Coachend leiten! Ein Mega-Trend für die Zukunft?

Führungskräfte, die einen coachenden Führungsstil wählen und leben, tragen sehr dazu bei, dass die Potentiale ihrer Teams, der Mitarbeiter und ihrer Organisationen sich entfalten.

Ob in einem Konzern oder in der Jungschargruppe – die Wirkung von coachendem Leiten trägt tatsächlich dieses großartige Potential in sich. Deshalb ist die Frage, ob Du coachend als Führungskraft unterwegs bist, sehr wichtig! Welche Grundkompetenzen sind nötig, um in diese Rolle zu wachsen? Welche Gefahren lauern?

International Coaching Federation

Die International Coaching Federation (ICF) hat Kernkompetenzen beschrieben, nach denen wir direkt schauen können. Zu den Grundkompetenzen, die die ICF für Coaches ins Gespräch bringt, gehören diese sieben Erwartungen:

Grundkompetenzen

  1. Hält sich an die ethischen Grundsätze
  2. Verkörpert ein Coaching-Mindset
  3. Schließt Vereinbarungen ab und hält sie ein
  4. Fördert Vertrauen und Sicherheit
  5. Bleibt präsent
  6. Hört aktiv zu
  7. Fördert Bewusstheit
  8. Unterstützt die Entwicklung der Klienten

Coachender Führung – eine Definition

Unter coachender Führung versteht man die coachende Begleitung und Unterstützung von Mitarbeitern durch Führungskräfte bei der zielorientierten Reflexion und Lösung von Problemen im beruflichen Umfeld durch Nutzung von Coaching-Methoden nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Coachend leiten – überhaupt möglich, oder nur herausfordernd?

Coachend zu leiten ist auf alle Fälle herausfordernd! Warum? Weil die Führungskräfte in unterschiedlichen Rollen ihren Mitarbeitenden und Teams begegnen. „Welchen Hut hat der Chef gerade auf?“, ist schnell eine Frage. Wie klärt man das? Kurz noch einmal die Rollen, die ein Vorgesetzter, wenn er oder sie als Führungskraft aktiv ist, einnehmen wird:

  1. Der Kommunikator
  2. Der Problemlöser
  3. Der Manager
  4. Der Teamleiter
  5. Der Psychologe

Darüber hinaus ist er oft faktisch in der Personalverantwortung, disziplinarisch zuständig und verhandelt die Rahmenbedingungen, zu denen Mitarbeitende am Start sind. Und nun also noch als Coach? Gärt da ein Interessenkonflikt? Wie viel Selbstleitung und Klarheit im Kontext (auf beiden Seiten) muss vorhanden sein, um die Coachrolle gut auszufüllen?!

Viele sind skeptisch. Einige meinen, dass sich das ausschließt: Chef sein und Coach in einer Person. Ein Coach sollte von außen kommen. Dennoch wird dieser Ansatz als ein Mega-Trend betrachtet. Die Spannung, die darin liegen kann, ist auf alle Fälle gut zu bedenken und offen zu reflektieren.

Chef oder Coach. Oder coachender Chef? Meine Erfahrung:

Ich habe für mich diesen Weg gewählt. Tendiere zur Rolle des „Coaches“. Ich muss allerdings einräumen, dass ich mit dieser Entscheidung auf der Seite der „Chefrolle“ manchen Preis zu bezahlen hatte. Im Rückblick ist mir klar, dass ich es einfacher gehabt hätte, wenn ich mehr „Chef“, statt „Coach“ gewesen wäre. Da ich aber mehr „Coach“ als „Chef“ bin, würde ich es heute wohl wieder so machen. Mich tröstet, dass ich so oder so einen Preis zu bezahlen habe, wenn ich Führungsverantwortung übernehme. Mein Herz schlägt dafür Lösungen zu finden, damit Menschen handlungsstark und ermutigt werden!

Wir suchen Lösungen, keine Schuldige!

Dieser Satz ist einer meiner Leitsätze, die mich in der Gemeindeerneuerungsarbeit leiten. Es geht darum, Lösungen zu schaffen und Vertrauen aufzubauen. Dabei beziehen wir die vorhandenen Ressourcen mit ein und ermächtigen die Gemeinden, ihr wertvollstes Potential in den Fokus stellen: MENSCHEN! Ein weiterer Satz, der daran anknüpft und den ich sehr mag und auch oft gebrauche lautet: „Gottes Methode sind Menschen!“

Nicht nur eine neue Technik!

Coachend leiten bedeutet viel mehr, als nur eine neue Technik, Methode, Trend … anzuwenden. Es ist eine Einstellung, die oft schon in der Kindheit in einem Menschen heranwächst.

Andere zu wahrer Größe zu führen und sich daran zu freuen, wenn sie wirksam werden, erfordert Demut und Bescheidenheit von der Führungskraft. Dienende Leitung wäre ein Stichwort, das uns von Jesus mitgegeben ist:

»Ihr wißt, daß die, welche als Regenten der Nationen gelten, sie beherrschen und ihre Großen Gewalt gegen sie üben. 43 So aber ist es nicht unter euch; sondern wer unter euch groß werden will, soll euer Diener sein; 44 und wer von euch der Erste sein will, soll aller Sklave sein. 45 Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.« | Markus 10:42-45 (ELB85)

Eine Führungskraft, die mit coachenden Haltung leitet, unterstützt die Mitarbeitenden darin, eigene, innere Antworten zu finden. Eine coachende Führungskraft hat den Fokus immer auf der Lösung und blickt in die Zukunft, während immer noch viele „traditionelle Chefs“ Schuldige suchen und sich mehr dem Problem, als der Lösung widmen. Es ist die „Hero Maker Einstellung“, die wir hier schon häufiger besprochen haben.

Das Thema wird uns weiter beschäftigen …

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
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2 Antworten zu Coachend leiten! Ein Mega-Trend für die Zukunft?

  1. Stefan Pahl schreibt:

    Danke, Lothar! … DESHALB beginne ich dieses Jahr noch
    eine Fortbildung zum Coach. Ich will da besser werden – nicht aufhören,
    Lernender zu sein, wenn man in das Alter kommt, wo man alles schon mal
    gehört hat und weiß, aber noch lange nicht macht 🙂

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