Künstliche Intelligenz beschäftigt mich schon seit einiger Zeit. Vermutlich geht es vielen von euch ähnlich. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass neue Programme vorgestellt werden, neue Möglichkeiten entstehen oder Experten vor den Folgen warnen. Die Entwicklung ist atemberaubend schnell. Was gestern noch wie Science-Fiction klang, gehört heute schon zum Alltag.

Ich selbst nutze KI inzwischen regelmäßig. Sie hilft mir beim Recherchieren, beim Strukturieren von Gedanken und manchmal auch dabei, einen neuen Blick auf ein Thema zu gewinnen. Ich bin deshalb weit davon entfernt, KI grundsätzlich skeptisch gegenüberzustehen. Im Gegenteil: Ich staune oft darüber, was heute bereits möglich ist.

Je intensiver ich mich allerdings mit dem Thema beschäftige, desto deutlicher wird mir, dass die spannendsten Fragen gar nicht technischer Natur sind.

Natürlich müssen wir über Datenschutz sprechen. Über Urheberrechte, über Fake News, über Arbeitsplätze und über die enorme Energie, die für das Training großer KI-Modelle benötigt wird. All das sind wichtige Themen. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass diese Diskussionen oft an der Oberfläche bleiben. Dahinter liegt eine viel grundlegendere Frage: Was macht einen Menschen eigentlich aus?

Auf diese Frage bin ich vor wenigen Tagen auf überraschende Weise gestoßen. In The Atlantic las ich einen Essay von Tyler Austin Harper* mit dem provokanten Titel: „There Is Already a Word for the Deep Moral Failures of AI. It’s Sin.“ („Für die tiefen moralischen Fehlentwicklungen der KI gibt es bereits ein Wort: Sünde.“)

Der Titel hat mich zunächst irritiert. Ich erwartete einen kulturkritischen Rundumschlag gegen künstliche Intelligenz. Bekommen habe ich etwas ganz anderes. Harper schreibt keinen Technikartikel. Er fragt vielmehr danach, welches Menschenbild hinter unserer Begeisterung für KI steckt. Genau das macht seinen Beitrag so lesenswert.

Harper beobachtet, dass wir meist über die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz sprechen. Kann sie bessere Texte schreiben? Kann sie Bilder erzeugen? Kann sie Diagnosen stellen? Kann sie programmieren? Kann sie Musik komponieren? Fast täglich verschiebt sich die Grenze dessen, was Maschinen leisten können.

Doch während wir über diese Fähigkeiten staunen, stellen wir immer seltener die Gegenfrage: Was bedeutet das eigentlich für unser Verständnis vom Menschen?

An dieser Stelle führt Harper einen Gedanken ein, den ich ausgesprochen spannend finde. Er verweist auf den Literaturwissenschaftler Leif Weatherby, der den Begriff eines „Remainder Humanism“ geprägt hat – eines Humanismus des immer kleiner werdenden Restes.

Was ist damit gemeint?

In unserer Kultur wird der Mensch häufig über das definiert, was Maschinen noch nicht können. Früher galt Sprache als einzigartig menschlich. Dann konnten Computer Schachweltmeister schlagen. Später schrieben sie Gedichte, komponierten Musik und erzeugten Bilder. Heute bestehen sie Prüfungen, fassen Bücher zusammen oder entwickeln Software.

Wenn wir den Menschen ausschließlich über seine Fähigkeiten definieren, dann schrumpft unsere Definition des Menschseins mit jedem technischen Fortschritt ein Stück weiter. Der Mensch ist dann immer nur noch das, was die nächste Generation von Maschinen noch nicht beherrscht.

Harper hält das für einen Irrweg. Und ich glaube, er hat einen Punkt.

Denn damit machen wir unsere Würde letztlich von unserer Leistungsfähigkeit abhängig. Was aber geschieht, wenn Maschinen irgendwann fast alles besser können als wir?

An dieser Stelle wird der christliche Glaube plötzlich erstaunlich aktuell.

Die Bibel begründet die Würde des Menschen nie mit seiner Intelligenz, seiner Kreativität oder seiner Produktivität. Sie sagt auch nicht, dass der Mensch deshalb einzigartig ist, weil er mehr weiß oder schneller denkt als andere Geschöpfe.

Sie beginnt an einer ganz anderen Stelle.

„Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (1. Mose 1,27)

Der Mensch besitzt Würde, weil Gott sie ihm schenkt. Nicht weil er sie sich verdient. Nicht weil er leistungsfähiger ist als andere. Nicht weil er Aufgaben erfüllt, die irgendwann vielleicht auch Maschinen übernehmen können.

