Eine bemerkenswerte Lektion für Führungskräfte

Was Jürgen Mette da gemacht hat, passiert nicht jeden Tag und ist definitiv bemerkenswert. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 30 Jahren als Verantwortlicher etwas vergleichbares erlebt zu haben. Jürgen hat damit einen Standard gesetzt, der Schule machen sollte. Was ist passiert? Der Reihe nach:

Das Buch

Jürgen Mette, ehemaliger Chef der Stiftung Marburger Medien ist wortgewaltig, klug und auf den Punkt. Man muss ihm definitiv nicht in allen Ansichten folgen, aber sich von ihm herausfordern zu lassen, ist eine tolle Sache. Tiefgang garantiert.

2019 veröffentlichte er sein Buch »Die Evangelikalen … – eine biografisch-theologische Innenansicht« Wie zu erwarten gab es unterschiedliche Reaktionen, die Rezension von Prof. Thomas Schirrmacher stellt so manche Frage und mehr, so dass der Autor und der Rezensent sich zum Gespräch trafen. Nachdem sie sich ausgesprochen hatten, folgte eine bemerkenswerte gemeinsame Erklärung. Hier ist sie zu lesen.

Eine wichtige Einsicht war, dass man zuerst miteinander reden sollte, bevor man öffentlich übereinander redet. Soweit, so gut. Unsere Geschichte beginnt jetzt.

Die Kolumne

Jürgen Mette schreibt jede Woche im Christlichen Medienmagazin pro eine Kolumne. Mal mit spitzer Feder, mal mit Augenzwinkern, mal ernst. So wie es Jürgen eben sieht. Wie zu erwarten schrieb er auch zu Olaf Latzel, dem Bremer Pastor, gegen den die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Volksverhetzung eingeleitet hat. Und Jürgen setzte poientiert Akzente. Schon die Überschrift war herausfordernd für manche Leser: »Latzel ist kein Märtyrer«

Viele fanden seinen Text gut, nicht alle. Einer seiner Freunde griff zum Telefonhörer und stellte ihm die Frage, ob er denn mit Olaf Latzel vorab das Gespräch gesucht hat? (Nebenbei: Solche Freunde sollte jeder haben!) Wenn man an das Ergebnis des Gespräches Schirrmacher – Mette denkt, eigentlich naheliegend. Aber: das war nicht der Fall. Und jetzt wird es spannend!

Was passiert, wenn es passiert? Wird Mette sich wegducken, schweigen, erklären, angreifen …? Jürgen Mette zeigt Profil! In seiner nächsten Kolumne geht er öffentlich, konkret, ehrlich und klar damit um. Das ist ganz großes Kino in meinen Augen. Auch diesen Text sollte man selbst lesen. Hier ist er verlinkt.

DANKE JÜRGEN!

Ich möchte Jürgen Mette herzlich dafür danken! Einige Jahre saßen wir gemeinsam im Vorstand von Willow Creek Deutschland. Seine Gesundheit zwang ihn diesen Platz zu räumen. Seine Integrität, Offenheit, Klarheit hat mich immer schon beeindruckt. Wir haben in verschiedenen Themen unterschiedliche Ansichten. Aber das hindert uns nicht wertschätzend miteinander umzugehen. Was Jürgen aber in dieser Sache gemacht hat, wird mir immer ein Beispiel bleiben und mir zeigen, welchen Weg ich zu gehen habe, wenn mir Fehler unterlaufen. Und das passiert ja nicht zu knapp.

Wenn wir als Leitende so miteinander umgehen, ehren wir Jesus Christus und sorgen dafür, dass das Miteinander in Liebe nicht nur ein christliches Ideal bleibt, sondern eine Wirklichkeit, die ein gutes Klima schafft. Und das können wir gut gebrauchen. Gerade in diesen Tagen. Danke Jürgen!

Über Lothar Krauss

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