STAND DER DINGE: WILLOW CREEK COMMUNITY CHURCH

EIN ZWISCHENBERICHT ZU DEN AKTUELLEN ENTWICKLUNGEN: Die Ältesten von Willow haben eine 45tägige intensive Zeit ausgerufen, in der sie die Vorwürfe gegen Bill Hybels genau untersuchen wollen. Externe Spezialisten sind eingeschaltet und Betroffene aufgefordert, vertrauensvolle Gespräche mit den Ältesten zu führen. Am Mittwoch haben sie einen Zwischenbericht zum Prozess gegeben:

“We do believe that we owe these women some apologies. The tone of our first response had too much emphasis on defending Bill and cast some of the women in an unfair and negative light. We are sorry.” 

Das sind deutliche Worte, die Pam Orr, scheidende Vorsitzende der Ältestenschaft von Willow der Gemeinde gesagt hat. Überhaupt ist der Ton sehr demütig, reflektierend und bescheiden.

QUELLEN IM INTERNET

  • Der volle Wortlaut der Erklärung ist HIER zu lesen.
  • Ein Bericht der Chicago Tribune ist HIER veröffentlicht.
  • Ein Beitrag von THE CHRISTIAN POST, mit weiterführenden Infos und Reaktionen ist HIER zu lesen.

Vonda Dyer lehnt die Entschuldigung der Ältesten ab!

Vonda Dyer ist eine der Frauen, die Bill Hybels schwer belastet hat. Sie lehnt nun die Entschuldigung der Willow Ältesten ab und begründet es konkret. Hier ihre Erklärung.

 

Auch Nancy Beach hat auf die Erklärung der Ältesten reagiert. Hier ist ihr Einwand zu lesen.

Über lotharkrauss

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4 Antworten zu STAND DER DINGE: WILLOW CREEK COMMUNITY CHURCH

  1. Stephan schreibt:

    Es ist für mich immer wieder sehr erstaunlich, wie unvorbereitet und naiv die Kommunikation einer solch grossen und erfahrenen Organisation wie Willow ausfällt. Wie sehr sie auf dem falschen Fuss erwischt worden sind, nachdem intern schon über 4 Jahre Anschuldigungen ruchbar geworden waren. Geradezu ein Lehrstück, wie man es in der Krisenkommunikation nicht machen sollte. Denn es war eigentlich leicht voraussehbar gewesen, dass die erste Position von Willow nicht lange zu halten war und in erster Linie darum bemüht war, Bill Hybels zu schützen, anstatt die Wahrheit zu Tage zu fördern. Dass bei so vielen Anschuldigungen von verschiedenen Frauen, die jahrelang eng mit Hybels zusammen arbeiteten, „alles Lügen“ hätten sein sollen, war doch von Anfang an doch eher unwahrscheinlich. Dazu war der Leumund der Anklägerinnen und Ankläger einfach zu gut. Was für einen Sinn würde es machen, Lügen wie z.B. „zu lange Umarmungen oder unpassende Bemerkungen“ aufzutischen, wenn diese doch sehr subjektiv verstanden werden können. Wenn schon Lügen, dann wären sie doch mit gröberen und eindeutigeren Sachen aufgefahren. Das macht doch alles nicht wirklich Sinn, ausser es ist eben die Wahrheit. Spätestens als von Seiten der ehemaligen Verlegerin von Zondervan ebenfalls ähnliche Klagen und Schilderungen kamen, war es um Bill Hybels geschehen. Dass der Ältestenrat sich zudem erst jetzt von „externen Spezialisten beraten“ lässt, nachdem man zunächst so betont hat, wie alles von externer Stelle so gründlich abgeklärt worden sei, macht ebenfalls nicht gerade den besten Eindruck. Weiter bleibt auch die letzte Mitteilung des Ältestenrates immer noch sehr vage und ist gespickt von christlichem Jargon. Wofür genau müssen sie sich jetzt entschuldigen? Was ist jetzt genau gelogen und was nicht? Wer hat denn die „Jahreszeit der Trauer“ zu verantworten, von der Pam Orr im letzten Schreiben spricht? Wenn die Frauen nicht gelogen haben, dann müsste logischerweise Bill Hybels mindestens teilweise gelogen haben und der Ältestenrat war schnell dazu bereit, seinen Beteuerungen zu glauben. Was sind denn nun seine Verfehlungen? Dass er über Jahre einen Deal mit der IT-Abteilung hatte und nur seine Emails gelöscht wurden? Dass er sich mit Frauen auf seinem Hotelzimmer, seiner Yacht oder seinem Ferienwohnort traf? Warum hat sich der Ältestenrat von Willow so unkritisch dazu verleiten lassen von „Verschwörung“ und „Lügen“ der Kläger zu sprechen? Am ehesten Sinn machen würde, dass man einfach den Gründer von Willow und den Ruf der Kirche schützen wollte. Es ist traurig, dass erst ein Bericht einer säkularen Zeitung, all diese Dinge ins Rollen bzw. ans Licht brachte und nicht das Gewissen und die Unabhängigkeit der Ältesten. Besser wäre es gewesen, von Anfang an reinen Tisch zu machen als Scheibchenweise nachzubessern. Die Wahrheit ist auf lange Sicht immer noch am besten für LeiterInnen und Gemeinden. Wir können alle viel daraus lernen.

