EINFACH LEITEN! – Geht das überhaupt?

Heute startet eine neue Serie auf dem Leiterblog:  „Einfach leiten!“ Am Ende findest Du den Link zur passenden Podcastfolge.

Was verbirgt sich hinter der Idee der Serie? Es gibt „Tonnen“ hervorragender Literatur, Videos, Schulungen, Podcasts, Webinare … zum Thema Führung. Mann kann eine Menge lernen, aber auch schnell die Übersicht verlieren. „Was lohnt sich? Was brauche ich? Was bringt mich weiter? Und: wann soll ich die Zeit für die tollen Inputs finden? Rechtfertigt der Nutzen den Aufwand? Wo fange ich an?“

Legitime Fragen!

Diese Fragen sind legitim! Es gibt noch eine andere Frageperspektive: Sind die Einsichten, die uns die Fachleute aus der Wirtschaft, Pädagogik, Sozialforschung und Psychologie weitergeben, tatsächlich und unbesehen auch für uns anwendbar? Sinnvoll? Oder ist manches überdimensioniert für „meine“ Aufgabe als Führungskraft?

Zumindest mir ist über die Jahre klar geworden, dass die Top-Tipps nicht immer für meine Aufgabe sinnvoll sind. Auch wenn sie auf großen christlichen Konferenzen zum Thema Führung von den Nr. 1 Experten referieren wurden. Ich denke immer wieder an die Episode mit David, Saul und dem Philister, der ein Riese war:

Saul gibt David für die Auseinandersetzung mit dem Philister, der ein Riese ist, eine „state of the art“ Ausrüstung. Eigentlich toll, aber David ist überfordert! Obschon er selbst für die Aufgabe geeignet ist. Nur sieht es Saul zuerst nicht. „Man“ macht es nämlich anders. David macht es schließlich so, wie es zu ihm passt. Er bleibt bei seiner Schleuder! Und hat Erfolg. Diesen Mut, „sich selbst treu zu bleiben“, wünsche ich jeder Führungskraft. Es ist ein Segen! (1. Samuel 17,38-40)

Das soll die Serie leisten:

KompassSie soll wie ein Kompass sein, der in der Orientierung hilft. Ich spitze es zu: Ein Kompass „für uns Normalos“, der uns hilft, die passenden Inhalten und Impulse für unsere Führungsarbeit zu entdecken. Ich zumindest habe nicht die Berufung und die Aufgabe, als „Weltklasseleiter“ unterwegs zu sein.  Obwohl ich froh bin, dass es solche Leute gibt.

Aber es ist immer entspannend nicht jemand sein zu müssen, der man nicht ist und auch nicht sein soll. Es gibt aber so viel zu leiten in unserer Welt. Auf „Kreisliga, Landesliga“ und manchmal auch „Bundesliga Niveau“. Viele tolle Leute machen an diesen Stellen einen Unterschied. Sind absolut unverzichtbar! Das macht die „Champions League“ nicht überflüssig, aber die „Champions League“ macht auch die Kreisliga nicht überflüssig. Am richtigen Platz zu sein macht Spaß! Deshalb investiere ich sehr gerne in Führungskräfte, die nicht unbedingt „ganz oben“ mitspielen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Die Führungsaufgaben in der „Kreisklasse, Bezirksliga …“  sind definitiv auch anspruchsvoll. Aber eben nicht so komplex, wie … Dazu gleich noch mehr.

Das also zur Zielgruppe der Serie. In loser Folge poste ich meine Reflexionen, die schon seit vielen Jahren mir „durchs Hirn“ schießen. Genug der Vorrede, los geht’s: Einfach leiten! – geht das überhaupt?

Was müsste man nicht noch alles wissen, können, sehen und verstehen?

Einfach, oder doch nicht?

Geht das überhaupt, einfach leiten? Oder ist die Führungsaufgabe per se komplex und anspruchsvoll? Unzählige Fachbücher beleuchten so viele Aspekte der Leitungsaufgabe, dass man genau diesen Eindruck gewinnen kann: „Es ist schon schwierig, wenigstens etliches in der Führungsaufgabe konstant richtig zu machen!“

Was müsste man nicht noch alles wissen, können, sehen und verstehen? Auch taucht irgendwann die Frage auf, ob man sich das wirklich alles „antun“ muss? Kann man nicht „einfach drauflos leiten?“ Das geht doch auch, oder? Hast Du Dich das auch schon einmal gefragt?

