DIE 12 EFFEKTIVSTEN VERKÜNDIGER

Bildschirmfoto 2018-05-13 um 05.01.11Viele Kirchen suchen nach Wegen, um die gute Nachricht von Jesus Christus effektiv in ihrer Kultur bekannt zu machen. Auch im deutschsprachigen Raum. Sie experimentieren mit Gottesdiensten als »dynamische Celebrations«, andere wählen den Weg »missionaler Gemeinschaften«. Wieder andere verbinden die beiden Ansätze oder versuchen sich auf anderen Wegen.  Was hilft wirklich, was spielt eine große (entscheidende?) Rolle bei der Frage, wie wir unsere postchristliche Kultur für die Botschaft des Glaubens interessieren? 

Das Meinungsforschungsinstitut Gallup hat für den amerikanischen Raum herausgefunden, dass die Predigt immer noch die entscheidende Rolle spielt. Das erinnert an die Aussage des Apostel Paulus im Römerbrief, Kapitel 10 Vers 17: »Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi«.

Wie geht eine Predigt, die das bewirkt? Dieser Frage ist die Baylor Universität in Texas (USA) erstmals 1996 mit ihrem Theologischen Seminar nachgegangen. Sie wollten auch wissen, wer die 12 effektivsten Verkündiger in der englischsprachigen Welt sind. Beispiele zu haben, an denen man lernen kann oder die inspirieren, ist eine grundlegende Art wie Menschen lernen. 2018 legten sie die Umfrage erneut auf.

Effektive Verkündiger: 1996 & 2018

Experten erarbeiten dazu einen Kriterienkatalog. 2018, also mehr als 20 Jahre später, wurden diese Kriterien kritisch durchgesehen und die Umfrage neu durchgeführt. 180 Fachleute (der Evangelical Homiletics Society und der Academy of Homiletics) wurden zur Einschätzung eingeladen. Hier nun die Kriterien und weiter unten die 12 Personen, die in der englischsprachigen Welt als »effektive Verkündiger« die Liste anführen:

AUSWAHLKRITERIEN

Nach diesen Kriterien wurde ausgewählt:

  • Exegetische Qualität
  • Relevanz
  • Person (des Verkündigers)
  • Themen der Verkündigung
  • Form der Verkündigung
  • Effektive Kommunikation in der Verkündigung
  • Art der Präsentation

Die detaillierten Informationen zu den Stichworten der Liste der Kriterien können hier eingesehen werden. Der zeitliche Ablauf sowie das Design der Umfrage ist hier dokumentiert.

Die 12 Verkündiger …

… werden hier in alphabetischer Reihenfolge genannt: 

Alistair Begg

Dr. Alistair Begg ist der Senior Pastor der Parkside Church in Cleveland, Ohio.

Tony Evans

Dr. Tony Evans ist der Gründungspastor der Oak Cliff Bible Fellowship in Dallas, Texas und war 30 Jahre lang der Chaplain des NBA Basketball-Team Dallas Mavericks.

Joel Gregory

Dr. Joel C. Gregory ist Professor für Preaching and Evangelism am George W. Truett Theological Seminary der Baylor University in Waco, Texas. 

Timothy Keller

Dr. Timothy Keller ist der Gründungspastor der Redeemer Presbyterian Church in New York City, New York und Bestseller-Autor der The New York Times bestsellers list.

Thomas Long

Dr. Thomas G. Long ist ein emeritierter Professor of Preaching und Director of the Early Career Pastoral Leadership Program at Emory University’s Candler School of Theology in Atlanta, Georgia. 

Otis Moss

Dr. Otis Moss III ist Pastor der Trinity United Church of Christ in Chicago, Illinois. Er ist Prediger, Aktivist, Autor und Filmemacher.

John Piper

Dr. John Piper ist der Kanzler des Bethlehem College & Seminary in Minneapolis, Minnesota.

Haddon Robinson

Dr. Haddon Robinson war Professor für Preaching am Gordon-Conwell Theological Seminary. 

Andy Stanley

Pastor Andy Stanley ist der Senior Pastor der North Point Community Church und Gründer der North Point Ministries.

