Hillsong Church anfertigen. Mein Gemeindeverband, zu dem ich gehöre auch nicht.“ Gutes Zitat, allerdings habe ich das Gefühl, dass genau das gerade geschieht!

    • lotharkrauss schreibt:

      Tja, dann liegt es an uns das anders zu tun und dahin auch andere zu beeinflussen! Und natürlich ist es unsere Aufgabe einen Gemeindebau zu betreiben, der begeistert und in unserem Umfeld erreicht, wozu Gemeinde beauftragt ist. Gute Alternativen sind die beste Antwort! Manche Gemeinde ist sich aber selbst genug! Das ist vielen, die mehr wollen, zu wenig!

  2. Bernhard Olpen schreibt:

    Könnte es sein, dass es manchmal ein schmaler Grat ist zwischen Lernen und Kopiereren? Wenn jemand etwas gut macht und mir voraus ist und ich mir einfach ein Beispiel daran nehme und dann diesem Beispiel folge, ist das nun kopieren oder lernen? Als VW in den 1970er Jahren in einer Krise steckte und der Käfer seine besten Jahre hinter sich hatte, wurde der Golf geboren. Das erfolgreichste Modell der letzten Jahrzehnte. Die anderen Automarken scheuten sich nicht, in rascher Folge dann eigene Variationen dieses Typs auf den Markt zu bringen, um nicht abgehängt zu werden. Wie töricht wäre es gewesen, hätten sie sich diesem Trend verweigert, nur weil sie die Gefahr witterten eine Kopie auf den Markt zu bringen? „Wenn die Leute so ein Auto wollen, dann kaufen sie doch lieber gleich das Original, also machen wir was anderes“ wäre der passende Standardsatz dazu gewesen. Tatsache ist aber, dass auch die anderen Automarken derlei Skrupel nicht hatten. Sie konnten sie sich schlicht und einfach nicht leisten, denn der Markt fragt nicht nach solchen Identitätszweifeln. In meinen Augen trifft Hillsong für den Augenblick den Nerv der westlichen Welt. Von ihnen lernen bedeutet für mich zunächst einmal die Demut, einzugestehen, dass sie mir voraus sind, dass sie etwas erkannt haben, was ich noch nicht habe. Und dann strecke ich mich nach ihrem Geheinnis aus und fürchte mich nicht, ihnen dabei zu ähnlich zu werde. Das wird nicht passieren, genauso wenig wie der Ford Fiesta einfach nur eine billige Kopie vom VW Polo war, dem kleinen Bruder des Golfs. Ford übernahm den Grundansatz und fürchtete keine Ähnlichkeit und war am Ende deutlich erfolgreicher als das Original, der Polo selbst. Lernen ohne Abzugucken gibt es nicht. Die Furcht davor könnte ein feiner Stolz sein, der uns nicht wirklich weiterhilft.

  3. Marc Strunk schreibt:

    „Es geht nicht darum Dinge zu kopieren, sondern darum Dinge zu kapieren!“ Ein kluge Spruch von meinem (altersweisen) AT Dozenten, der mit oft sehr weitergeholfen hat. Und ganz ohne Frage: Da, wo Menschen zu Christus finden, sollte man sehr aufmerksam sein und fragen, was da gerade passiert.
    Ich will ganz ehrlich sein: Wenn die Bühnenshow, die „Location“, das Outfit des Predigers, die Auswahl der Lieder, die VIP’s die auch in diese Kirche gehen und die Instrumente immer wichtiger werden, dann meine ich haben wir den Kern des Evangeliums verlassen. Und genau dieses Gefühl beschleicht mich (ausdrücklich nicht bei Hillsong), sondern bei den Gemeinden, die Hillsong kopieren.
    Um das Beispiel von Bernhard aufzugreifen: Dauerhaft ist dann ein Automodell erfolgreich, wenn es durch Leistung überzeugt – also eben nicht Design, oder Äußerlichkeiten!
    Und um die Kirchengeschichte anzuführen: Die Pfingstbewegung ist nicht durch Äußerlichkeiten groß geworden, sondern durch die Kraft Gottes. Da ist es dann auch egal, wo und wie der Gottesdienst gestaltet wird: Ob im Hinterhof, einer Garage oder in einem schicken Konzertsaal. Und wenn dem so ist: Warum predigen auf unseren Konferenzen ausschließlich die Personen, die doch sehr hillsongähnliche Gemeindebaukonzepte fahren? (die oft mit der Gemeindewirklichkeit unserer – kleinen – BFP Gemeinden wenig bis gar nichts zu tun haben….) Übrigens kenne ich in unserem Bund kaum eine Gemeinde, die nicht ihr Umfeld erreichen möchte. Das Problem ist, dass die Mittel, die (finanziellen) Möglichkeiten und die Mitarbeiter fehlen so ein Programm aufzuziehen wie Hillsong das Woche für Woche machen kann. Es muss da einen anderen Weg geben!
    Ein letzter Gedanke: Der Puls oder der Nerv der Zeit ist meiner Meinung nach ein gefährlicher bis höchst zweifelhafter Gradmesser für das, was man als „Gemeinde“ machen sollte – oder?

