#GLS17: Andy Stanley und Bryan Stevenson

Der #GLS17 in Chicago hat volle Fahrt aufgenommen. Hybels meinte am Ende des ersten Tages, dass es für ihn schwer ist, sich an einen besseren ersten Tag in der 23jährigen Geschichte des GLS zu erinnern. So vieles gäbe es zu berichten, hier beziehe ich mich jetzt auf zwei Beiträge, die mein Team und mich ganz besonders bewegt haben:

Bryan Stevenson: Unser Versagen definiert uns nicht!

Bryan Stevenson ist der Gründer und Executive Director der Equal Justice Initiative. Viele Ehrungen hat er und sein Team für ihre herausragende Arbeit erhalten. Sein TED Talk ist bereits über 3 Millionen mal angesehen worden. Was zeichnet den Anwalt aus, dass er zum Summit eingeladen wurde? Wir brauchen nicht lange, um das zu erfassen. Direkt von Beginn an folgen wir gebannt seinem Vortrag und sind am Ende tief bewegt! Sind es Sätze wie »Each of us is more than the worst thing we’ve ever done.« oder seine Einsicht zur Leitungsverantwortung »In brokenness we understand how to lead.« die uns berühren? Oder ist es seine bescheidene Persönlichkeit, die stimmig zum Inhalt ist? Oder doch sein Leben, das einen großen Unterschied in unserer Zeit macht? Wir sind auf alle Fälle sehr inspiriert und nachdenklich.

Seine Grundidee der Leitung fordert uns für unsere Leitungsaufgabe heraus:

If we get proximite, if we change the narrative, if we stay hopeful, if we get uncomfortable, real change can happen.

Leitung wird dort einen guten Einfluss entfalten und echte Veränderung bewirken, wenn wir

  • wirklich Nähe zu den Menschen leben, die wir leiten (also denen wir dienen 🙂 ) wollen,
  • wenn wir die Geschichte hinter der Geschichte verändern (Vorurteile, Festlegungen, Deutungsmuster … die wir einander erzählen! Was sind unsere Geschichten hinter den Geschichten, z.B. zu Flüchtlingen, Arabern, Drogenabhängigen …),
  • wenn wir hoffnungsvoll bleiben, ganz gleich was die Umstände gerade sagen,
  • wenn wir es riskieren, auch und gerade in unangenehmen, herausfordernden Umständen (Menschen, Situationen …) und darin Verantwortung übernehmen.

Während Bryan Stevenson Verantwortliche auf der persönlichen Seite herausforderte, ging Andy Stanley mit den Zuhörern auf die Seite der Organisation.

Andy Stanley: Sei ein Lernender, kein Kritiker!

27 Jahre zurück: Stanley sitzt auf der Empore des alten Gemeindesaals von Willow, dem heutigen Lakesite Auditorium. Er hört Hybels und beginnt auf ganz neue Art über Kirche zu denken. Jahre später startet er mit einem Team die North Point Church in Atlanta. Sie wächst rapide und hat heute am Wochenende etwa 70.000 Leute in ihren Gottesdiensten. Aber nun wächst sie nicht mehr so schnell!

 

Was würden sie heute genau so wieder tun?

… fragte Stanley in seinem Vortrag: »If we had to do it all over again, what would we do all over again?« Zu Beginn hatten sie eine »Alleinstellung«. Niemand in der Stadt lebte Kirche so, wie es North Point zu der Zeit tat. Das hat sich heute grundlegend geändert. Und damit steht die Gemeinde und Stanley wieder vor neuen Fragen, Herausforderungen.

Organisationen, die den Wandel verdrängen, werden durch Marktbegleiter überholt die nach Prinzipien handeln, die bestehende Organisationen als nicht geeignet erachten. Das kann ein Trugschluss sein. Immer häufiger entstehen ganz neue Realitäten, die den Markt auf den Kopf stellen. Auch für die Kirche? Zumindest darf man sich der Frage nicht verschließen! Das wäre fatal …

»Close-minded leaders close minds.«

Welche Einstellungen helfen, um in dieser Realität zu bestehen?

Stanley greift in seinem Beitrag 4 Punkte heraus. Sein Podcast gibt Zugang zu diesen Gedanken und weiteren Überlegungen. Auf dem #GLS17 stellt er Gedanken vor, die er im Podcast im Zuge des Jubiläums „20 Jahre North Point Ministries“ vorgestellt hat.