Je länger ich darüber nachdenke, desto tragfähiger erscheint mir dieses Fundament.

Harper beschreibt anschließend einige Entwicklungen, die ihn nachdenklich machen. Er nennt KI-Freundschaften, die menschliche Beziehungen ersetzen sollen. Er spricht von digitalen Begleitern gegen Einsamkeit oder von Robotern, die emotionale Nähe simulieren. Er verweist auf Unternehmen, die in riesigem Umfang menschliche Texte, Bilder und Ideen sammeln, daraus ihre Modelle trainieren und die Ergebnisse anschließend wieder verkaufen.

Über jedes einzelne Beispiel kann man sicher diskutieren. Manche Anwendungen werden hilfreich sein. Andere vielleicht sogar notwendig. Entscheidend ist für Harper etwas anderes: Immer häufiger werden Bereiche menschlichen Lebens technisch simuliert oder wirtschaftlich verwertet, die bisher zutiefst persönlich waren – Beziehungen, Kreativität, Trost oder Begleitung.

Genau hier verwendet er den Begriff Sünde.

Nicht als moralischen Hammer. Auch nicht als billige Verurteilung moderner Technik.

Er meint etwas Tieferes.

Die christliche Tradition versteht unter Sünde nicht zuerst einzelne falsche Handlungen. Sünde beschreibt eine gestörte Beziehung. Der Mensch verliert die Beziehung zu Gott und damit zugleich den Blick für seine eigene Bestimmung. Er beginnt, andere Menschen als Mittel zum Zweck zu behandeln. Er verwechselt Nutzen mit Würde. Er ordnet alles der Effizienz unter.

Harper fragt deshalb, ob manche Entwicklungen rund um KI nicht genau in diese Richtung weisen. Nicht weil Computer böse wären. Sondern weil wir Menschen in der Gefahr stehen, uns selbst immer stärker nach dem Vorbild unserer eigenen Maschinen zu verstehen.

Besonders bemerkenswert finde ich, dass Harper für seine Überlegungen nicht auf Informatiker zurückgreift, sondern auf Philosophen und christliche Denker wie Charles Taylor, Ivan Illich, Carl Trueman oder Papst Leo. Sie alle verbindet eine gemeinsame Überzeugung: Bevor wir über Technik sprechen, müssen wir über den Menschen sprechen.

Vielleicht liegt genau darin eine Chance für Christen.

Über viele Jahrzehnte schien das christliche Menschenbild für viele Menschen eher ein Relikt vergangener Zeiten zu sein. Heute erleben wir, dass genau diese alten Überzeugungen wieder erstaunlich aktuell werden. Die Frage nach der Ebenbildlichkeit Gottes, nach unverlierbarer Menschenwürde oder nach dem Unterschied zwischen Person und Funktion ist plötzlich keine rein theologische Diskussion mehr. Sie steht mitten im Zentrum einer der wichtigsten gesellschaftlichen Entwicklungen unserer Zeit.

Ich wünsche mir deshalb, dass Christen sich nicht aus dieser Debatte zurückziehen. Wir müssen künstliche Intelligenz weder verteufeln noch unkritisch feiern. Beides wäre zu einfach.

Aber wir sollten uns mit den Fragen beschäftigen, die sie aufwirft.

  • Wir sollten mitreden, wenn es um Menschenwürde geht.
  • Wir sollten mitdenken, wenn neue Technologien unsere Vorstellungen vom Menschsein verändern.
  • Und wir sollten daran erinnern, dass der Wert eines Menschen niemals davon abhängt, was er leisten kann.

Vielleicht liegt genau hier der wichtigste Beitrag, den der christliche Glaube in den kommenden Jahren leisten kann. Nicht weil er jede technische Entwicklung besser beurteilt als andere. Sondern weil er seit Jahrhunderten eine Antwort auf die Frage kennt, die hinter all den technischen Fragen steht:

Was ist der Mensch?

Ich habe den Eindruck, dass diese Frage in den nächsten Jahren wichtiger werden wird als jede Diskussion über die nächste Generation künstlicher Intelligenz. Und genau deshalb lohnt es sich, dass wir Christen uns intensiv mit diesem Thema beschäftigen – offen, lernbereit und zugleich mit dem Vertrauen, dass das biblische Menschenbild nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Der Artikel in The Atlantic ist hier aufrufbar.