    • Dirk Grote schreibt:

      Macht es Euch nicht zu einfach – auch wenn 100 Frauen Bill Hybels beschuldigen sollten, so ist seine Schuld noch lange nicht bewiesen. Den guten Leumund hat (hatte?) Bill Hybels übrigens auch.
      Es sollte ein faires, objektives und unabhängiges Verfahren mit externen Experten angestrebt werden, um alle Vorwürfe so gut wie möglich aufzuklären. Das braucht viel Zeit. Spekulationen und voreilige Bewertungen helfen niemandem. Über die Presse zu kommunizieren ist im Übrigen auch keine seriöse und glaubwürdige Vorgehensweise.

  2. Matze schreibt:

    @Stephan ist im wesentlichen beizupflichten, was ich durch folgende Gedanken ergänzen will
    DANKBARKEIT habe ich darüber, dass man sich bei Willow jetzt zu dieser Darstellung entschlossen hat. Daraus resultiert die
    HOFFNUNG dass daraus gelernt wird und man es in Zukunft anders, biblischer macht.
    Dabei geht es nicht nur um das Sexualität, es geht vor allem um MACHT und um Leiterschafts-verständnis. Viele Leiter meinen, dass sie sich auf einem anderen Level wie die übrigen Gläubigen befinden, was wir auch schon in Predigten gehört haben. Dabei gilt nach der Schrift, dass alle Christen, die den Heiligen Geist empfangen haben, den gleichen geistlichen Stand haben, der Leiter aber eine andere Aufgabe hat. Alle Gläubigen haben alles zu prüfen. Sätze wie „mach dir keine Gedanken wir (also die Leiter) haben das schon im Griff“ werten diese Verantwortung aller Gläubigen oft ab. Aussagen wie „Gemeinde die Hoffnung der Welt“ anstatt Jesus oder Begriffe wie Held oder Heldenmacher haben die potenzielle Gefahr in sich, dass die Leiter sich über andere erheben anstatt daran zu denken, dass es in der Schrift auch heisst, dass wir Knechte sind die ihre Schuldigkeit tun müssen oder wer unter Euch der Größte ist sei euer aller Diener. Ändern kann man dadurch etwas, in dem in den Gemeinden eine fundierte biblische Lehre geschieht, die Gemeindemitglieder zum Prüfen motiviert werden und ein offener und konstuktiver Umgang mit Anfragen oder Kritik geschieht. Kritik wird leider sehr oft als unbiblisch betrachtet (falsches Verständnis von: Wer den Diener Gottes antastet….), persönlich genommen und dann wird zu schnell darüber hinweggegangen

    Wenn wir aus dem Geschehen bei Willow diese und weitere Konsequenzen ziehen wird daraus Segen entstehen und viele Leute die schon nicht mehr da sind oder sich innerlich abgemeldet haben werden wieder neu für das Reich Gottes motiviert werden

    • lotharkrauss schreibt:

      Mir fällt es schwer JESUS und GEMEINDE zu trennen. Epheser 1,22-23 gibt mir eine andere Idee (Haupt – Körper. Sollte man nicht trennen!). Und zur Rolle der Gemeinde kommt mir Epheser 3,10 in den Sinn. Nicht allein Jesus demonstriert das, er nimmt seine Gemeinde in eine besondere Rolle! Durch sie macht er sogar eine Aussage gegenüber den „Mächten und Gewalten in der Himmelswelt“!!! Auf diesem Hintergrund ist das Zitat „Gemeinde, Hoffnung der Welt“ zu verstehen. Kirche ohne Jesus als Haupt ist nicht Kirche!

      Und noch ein Satz zum „Held – Heldenmacher“. Dave will damit die Haltung aus Philipper 2,3+4, Jesaja 41,6 usw. Dass er den Begriff „Held“ verwendet, muss man von seinem Hintergrund verstehen (wollen). Als Deutsche haben wir ein gebrochenes Verhältnis zu diesem Begriff. Es geht ihm dabei nicht um den Begriff, sondern um die Haltung, zu einem DIENER für ANDERE zu werden, damit das REICH GOTTES vorankommt, und eben nicht UNSER REICH (unsere Marke, Kirche, Erfolg …). Im Kern ist das Anliegen JÜNGERSCHAFT, NACHFOLGE in der Erfüllung des AUFTRAGES aus Matt. 28,19 u. Markus 12,30 …

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