Charles Swindoll

Dr. Charles Swindoll ist Senior Pastor der Stonebriar Community Church in Frisco, Texas.

Barbara Brown Taylor

Dr. Barbara Brown Taylor ist ein Priester der Episcopal Kirche und Professorin. Das TIME Magazine reihte sie her in ihre jährliche TIME 100 Liste der einflussreichsten Leute in der Welt ein. (Photo Credit: Lane Gresham)

Ralph Douglas West

Dr. Ralph Douglas West ist Gründer und Senior Pastor der The Church Without Walls in Houston, Texas. 

VERTIEFUNG

Die ausführliche Vorstellung der Personen kann hier aufgerufen werden. Christianity Today hat einen Beitrag zu der Umfrage gebracht, der eine weitere Einordnung erleichtert. Er ist hier verfügbar.

Uns sind Andy Stanley, John Piper, Tim Keller und Chuck Swindoll im deutschsprachigen Raum keine Unbekannten. Ihre Bücher haben Zuspruch auch bei uns gefunden.


Anzumerken ist anzumerken, dass die 180 Experten der Evangelical Homiletics Society and the Academy of Homiletics diese Auswahl getroffen haben. Bis auf Andy Stanley haben alle einen Doktortitel 😉 Wie bei jeder Umfrage haben auch hier die Kriterien, nach denen gefragt wird und die Personen, die die Frage beantworten sollen, einen großen Einfluss auf das Ergebnis 😉

Die 12 Personen, die das Seminar identifiziert habt, haben zum Teil große Zuhörerschaften. Das zeigt zumindest, dass sie mit ihrer sie umgebenden Kultur effektiv kommunizieren können. Was aber wieder ein Kriterium wäre von dem man wissen müsste, ob es relevant ist im Blick auf die Frage. 😀


1996 Ergebnisse

  • Rev. Walter J. Burghardt S.J.
  • Dr. Fred Craddock
  • Dr. James Forbes
  • The Rev. Billy Graham
  • Dr. Thomas Long
  • Rev. Lloyd Ogilvie
  • Dr. Haddon Robinson
  • Dr. John R. Stott
  • Dr. Charles Swindoll
  • Rev. Barbara Brown Taylor
  • Dr. Gardner C. Taylor
  • Dr. William Willimon

Weitere Quellen zur 1996 Umfrage sind hier aufzurufen.

Fotos: Baylor Universität oder die Quellenangabe direkt beim Bild.

Über lotharkrauss

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11 Antworten zu DIE 12 EFFEKTIVSTEN VERKÜNDIGER

  1. Mika schreibt:

    🙄
    Sorry, aber sowas dummes und unnötiges habe ich selten gesehen… was soll diese „Studie“ jetzt bringen?

    Ich glaube uns ist als Christen einfach ein bisschen zu langweilig geworden, da müssen wir jetzt schauen, wer der „effektivste“ Prediger ist… Ich freue mich schon auf die Ergebnisse zum kreativsten, gutaussehensten, reichsten und anschaulichsten Prediger 2018…

    Hoffentlich gibt es auch Arbeitsmaterialien wie man dann zu einem solchen werden kann, ich habe nämlich auch Interesse daran ein effektiver, hipper, reicher und sexy Verkündiger zu sein und in Magazinen auf dem Cover zu landen…

    • lotharkrauss schreibt:

      Hm, verstehe den Kommentar nicht. Was hat der mit dem Beitrag zu tun? Wo ist von einer „Studie“ die Rede? Was haben Kriterien wie Exegetische Qualität, Relevanz, Person (des Verkündigers), Themen der Verkündigung, Form der Verkündigung, Effektive Kommunikation in der Verkündigung, Art der Präsentation (und ihre Konkretion) mit „kreativ, gutaussehend, reich … zu tun (die genannten Personen entsprechen dem kaum 😉 ). Die Arbeitsgemeinschaften »Evangelical Homiletics Society« und »Academy of Homiletics« steht da wirklich nicht im Verdacht!

