CHURCH LOCKDOWN: So geht’s uns jetzt!

Wie geht’s euch jetzt in euren Kirchen? Hat die Faszination des Digitalen noch Strahlkraft? Sind die Leute der Kirche noch motiviert? Seid ihr als Leiter noch begeistert? Viele Verantwortliche beschäftigt das. Wohin zeigt die Kurve? Ermüdung? Wie lange noch?

Die Rückmeldungen auf Fragen wie diese sind für andere Leiter super interessant! Warum? Um das eigene Erleben abzuklären. Zu relativieren. Einzuordnen. Verstehen, und verstanden werden. Am Ende dieses Beitrags besteht die Möglichkeit, kurz Feedback zu geben. Anfang Mai poste ich auf dem Blog einen Spiegel zu den Fragen. Zurück: wie empfinden Leiter jetzt, nach 6-7 Wochen, diesen Ausnahmezustand?

Der Druck wächst!

Ich höre von immer mehr Verantwortlichen aus Kirchen und Gemeinden, dass der Druck wächst. Der Druck alles digital zu machen ermüdet. Die fehlende Gelegenheit, persönliche Begegnungen und gemeinschaftliche Zeiten zu erleben, schmerzt. Wie lange noch. Ich kann nicht mehr. Mich frustriert das. Leute werden wütend. Ungeduldig. Oder resignieren und ziehen sich zurück. Ein Leiter kommt zu dieser Zwischenbilanz, wenn er die ersten Wochen reflektiert:

„Ich denke das in Zeiten wie diese die Diskrepanz zwischen den wenigen Berufenen, die befähigt worden sind und die “Erwartungen” sehr deutlich wird.“

Überfordert?

Den ganzen beruflichen Homeoffice-Tag schon Zoom … Meetings, da brauche ich nicht noch den Zoom-Hauskreis. Danke nein! Pastoren fühlen sich, gerade in kleineren Kirchen, allein mit der technisch, praktischen Herausforderung. Jemand schrieb mir:

„Die Gemeinde erwartet vielleicht, das alles so wird wie es mal war, und das möglichst schnell. Von einem Team, das bereits 2019 am Anschlag war.“

Überfordert sind nicht nur Pastoren, Gemeindeleiter und Mitarbeiter. Auch Eltern im Homeoffice, die nun als Lehrer das machen müssen, was in Deutschland eigentlich nicht erlaubt ist: Homeschooling. Und Kinder leiden: die Freunde nicht treffen, keinen (Mannschafts-)Sport machen dürfen, den Geburtstag nur im engsten Kreis feiern. Unvergesslich bleibt das. Es könnte aber auch ein Trauma werden, sagen einige Therapeuten. Und geistliche Leiter stehen in der gleichen Anspannung. Ganz offen schrieb der Acting Executive Pastor von Willow Creek, Matt Wright, an seine Kirche in Chicago:

„Ich bin mir nicht sicher, was euch und eure Familie betrifft, aber die Nachricht von der Schließung der Schule für den Rest des Jahres war für meine Söhne schwierig. Sie vermissen ihre Freunde, Lehrer und Aktivitäten – und ehrlich gesagt, meine Frau und ich sind nicht die besten Heimschullehrer! Mir ist klar geworden, dass diese Pandemie nicht nur mein Leben verändert, sondern auch meine Kinder auf drastische Weise beeinträchtigt. Einige Therapeuten bezeichnen das, was wir erleben, als Trauma, und ob Sie nun ein Erwachsener, ein Teenager oder ein junges Kind sind, jeder von uns muss Wege finden, es zu verarbeiten.“

Das ist auch ein Risiko für Verantwortliche im kirchlichen Raum, die viele Rollen gleichzeitig ausfüllen müssen: „Umso mehr müssen wir die, die jetzt Supermenschen sein sollen davor schützen, das sie unter dem Erwartungsdruck nicht zusammenbrechen.“ Was hilft ist, den eigenen Erwartungsdruck als Leiter zu reflektieren und zu relativieren. Selbstleitung! Das ist jetzt noch dringender geboten, weil der Vergleich mit anderen, in dieser starken digitalen Phase, noch viel leichter möglich ist. Und sich damit Frust, Minderwert, Entmutigung …, noch schneller einstellt. Du – und ich auch -, wir müssen unseren Fokus klar halten!

Klarer Fokus: Meine Bestimmung!

Bei aller Versuchung, sich mit anderen zu vergleichen, muss mein der Fokus immer wieder zu diesem Lebensauftrag zurückkehren: Ich bin geliebt, gewollt und berufen! Gott hat mich berufen – nicht Menschen! Diese Berufung will ich zu erfüllen. Kein anderer sein. Deshalb gilt für mich: Ich will die beste Version von mir – zur Ehre von Gott – werden, darum geht es! Vergleichen ist irgendwie am Ende des Tages nicht so gut. Zwar sollte man sich inspirieren, anstacheln und begeistern lassen. Aber das Vergleichen mit anderen ist immer destruktiv. Immer. Warum? Du bist nicht der andere!

Wie erlebst Du als Leiter diese Zeit?

Ich würde mich freuen, wenn Du zu den Fragen (einfach hier rauskopieren, in eine Mail einfügen und Deine Antworten in einer andern Farbe oder eingerückt als Stichworte tippen, das wäre genial!) mir Deine Sicht schreibst.

Nutze gerne diesen Link. Gerne kannst Du das auch an befreundete Verantwortliche mit einer Ermutigung zu reagieren weiterleiten. Die Einsichten werde für alle Leser hier zur Verfügung stellen.

In Gesprächen mit Kollegen höre ich immer häufiger folgende Stichworte:

  • Online Gottesdienste sind für mich u. das Team anstrengend (ein Kollege sagte: ich brauche dafür die Kraft, wie sonst für 3 normale GD)
  • Die Beteiligung flacht ab: KG via Zoom …, Interesse, Aktivität … von Leuten der Kirche. Einzelne gut dabei, aber eine zunehmende Ermüdung in der Breite
  • Leute ziehen sich ins private zurück: Sonntags (oder Montags …) kurz den Online GD geschaut, dann ab mit der Familie: Brunch, Kaffee, Spiele, TV …
  • Leute der Kirche vermissen die Kirche nicht so sehr, sind mit sich beschäftigt
  • Erste Leute sind verärgert, wütend, aggressiv. Am Telefon kommt es zu leichten Ausfälligkeiten

Wie ist es bei Euch?

  • Online Treffen via Skype, Zoom … Wie ist die Entwicklung: Beteiligung, Begeisterung, Zusammen …
  • Online GD: Kraft, Dynamik, Zeit, Freude
  • Leute der Kirche: Betreuen – Kontakte, Interesse, Gegenseitigkeit?
  • Läuft es über DICH, sind viele aktiv?
  • Mitarbeiteraustausch
  • Leitertreffen
  • Träumen

Wie geht es Dir als Leiter?

  • Vision
  • Kraft
  • Begeisterung
  • Freude
  • Wenn Du an die Kirche denkst
  • Wenn Du an eure Gäste, Kids, jungen Leute, alten Leute, Familien … denkst
  • an die nächsten Wochen denkst
  • Technische Seite des Gemeindelebens …

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
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