*Tyler Austin Harper ist kein Theologe und auch kein KI-Forscher im engeren Sinn. Der US-amerikanischer Journalist und Kulturkritiker ist seit 2025 Staff Writer bei The Atlantic. Zuvor war er Assistant Professor für Environmental Studies am Bates College in Maine.

Soweit öffentlich bekannt, schreibt er nicht aus einer ausdrücklich christlichen Perspektive. Vielmehr fällt ihm auf, dass die christliche Tradition – insbesondere ihr Begriff der Sünde und ihr Menschenbild – etwas erklären kann, wofür der säkulare Diskurs oft keine ausreichende Sprache mehr hat. Genau das macht seinen Essay so bemerkenswert: Ein eher säkular argumentierender Kulturkritiker entdeckt plötzlich, dass alte christliche Kategorien überraschend aktuell geworden sind.

3 Antworten zu „Künstliche Intelligenz – warum Christen gerade jetzt etwas Wichtiges zu sagen haben“

  1. Avatar von Gerhard-Jung-Coaching
    Gerhard-Jung-Coaching

    Sehr gut 👍 Danke 😄

  2. Avatar von Christian Stokowski
    Christian Stokowski

    Hallo Lothar,

    ich sehe KI wesentlich kritischer.
    Ich habe hier mal meine Gedanken versuchet etwas zu sortieren.

    Es ist ein längerer Text geworden, weil ich versuche, Zusammenhänge zu erklären, wie ich sie wahrnehme.

    Natürlich kann KI schön die Arbeit abnehmen und natürlich kann man sie (so man so viel Intelligenz hat) diese zum Weiterbilden nutzen. Leider, und das zeigt die Realität, hat sie nicht nur einen bitteren Beigeschmack, sondern sie wirkt toxisch, eben weil die Masse an Menschen zunehmend nicht in der Lage ist (ein Kollege von mir sagt, auf der Evolutionsstufe sind), um sie sinnvoll zu nutzen.

    1. Menschen (junge Generationen) verlernen das kritische Denken. Das ist bereits empirisch belegt. Menschen sind im Schnitt bequeme Lebewesen, Kinder erst recht, wenn es Möglichkeiten gibt, unliebsame Dinge nicht machen zu müssen, z. B. Lernen. Das habe ich gerade im letzten Schuljahr als Lehrer extrem erlebt. Es fehlen zunehmend Grundkompetenzen, die auch ein Stück weit den Menschen ausmachen. Es gibt immer mehr Kinder, die die Hausaufgaben von einer KI machen lassen und damit eben nicht den Lernfortschritt (Training) haben wie Kinder ohne KI. Verdummung ist Programm. Leider sind unkritische und ungebildete Menschen letztlich Feinde der Demokratie, weil sie leicht zu manipulieren sind, was nicht nur die Wahl von Trump gezeigt hat. Es ist also nicht nur schlimm, was die Kinder nicht mehr lernen, sonder was stattdessen an Müll in ihr Denken kommt, es prägt und ihre Realitäten schafft.
    Wir haben bereits vor KI furchtbare Bildungs-Einbrüche angesichts der exzessiven Nutzung der Social Media, was nicht erst mit Corona sichtbar geworden ist. Psychische Probleme bei jungen Menschen haben deutlich zugenommen. Werte haben sich verschoben, ja, die Realität hat sich verschoben, wo auch Gemeindekinder längst nicht ausgenommen sind. Und die KI verstärkt es.