Führung ist einfach und komplex. Gleichzeitig!

Es kommt auf den Kontext an, in dem die Führungsaufgabe ausgeführt wird. Was für Konzerne gilt, internationale Mega-Churches, große Industriebetriebe und weltweit operierende Organisationen, muss nicht automatisch für unsere Situation gelten!

Unsere Führungsaufgabe stellt möglicherweise nicht so hohe Ansprüche an uns, wie das in komplexen, vernetzten, internationalen Organisationen von ihren Führungskräften der Fall ist. Der Kontext, in dem ich als Führungskraft tätig bin, definiert den Anspruch an mich als Leiter. Und ja, die wachsende Komplexität unseres Lebens wirkt sich stark auf die Tätigkeit jeder Führungskraft aus. Dennoch ist nicht jede Führungsrolle gleich anspruchsvoll. Manchmal klagt man auf „hohem Niveau“.

EINSCHUB: Jede Führungsaufgabe ist „in sich“ immer herausfordernd. Warum? Weil Führung immer „Menschen führen“ bedeutet. Menschen zu führen ist immer anspruchsvoll! Manchmal auch herausfordernd, zuweilen sogar richtig schwierig.

Mein Tipp: Reflektiere den Kontext Deiner Führungsaufgabe. Wie komplex, herausfordernd und schwierig erlebst Du Deine Führungsaufgabe? Hier findest Du ein Arbeitsblatt, dass Dich in der Selbstreflexion unterstützt.

Was von den Champions lernen?

Was kann man nun von den „Champions des Fachs“ lernen? Viel!

Haltungen, Prinzipien, Einstellungen …

Haltungen, Prinzipien, Einstellungen … die allgemein gültig sind. Darauf fokussiere ich in der Serie. Sie gelten für alle: Für den CEO des Weltkonzerns, den Lead-Pastor der Mega-Church und der Leiterin der Mädels-Jungschar. Für den Handwerksmeister gelten sie ebenso wie für die Lehrkraft und den Chef einer Filiale des Discounters.

Leiterpodcast

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
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4 Antworten zu EINFACH LEITEN! – Geht das überhaupt?

  1. Svenja Erlach schreibt:

    Lieber Lothar Krauss,

    Ich lese seit einiger Zeit Ihre Beiträge.
    Beschäftige mich selbst mit dem Thema schon länger, besonders als Frau auch zu leiten.
    Der Aspekt junge Leiter und Leiterinnen auszubilden ist mir wichtig.
    Leider lerne ich gerade selber erst bestimmte Gremien zu leiten.
    Ab wann ist man und frau bereit, das weiter zugeben? Für mich ist Leitung und Führung ein Prozess beim Machen, bei dem es schnell zu Überforderungen kommen kann.
    Besonders junge Frauen ein Vorbild zu sein ist mir wichtig geworden.

    Herzlichen Gruß

    • Lothar Krauss schreibt:

      So gute Frage liebe Svenja. Ich denke, dass man junge Leute dann beginnen kann auszubilden, wenn man „einen“ Schritt weiter ist als sie, demütig, aufrichtig und selbst reflektiert herangeht und ein Herz für den jungen Menschen hat. Die Überforderung ist in der Tat dann gegeben, wenn die Rahmenbedingungen für den Prozess der Ausbildung und die Voraussetzungen im Azubi nicht oder nur zum Teil gegeben sind. Das klingt jetzt vielleicht theoretisch 😬. Ich habe das Thema in 8 Folgen auf meinem Leiterpodcast besprochen. Vielleicht magst Du einmal reinhören. (https://der-leiterblog.de/2021/01/27/leiter-finden-foerdern-und-fordern-wie-macht-man-das-2/) Lieben Gruß, Lothar

  2. Ingo Scharwächter schreibt:

    Wow, das ist die Serie über Leitung, auf die ich immer schon gewartet habe, ohne es zu wissen …Bin echt gespannt. Es grüßt ein Kreisligaleiter, der ab und an mal im Pokal mit Bundesligisten spielt. 🙂

  3. Pingback: Einfach leiten: Falsche Leute in der Leitung? | DER LEITERBLOG

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