Er forderte seine Zuhörer auf neue Entwicklungen wahrzunehmen, anstatt ihnen zu widerstehen. Seine 4 Hauptpunkte*:

  1. Sein ein Lernender, kein Kritiker!
  2. Halte deine Augen und deinen Verstand offen!
  3. Tausche dein WIE gegen ein WOW aus!
  4. Stelle die einzigartigen, besonders besseren Fragen!

Sehr sehr herausfordernd! Vor allem, wenn man Erfolg hat, mit dem was man aktuell tut, »es« läuft und kein offensichtlicher Grund besteht, sich weiter zu entwickeln. Wir leben in einer Welt, die uns diese Möglichkeiten schlicht nicht offen lässt. Stanley gibt geniale Denkanstöße in seiner Session. (Weitere Stichpunkte auf Englisch am Ende des Posts)

Für uns in Gifhorn ist das super wertvoll! Und wir freuen uns schon mega auf den #LK18 in Dortmund.

Gute Zusammenfassungen zu den weiteren Vorträgen!

Bill Hybels, Sheryl Sandberg u. Marcus Lemonis geben ebenfalls starke Impulse. Das Team von Willow Creek Deutschland bringt zu diesem #GLS17 auch ausführliche inhaltliche Berichterstattungen, in der die Leser des LEITERBLOGS auf Deutsch aktuell informiert werden. Die Zusammenfassung zu Tag 2 des #GLS17, die das Willow Team gepostet hat, ist hier zu lesen. Wir empfehlen das gerne 🙂 

Eindrücke vom #GLS17 als Kurzvideo

TOP 50 Zitate vom #GLS17

ChurchLeaders.com hat die 50 Top Zitate der GLS Sprecher zusammengefasst. Der Klick auf die nachfolgende Grafik führt zu den Zitaten.


*Hier weitere Stichworte zu den 4 Punkten aus unseren Notizen

You have to be a student, not a critic.

  • I remember when we started, there were pastors standing in the back of the auditorium with their arms crossed saying, “This can’t be of God. Look at all these people.”
  • I will never criticize something I do not understand. When I feel my emotions going that way, I’m just going to stop.
  • We need naturally resist things we don’t understand or we can’t control.
  • The moment you start criticizing, you stop learning. When you stop learning, you quit leading. When you quit leading, all the other leaders under you will go somewhere else.
  • “The  next generation product and idea almost never comes from the previous generation. ” – Al Reis

Keep your eyes and mind wide open.

  • Listen to outsiders. Listen to outsiders. Listen to outsiders.
  • Listen to people who are not in our industry. Listen to people who don’t understand what we do.
  • Outsiders aren’t bound by our assumptions. “That won’t work because… (ASSUMPTION) …”
  • Close-minded leaders close minds.
  • The reason you’re looking for a new job or new house is because you work for a close-minded leader.
  • You will close the eyes and the minds of those around you.
  • If you do this, you’re next generation will leave and take their ideas with them. Your status quo leaders will stay and defend the status quo until its too late.
  • How do you respond to staff who make suggestions based on what they’ve seen at other organizations, especially when its a competitor?
  • When is the last time your organization embraced a big idea that wasn’t your idea?
  • When is the last time you weren’t sure about an initiative but gave the go ahead any way?
  • “We must pay attention to the frontiers of our ignorance.” – Sam Harris
  • Being the leader and leading are two different things.

Replace How? with Wow!

  • The moment someone says the “h” word all creative forces die.
  • If someone has an idea, how much does it cost you to say “wow.” You lose nothing by saying wow. You may lose the next generation idea by asking how.
  • Wow ideas to life, don’t how them to death. You can “how” an idea right out the door.
  • Nothing is in gained if you don’t know what your people are dreaming about.
  • Married women in the room: this how/wow idea, your husband comes home with a new idea. Somehow you think God has put you in our lives to “how” our ideas to death. Don’t worry. We almost never follow through with anything.
  • Parents: be careful with our kids. The world will put enough hows in front of them; they don’t need that. Let’s just be wow parents.  Your greatest contribution to the world may not be something you do, but someone you raise.

Ask the uniquely better questions.

  • Is this unique?
  • What would make it unique?
  • Is it better?
  • Is it better…really?

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Eine Antwort zu #GLS17: Andy Stanley und Bryan Stevenson

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