    2. Viele Menschen verlieren aufgrund von KI ihre Arbeit oder bekommen weniger Lohn (so sie z. B. selbstständig sind wie Steuerberater, Korrekturbüro, …). Eine Gesellschaft funktioniert, wenn Menschn mit ihrer Arbeit für ihren Lebensunterhalt sorgen können, das führt auch zur Zufriedenheit. Ich nehme erstmal den Glauben da raus, dass Gott dich liebt und (hust) einen Plan mit dir persönlich hat.
    Die KI ersetzt aber sogar Berufe, sodass Menschen diese nicht mehr ausüben können, weil sie nicht gefragt sind. Ja, das gab es schon immer, aber hier haben wir nun eine wachsende Zahl von Bereichen, weil die sich immer weiter entwickelnde KI diese komplett übernehmen kann. In vielen Bereichen wird auf Stellenabbau gedrängt, weil auch der Wettbewerb so groß ist. Klar, wenn Unternehmen auf KI setzen und mit der Entlassung von Arbeitskräften ihre Produkte günstiger werden, müssen es auch die anderen machen. Ist eine Firma erstmal an der Börse, müssen Gewinne gemacht werden, die an die (in der Regel reichen) Aktionäre ausgeschüttet werden. Das gab es auch schon immer, die Gier nach mehr Reichtum, was zu Ausbeutung geführt hat. Die KI wird es noch mehr vorantreiben, weil sie nun in der Lage ist, teure Arbeitskräfte zu ersetzen, die nun nicht mehr weiterwissen. Ja, du kannst ihnen gerne erzählen, dass Gott sie liebt und sie für Ihn einen Wert haben … aber das macht nicht satt und letztlich zufrieden. Schlimm ist, dass nicht selten in charismatischen Gemeinden betont wird, wie Gott versorgt … (Wohlstandsevangelium). Nun ja, eigentlich macht es unser Staat, dessen Gott sich bedient. Hat der Staat kein Geld, dann sieht es nicht mehr so gut aus, was wir an extrem armen Ländern sehen, wo Gott sogar das Hunger-Leid zulässt.
    Da aber die Politik noch nicht begriffen hat, dass eine wachsende Zahl an arbeitslosen Menschen versorgt werden müssen (in anderen Ländern werden sie es nicht), und dafür Geld gebraucht wird. Natürlich zahlen es die Steuerzahler, nicht die großen Konzerne, die Menschen entlassen. Das wird sich nicht auffangen lassen, so wird die Karre mit der unregulierten Nutzung der KI gegen die Wand fahren.
    Wir erleben immer mehr Insolvenzen. Ja, die ist natürlich nicht allein der KI geschuldet, sondern dem Preisdumping von China-Billigprodukten oder von Konzernen wie Amazon, die die Geschäfte in den Innenstädten vernichten. Wir können auch DocMorris hinzunehmen, der die Apotheken reduziert. Da hätte man längst Riegel einführen müssen. Dass aber KI Menschen bzw. ihre Arbeitskraft ersetzen kann, muss es gesellschaftlich und auch menschlich gesehen Riegel geben, d. h. auch da KI zum Teil besser ist, erlaubt es unsere gesellschaftlicher Aufbau (jeder braucht Arbeit für den Lebensunterhalt) nicht, dass KI in diese teureren Menschen-Bereiche vordringen darf, eben weil sie ein Angriff auf das System der Entlohnung, der Arbeit, des Lebensunterhalts ist.
    Diesen Riegel hat man beispielsweise bei der Atomkraft gemacht, wobei alle Nationen nach Nagasaki aufgeschreckt waren, weil sie die Zerstörungskraft sehen konnten. Anders bei der KI, deren Tragweite von den meisten Menschen nicht gesehen wird, die gierig Geld sparen wollen – KI ist ja lieb und erleichtert mir ja mein Leben, ich brauche bestimmte Berufe nicht mehr, sie sind zu teuer. Darum kaufe ich auch bei Temu.

    3. KI zerstört Kreativität. Klar, warum soll man sich an ein Gedicht für die Geliebte setzen, wenn die KI das in Sekunden macht. Wie wertvoll dieses Gedicht ist? Das hat auch etwas mit dem Werteverfall menschlicher Kreativität zu tun, ein Geschenk unseres Schöpfers. Natürlich kann hier das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen, dass wirklich Selbstgemachtes wieder etwas zählt. Aber wer weiß das schon. Und ich kann auch Predigten ausformulieren lassen, hinter der sich andere Pastoren nur verstecken können. Und sie sind ja so geistlich. Wer mag es zu beurteilen?

    4. KI bedient sich bei kreativen Menschen, die für den Diebstahl nicht dauerhaft entlohnt werden. Das haben wir vor der KI bereits ganz groß bei Musikern und den Streaming-Diensten (die Musiker / Labels werden nach Klick vergütet – d. h. auch wenn ich im Monat nur 3 Künstler höre, bekommen die eben nicht meine Abo-Gebühren – abzüglich die 30% für den Streaming-Dienst, sondern es kommt in einen Pott, der nach Klicks aufgetreilt wird; meine Künstler bekommen nicht einmal vom Pott eine Tafel Schokolade raus). KI nutzt sogar menschliche Leistung, um diese dann zu ersetzen. Natürlich ist KI nicht kreativ, aber sie macht kreative Menschen arbeitslos. Auch hier gibt es das Prinzip der Entlohnung, wenn jemand eine (gottgegebene) Fähigkeit / Gabe hat, davon zu leben.