      Die Frage nach Beispielen, an denen man lernen kann (Best Practise) ist wesentlicher Weg, um zu lernen. Als Kind, bei einer neuen Sprache, im Sport, der Wissenschaft … Warum sollten Verkündiger nicht wissen wollen, wer es richtig gut macht und sich von diesen Personen inspirieren lassen. Wäre für mich ein Zeichen von Bescheidenheit, was ich für Leiter – egal in welchem Feld – richtig gut finde … Anyway … Verstehe daher den Kommentar nicht.

    • Hanna schreibt:

      Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wieso es überhaupt zu so einer Umfrage kommt.
      Hat der Herr nicht schon immer das kleine auserwählt?
      Und zählt nicht viel mehr das, wie sehr ich mich vom Heiligen Geist leiten lasse als dass ich tolle Reden schwingen kann?
      Und zählt nicht viel mehr, wie viele echte Nachfolger Christi mit einem echten Hunger in einer Gemeinde sind als die Köpfe?
      Sehr traurig ist es mit ansehen zu müssen, wie Christen in diese weltliche Falle treten und zu den „Besten“ dazu gehören zu wollen.

      • lotharkrauss schreibt:

        Was hat die Auserwählung derer, die vor der Welt nichts gelten („das kleine“) damit zu tun, ob jemand effektiv kommuniziert oder nicht? Können nicht gerade „kleine“, von Gott auserwählte Nachfolger Jesu nicht auch (gerade!) effektive Kommunikatoren sein?

        Sind „tolle Reden“ per se falsch (vgl. Bergpredigt, Pfingstpredigt, Predigt auf dem Areopag …)? Ist das zwingend ein Widerspruch, dass eine Rede vom Heiligen Geist erfüllt und geleitet ist, und sie großartig in Sprache und Präsentation ist. Ich denke z.B. an die Psalmen. Ps. 119 ist im hebräischen Original sprachlich sehr kunstvoll gestaltet!

        Es besteht ein wesentlicher Unterschied, ob man zu den Besten gehören will (Motiv entscheidet, wozu will ich da zugehören) und der Einstellung, von den Besten lernen zu wollen! Paulus stellt die Gemeinde in Thessaloniki als Vorbild für die Christen in Griechenland vor, weil sie (und er zählt das auf), so vieles so richtig gut gemacht haben.

      • Hanna schreibt:

        …wenn man die Kriterien anschaut, erkennt man schnell, dass es weltliche Kriterien sind und keine biblischen.
        Es taucht nirgends auf wie geisterfüllt die Predigten sind und wie sehr sie eine Umkehr bewirken.

  2. Monika Scherbaum schreibt:

    Wie schön, dass -eine- Frau darunter ist!
    Da geht noch was….oder? Oft haben Frauen leider nicht die Gelegenheiten, Beziehungen
    und Chancen dabei zu sein.
    Monika Scherbaum

  3. Christoph Busch schreibt:

    Ich finde es durchaus interessant von der Qualität eines Verkündigers als Vorbild zu lernen – eine, die dieser auf dem Weg mit und durch den Geist Gottes gelernt hat. Qualität zu besitzen bedeutet für mich auch, bereit gewesen zu sein zu lernen und mitgegangen zu sein, wenn Gott einen Menschen formt. Ich nehme durch gruselige Kommunikationsqualität unserer landesinternen Leiter und Verkündiger einen starken Mangel hier war. Die Hoffnung, der Heilige Geist wird es schon richten, wenn ich mich vorher verweigert habe ist eine seltsame Praktik. Ist es nicht gerade der Geist, den man durch Verweigerung – auch im Lernen – betrübt und zurückweist?

    In der Tat lerne ich oder lasse ich mich hauptsächlich von Kommunikatoren aus Übersee inspirieren. Der Fokus der Untersuchung liegt natürlich auch da – aber gibt es so etwas auch aus unserem Kulturraum? Vorbilder aus Europa (kenne nicht alle aus der Liste – ist da wer dabei?)?

    • lotharkrauss schreibt:

      Mir ist keine qualitative Untersuchung zur europäischen Situation bekannt.

