PRÄGENDE SÄTZE: MEINE WICHTIGSTE LEITERLEKTION VON WILLOW

Es gibt ein paar Sätze, die man irgendwann lernt, mitschreibt, verinnerlicht und die einen ganz viel lehren. Und damit entscheidend prägen. Ich will in dieser kurzen Serie »Prägenden Sätze« ein paar der Schlüsselsätze aufgreifen und kommentieren, die mir als Leiter in den letzten 35 Jahren sehr geholfen haben. Dazu beginne ich mit einem Schlüsselsatz von Bill Hybels. Diesen Satz könnte ich – aber ehrlich gesagt – so nicht mehr unterschreiben. Doch mit einer kleinen Änderung wird er aber zur vielleicht wichtigsten Lektion, die ich je von Willow gelernt habe. Hier ist er:

MEIN SCHLÜSSELSATZ

»Everything rises and falls on leadership!«

»Alles steht und fällt mit Leitung.« Leitung ist in der Tat eine der entscheidenden Dimensionen der Organisationsentwicklung, Teambildung, dem Projektmanagement oder der Förderung von Menschen. Leitung verstehen dabei Christen immer als geistliche Leitung. Was ist das? Es ist ein Führungsverständnis, das sich aus dem »Geführtwerden« durch Gott begründet und in der Verantwortung vor ihm geschieht.

Wenn Verantwortliche schlecht, schwach, missbräuchlich … leiten, leiden Menschen, Organisationen, Teams gleichermaßen. Aber auch Konzerne, Verwaltungen, politische Parteien, NGO’s, Fußballclubs … trifft es hart, wenn schwach geleitet wird. Das stimmt auch in der Kirche. So wichtig die These ist – die Bill Hybels unzählige Male gesagt hat –, ich würde sie nicht mehr an die erste Stelle der Prioritätenliste im Kontext von Führung setzen. Die Entwicklungen bei Willow zeigen mir, das etwas noch davor kommt. Was?

»Everything rises and falls on integrity!«

»Alles steht und fällt mit Integrität.« Das ist ein harter Fakt, aber es ist ein Fakt. Und »Fakten sind Freunde«, habe ich von Bill vor langer Zeit gelernt und mir behalten. Integrität. Was ist das?

C.S. Lewis definiert Integrität so: »Integrität bedeutet, das Richtige zu tun. Auch wenn niemand zusieht.«

Der philosophischen Humanismus definiert Integrität als die möglichst weitgehende Übereinstimmung zwischen den eigenen Idealen und Werten mit der tatsächlichen Lebenspraxis. Einfacher gesagt: Ich richte mich nach meinen Werten, Überzeugungen und Aussagen, ganz gleich was es mich in der Realität kostet. Noch einfacher: Innen und außen ist stimmig bei mir. »Wasser predigen und selbst Wein trinken?« Geht nicht. Das ist nicht integer! Ich muss mich fragen wer ich bin, wenn mich niemand sieht?!

Man nimmt die fehlende Integrität am anderen schnell wahr. Beim Chef. Dem Kollegen. Dem Partner. Den Kindern. Dem Pastor. 😳 Aber für einen selbst liegt der eigene Mangel an Integrität oft im Dunkeln. Stichwort »Blinder Fleck!«

Alles steht und fällt mit meiner Integrität.

Was auch immer meine Leitungsbegabung aufbauen kann, mein Mangel an Integrität kann und wird es am Ende zerstören. Das ist also meine wertvollste Lektion, die ich in 25 Jahren von Willow mitnehme. Sie ist so grundlegend. Ich muss – ob mir das passt oder nicht – erkennen: Ganz gleich, was alles von den Vorwürfen zutrifft oder nicht, nur schon der Ansatzpunkt fehlender Integrität kann zum Einfallstor ungeahnten Ausmaßes werden. Das ist ein deutlicher Warnschuss! Für mich. Für uns alle.

Meine Perspektive?

Das ist ein kritischer Punkt! Je weiter die Reichweite meiner Leitungsbegabung geht, je gefährdeter bin ich! Deshalb ist es für mich so wichtig, vom Evangelium geprägt zu leiten. Was bedeutet das?

Ich räume ein: Ich bin noch schlimmer, als das andere über mich denken. Ich bin zu noch schwerwiegenderen Dingen fähig, als mir das meine ärgsten Feinde nachsagen. Jep, das stimmt. Keine Ausreden. So ist es! Gleichzeitig stimmt: Ich bin noch geliebter, als es mir meine besten Freunde wünschen. Das gibt mir ganz viel Zuversicht und Geborgenheit, Hoffnung und Zukunft. In allen Situationen. Wenn ich oben oder unten bin. Woher ich das weiß? Vom Kreuz. Es zeigt mir dass es nötig ist, dass der heilige Gott an meiner Stelle sein Leben lassen muss, um mich aus meiner Situation »rauszuhauen«. Es zeigt mir aber auch dass der heilige Gott sein Leben an meiner Stelle lässt, weil er mich »raushauen« will. Ich bin ihm das wert. Du auch. Bill Hybels übrigens auch. Für jeden Menschen gilt das!

»Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.« | Johannes 3:16 (NGÜ) 

Das Evangelium von Jesus Christus ändert noch einmal meinen Blick auf die eingehende Führungsthese. Sie muss nun so lauten:

Alles steht und fällt mit seiner Integrität.

So werde ich vor Heuchelei bewahrt, ohne in der moralischen Überheblichkeit zu landen. Für die theologischen Fachleute unter uns: Ich kann als verlorener Sohn heimkehren, ohne zum älteren Bruder zu werden. Durch Jesus Christus.

Über Lothar Krauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
Dieser Beitrag wurde unter Die Person des Leiters, Die Werkzeuge des Leiters, Fitness für Leiter abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu PRÄGENDE SÄTZE: MEINE WICHTIGSTE LEITERLEKTION VON WILLOW

  1. Pingback: Prägende Redewendungen | 1 – KURZIMPULSE

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.