    5. KI wird in vielen Bereichen missbraucht, weil Menschen im Kern schlecht sind. KI treibt kriminelles oder sündhaftes Handeln weiter voran, weil sie immer mehr billig möglich macht. Deep-Fakes ist nur ein Stichwort. Es ist noch viel Luft nach oben für kriminelle Machenschaften – so kann KI locker Sicherheitslücken finden und sie brutal ausnutzen. Davor sollten alle zittern.

    6. KI beseitigt Vertrauen (und damit auch Liebe) – bereits jetzt weiß man an vielen Stellen nicht, dass Bilder / Videos Fake sind. Und man kann locker den Ruf seiner Feinde zerstören, weil es so einfach ist, ziemlich perfekte Fälschungen zu machen. Böse Parteien / Gruppen machen damit längst erfolgreich Propaganda und ködern Menschen (s. Punkt 1, wenn Bildung zur Unterscheidung fehlt).

    7. KI wird immer besser und mächtiger, ohne Grenzen ist es keine Utopie, dass KI schlimmeren Schaden anrichtet als die Atombombe – in den falschen Händen. Und wir haben da auch Führer, die schon ohne KI schlimmsten Schaden anrichten. In China können mit KI Menschen ausfindig gemacht werden, sie müssen nur von einer Kamera erfasst worden sein.

    8. Im Blick auf den Glauben: KI in der Reihe mit Social Media lässt den Glauben noch mehr verflachen, wer ist jetzt in der Lage, wirklich in die Stille zu kommen, ohne Smartphone, um Gott zu begegnen? Ich habe meine Zweifel, wenn ich die Jugend- und Kinderarbeit hier sehe – oder wenn ich die Schüler im Religionsunterricht sehe. Da Kinder nicht geschützt werden, unterliegen sie den Reizen, fallen in Süchte usw. Da braucht es eine ganz andere Kinderarbeit in den Gemeinden, um sie von den Smartphones wegzubekommen.

    Ich könnte hier noch weitere Punkte nennen.
    Wie gesagt, es ist einfach mal so aufgeschrieben und auch diskutierbar.

    Hier mal ein kleiner Fun-Fact: In der Bibel wird eine Zahl des Tieres genannt, nämlich 666. Wenn man das internationale Wort „Computer“ nimmt, dann kann man auf diese Zahl kommen. Man nimmt für das A den Wert 6, für das B den Wert 12, für das C den Wert 18, also immer +6. Und dann addiert man die Buchstabenwerte des Wortes „Computer“. Zufall?
    Schaut man sich die Entwicklung der Computertechnik an und wie sehr mittlerweile mit ihr (auch Smartphones sind Computer) Menschen der Menschlichkeit entfremdet werden, als Krönung nun die KI, dann werden die Worte über das Tier erschreckend nahe. Bei Kindern und Jugendlichen ist diese toxische Wirkung längst angekommen. Klar, man wird immer etwas Gutes finden. Auch Mörder sind nicht permanent böse, die meisten machen auch viele positiven Dinge.

    Natürlich frage ich mich auch, wie es weiter geht, was Kirche im Namen des Herrn machen kann. Da können wir nur um sehr viel Weisheit bitten, was Jesus meint (obwohl die Richtung in der Offenbarung und in den Endzeitlichen Reden nicht sehr positiv ist, zumindest bis zur Errichtung des Köngreiches des Herrn).

    Ich wollte nur zeigen, warum ich die KI nicht für Segen halte, sondern im Gegenteil: Für eine Verführung, der die Menschheit erliegt, weil sie die wahren Auswirkungen nicht sieht, die das Fundament des Zusammenlebens usw. irreparabel zersetzt.

    Viel Segen!
    Christian

  3. Sehr spannende Gedanken. Letzten Endes ist es ja auch das, was in Diskussionen immer wieder ans Licht kommt. Was bleibt übrig, wenn die KI „alles“ übernimmt? Gerade im beruflichen Kontext ist das ja bei manchem schon passiert, bei vielen ausstehend für die nächsten Monate & Jahre.

    Ich finde KI ist oft eine Gratwanderung in der Nutzung. Sie lebt ja auch von dem Input, den wir als Menschen da rein geben. Selbst wenn wir es zur Zeitersparnis nutzen und mit viel eigenem Input füllen, wird dadurch auch die KI menschlicher und in unseren Augen „besser“.

    Spannende Gedanken auch zum Sünde-Begriff von jemandem, der die (westliche) Kultur im Blick hat.

    Das wird mich sicher noch einige Zeit beschäftigen.

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