      Ich muss auch immer wieder staunen, wie stark die Hoffnung besteht, dass es der Heilige Geist alles richten wird ohne zu fragen, woran man das konkret beobachten kann. „Geisterfüllt“ ist eine Chiffre, die konkretisiert werden muss. Hier einzuwenden, dass die Frage, wie viele Leute umkehren, nicht bedacht ist, verwundert! Denn gerade ein Tim Keller oder Andy Stanley haben vielen Tausenden durch ihre Predigt genau dazu verholfen. Die weiteren Verkündiger sind uns hierzulande nicht so bekannt, um das seriös einschätzen zu können. Aber von Swindoll, Piper … wissen wir, dass sie vielen zum Glauben und im Glauben geholfen haben. Das ist sicher kein menschliches Werk …

      Ich kann also nur der Meinung hier beipflichten: »Qualität zu besitzen bedeutet für mich auch, bereit gewesen zu sein zu lernen und mitgegangen zu sein, wenn Gott einen Menschen formt.«

      • Matze schreibt:

        Gerade der letzte Satz aber hat mit irgendeiner Qualität des Predigens oder eines Dienstes vom Grundsatz her gar nichts zu tun. Das kann ich auch bei einem Menschen mit geistigen Handicap erleben oder einer alten Dame, die keine große Bildung hat. Geisterfüllt ist jemand nach der Schrift nicht, wenn er toll pedigen kann oder sich viele bekehren, sondern wird durch die Frucht des Geistes sichtbar. Somit kann auch eine MS kranke Frau, die seit 15 Jahren im Bett liegt und die fast keinen Kontakt zu Menschen hat geisterfüllt sein und niemand bekehrt haben
        Gott kann sich aus Steinen Kinder erwecken! Nein, wir wollen so gern immer irgendwelche tolle Persönlichkeiten an denen wir aufschauen können. Das ist aber nicht der Maßstab. Wieviele wurden Christen in Hauskreisen in China oder UdSSR zum Teil nur mit einem Johannesevangelium! Wir machen Gott mit solchen Listen einfach nur klein, weil wir damit Menschen auf den Leuchter heben anstatt Jesus und Gott viel viel größer ist als unsere Vorstellungen und Wertungen.
        Und was ist wenn morgen die nächste Organisation in den USA aufsteht, auch eine Tabelle zusammenstellt und wo von den obengenannten keiner dabei ist. Wo hat dann der Heilige Geist gewirkt, in der ersten Liste oder in der zweiten?
        Ich habe nicht gegen fundierte Theologie und guten Predigten sowie Menschen die sich umfassend am Wort haben ausbilden lassen. Nur es gibt eben auch diese andere Dimension: Viele „kleine“ haben schon und können viel für das Reich Gottes bewirken. Wie oft hat der Heilige Geist schon zu mir gesprochen durch Sätze von ganz einfachen Menschen ohne theologische Vorbildung. Das wollte ich nicht missen!!
        Und: es gibt auch viele gute Theologen, die auf deutsch kommunizieren. Dazu einige Beispiele:
        http://theoblog.de
        http://lahayne.lt/
        oder die Seiten von Evangelium 21, wo man auch auf wieder auf englischsprachige Autoren trifft

      • lotharkrauss schreibt:

        Die Liste ist ja keine Aussage GEGEN Leute, die Gott auf andere Art gebraucht. Wie z.B. die Wahl zum „Fußballer des Jahres“ nicht aussagt, dass andere Leute nicht Fußball spielen können … Ich finde es wichtig, dass wir an beiden Rändern (Christen, die Gott so gebraucht, dass sie eine große Sichtbarkeit erhalten und Leute die Gott so gebraucht, ohne dass es jemand von der Öffentlichkeit mitbekommt) ehren sollten. Ehre wem Ehre gebührt! Die „BEKANNTEN“ (oder wie immer man sie nennen will) skeptisch zu begleiten, um die „UNBEKANNTEN“ aufzuwerten ist keine Lösung. Umgekehrt ebenso nicht. Ich plädiere für eine weite Sicht in dem Thema und größerer Entspanntheit, wie Paulus sie im Philipperbrief Kapitel 1 Vers 15 demonstriert.

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