  4. Bernhard Olpen schreibt:

    Darf ich nochmal antwoten? Nur ganz kurz. Ich bin total bei dir, Marc, wenn du sagst „kapieren“ statt „kopieren“. Genau das wollte ich sagen. Aber das heißt eben auch: ich muss nah ran an den anderen und brauche einen positiven Grundzugang. Ich weiß nicht, ob der immer so da ist. Leo Bigger sagt in seinem Team immer (sinngemäß): „Ich bin der größte Dieb, ich klaue mir gute Gedanken, erfolgreiche Ansätze usw., wo immer ich sie kriege“. Diese Offenheit, diese Neugier, diese Demut brauchen wir. Das andere: Doch: den Puls der Zeit zu erfassen, um kulturell, sprachlich und soziologisch relevant zu sein, ist aus missiologischer Sicht definitiv notwendig. Wie sagt Friedhelm Holthuis so schön: „Der Wurm muss dem Fisch gefallen, nicht dem Fischer“ :). Den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche … Hier ist nicht der Raum, um diesen Ansatz missionsgeschichtlich zu beweisen, ich halte ihn für biblisch. Im Übrigen: was ihr da in Leipzig macht, Marc, ist Hammer! Never change a winning team!

    • Marc Strunk schreibt:

      Die Leute, die in Bochum 😉 zu unserer Essensausgabe kommen, interessiert es herzlich wenig, wie gut unser Lobpreis, oder wie gut unser Kaffee ist – übrigens haben wir durch eine Großspende wirklich den besten Kaffee im Ruhrgebiet ;-). Denen interessiert, wie komme ich mit meinem Geld über die Runden, wie komme ich mit meiner Alkoholkrankheit und meinen Abhängigkeiten klar. Wer hilft mir aus meiner Beziehungslosigkeit usw.
      Auf jeden Fall gilt es nah an den Menschen zu sein, aber an welchen. Aber lassen wir das für heute.
      Ich habe ja eigentlich gar nichts gegen Hillsong, ich mag es einfach nicht, wenn es einseitig wird. Und genau das Gefühl habe ich…

  5. Ulrich Schulte schreibt:

    Was für eine inspirierende und gesegnete Zeit durfte ich bei der Hillsongkonferenz in London erleben! Allein das gemeinsame Wohnen in unserem Hotel, die Fahrten mit der Tube, die Restaurantbesuche und natürlich in erster Linie die gemeinsamen Gottesdienste in der O² Arena – es war eine wunderbare Gemeinschaft, die mich noch lange bewegen wird. Der äußere Rahmen bei Hillsong ist für mich als 60 jährigen eher etwas schrill, laut, schnell. Aber die Botschaften in den Predigten – ich bin jetzt noch sehr stark berührt und zu Tränen gerührt, wenn ich daran denke, wie Jesus als wahrer Gott und wahrer Mensch, wie Gottes unfassbare Gnade mir vor Augen gemalt wurde. Und doch ist Hillsong nur ein kleiner Ausschnitt aus dem ganzen Spektrum. Ich kenne etliche Gemeinden in London, meine „Heimatgemeinde“ dort ist „KT“ (Kensington Temple). Ganz anders geprägt als Hillsong, erreicht unsere Schwestergemeinde viele tausende von Menschen, die von Hillsong nicht erreicht werden. Am beeindruckendsten war für mich vor einigen Jahren die Mitarbeit in der „London City Mission“, die sich in Lambeth in der unmittelbaren Nachbarschaft der Mission um Alte, Arme, Abhängige – also eben um ihre Nachbarn kümmert – Menschen, die von Hillsong nie erreicht werden. Ich durfte Hausbesuche machen und mit den Gästen kochen und speisen, Jesus saß spürbar mit uns am Tisch – und ich lernte ein Stück weit London kennen, wie es wirklich ist. Und in dem ganzen, wunderbaren Werk Gottes in London schätze ich die Hillsong, in der meine Töchter einige Jahre eingebunden waren, sehr als Impulsgeber und sichtbares Zeichen der Gnade Gottes in unserer Zeit…

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