Zwischenruf:  Watch – Segen oder Fluch?

apple-watch-0Ich bin ja seit vielen Jahren ein Apple Nutzer aus Überzeugung. Ich mag mein iPhone 6 und all‘ die anderen netten, praktischen iGeräte. Sie funktionieren, sind für „Nichttechniker“ wie mich zu beherrschen und machen in der Regel das, was sie sollen. Das ist schon was! Und nun die Apple Watch. Wirst du sie dir kaufen? fragen Leute die mich kennen. Bin ich verrückt! Was soll ich mit dem Ding, denke ich. Und überhaupt: ich will das gar nicht am Handgelenk haben, was die Uhr mir anbietet. Selbst wenn ich soviel Geld anlegen wollte. Da hat sich der kalifornische Hersteller bei mir aber so was von gründlich verrechnet! Das weiß der noch gar nicht! Warum?

Multitasking bringt so wenig Nutzen!

Die hemmungslose Nutzung von sozialen Medien? Die ständige Erreichbarkeit? Die Infoflut? Das MultitaskingKerstin Hack, Coach für Führungskräfte aus Berlin hat das zu ihrem Thema der „7-Wochen-ohne“ gemacht und bloggt darüber. Sie nennt gute Gründe warum man das lassen sollte. Rainer Wälde hat als Journalist und Medienmensch ein Zeitungsfasten ein Jahr lang für sich ausprobiert. Hat ihm richtig gut getan und seine Kreativität beflügelt. Ich bin jetzt vorsichtig gestartet und habe meine Facebook App und noch so ein paar soziale Spielereien auf dem iPhone gelöscht. Grenzen setzen! Tut mir gut! Und alles das soll ich mir jetzt wieder ans Handgelenk holen? Freiwillig! Für teures Geld! Nee, auf keinen Fall.

Simplify your Life!

Jeder, der mit gesundem Menschenverstand gesegnet ist und viele Wissenschaftler wissen es: vereinfachen ist ein Geheimnis für ein bewusstes und erfülltes Leben in einer komplexen Welt. „Die Weisheit des Lebens besteht in der Beseitigung der Nichtessentiellen.“ meinte der Universitätsprofessor Lin Yutang. Das Wichtige von dem Dringenden zu unterscheiden, Prioritäten zu setzen, Nein sagen, das Wesentliche tun … Habe ich schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gelernt. Bis heute übe ich, klappt immer mal gut. Die Produkte aus dem Hause Apple haben mir dabei geholfen. Minimalistisch, reduziert und schön! Aber die Uhr mit dem, was sie mir als Nutzer bringen soll, das geht gar nicht. Läuft nämlich für mich in eine komplett andere Richtung. Ich kämpfe schon genug! Womit?

Mit meinem Smartphone, dem iPhone!

Wie jetzt? Ach, es eben nicht ständig aus der Hosentasche zu ziehen, Informationen zu „googlen“, neueste Meldungen zu lesen, eMails, WhatsApp, FaceTime, Kurznachrichten, FB Status von Freunden checken, mitbekommen, was in der Welt so läuft, Blogs lesen, Bücher lesen (o.k. das ist gut!), Bilder machen, Navi nutzen … (Spiele sind nicht so mein Ding!) Und noch so viel mehr. 2012 hieß es noch: „Die Kaffeemaschine und das Smartphone sind der Deutschen liebstes Kind.“ Ich bekenne mich bei beiden Gadgets schuldig! 2014 hat eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Aris hervorgebracht, was viele schon lange vermutet haben: Das Smartphone ist jetzt in der Pool-Position. O.k., die Kaffeemaschine kann auch nicht so viel wie ein Smartphone! Trotzdem, mein Fazit:

Ich hab‘ das Ding schon jetzt viel zu oft am Tag in der Hand. Und jetzt soll es nicht nur in die Hand, sondern noch an die Hand? Das Smartphone selbst muss auch noch irgendwo in erreichbarer Nähe sein, damit die Uhr „tut“! Nee, das brauch ich nicht. Das will ich nicht. Ich bin nämlich genau in die andere Richtung unterwegs.

Es muss weniger werden!

Der Datenmüll muss weg. Ich will weniger. Deshalb interessiert mich die reduziert gestylte Apple Watch mit der Infoflut auf seinem Display überhaupt nicht. Das musste ich als intensiver Apple Nutzer mal los werden. Basta. Und das ist gut so.

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7 Antworten zu Zwischenruf:  Watch – Segen oder Fluch?

  1. Mika schreibt:

    Sehr einseitig der Kommentar. Nicht falsch, aber doch sehr plakativ und alles andere als kontrovers.

  2. markuseichler schreibt:

    Ich nehm mir mal die Freiheit hier zu kommentieren. Dafür sind ja Blogs da. Ich lese mit Interesse seit einigen Monaten Deine Blogeinträge und sie geniessen zudem einen recht hohen Grad an Aufmerksamkeit in meinem Kollegenkreis und unter Christen-Freunden. Du hast wirklich was zu sagen. Erstmal DANKE dafür.
    Allerdings finde ich jetzt Deine Haltung zur #AppleWatch schade und bestätigt für mich eine grundsätzliche Haltung die ich unter meines gleichen in Deutschland erlebe. Die wäre: „Erstmal kritisch, ablehnend, bis hin zu vernichtend“
    Das habe ich in den letzten Jahren einfach immer wieder erfahren müssen. Es kommt was Neues und anstatt eine Begeisterung sich zu entdecken dass etwas Neues erfunden wurde und zu erkennen welch neue Möglichkeiten es in sich birgt, wird es erstmal vernichtend abgelehnt. Das war damals in 2007 beim iPhone so (wo jeder an seinen Tastentelephonen festhalten wollte, die damals von Nokia und Siemens kamen) und zieht sich weit über die Technik-Entwicklung hinaus. Dass das Multitasking etc. seine Gefahren birgt, kann ich nachvollziehen und dem will ich auch gar nicht widersprechen. Ich spreche auch nicht gegen das „digital detoxing“ (http://www.digitaldetoxing.com)
    Aber mir geht es, wie gesagt um die Grundhaltung die dies für mich offenbart.
    Hat das, wenn ich weit zurückdenke, damit was zu tun, dass wir nie wieder von jemand verführt werden wollen?
    Aber und jetzt komm ich auf den Punkt, würde ich mir eine andere Haltung wünschen, die mehr offen für Neues ist. Das würde der Gesellschaft und vor allem den Gemeinden, bis hin zur Jugendarbeit gut tun.

    • lotharkrauss schreibt:

      Danke für das positive Feedback zum LEITERBLOG! Dass Du meine ablehnende Haltung der Apple Watch nimmst und mir eine grundsätzliche Abneigung gegenüber neuen Entwicklungen quasi unterstellst, ist nicht ganz fair. Aber ich hab ja auch bewusst einen polemischen Beitrag mal hier heute gepostet. Ich kenne auch Leute, die sich allem Neuen sehr verschließen. Aber ich gehöre wohl er zu den 2% „Early Adopter“ als zu den 16% Verweigerern. Zumindest wenn ich meinen Bekannten Glauben schenken kann, die mich immer mit den neuesten Gadgets rumrennen sehen. Aber das Gadget überzeugt mich einfach im Blick auf mich nicht. Meine Herausforderungen, meine Schwachstellen, meinen Geldbeutel. Die Apple Watch hat einfach bei mir den Vogel abgeschossen. Aber sonst: Ich find Innovation cool und auch für die Watch gibt es bestimmt eine Zukunft, wenn sie nicht als Newton enden sollte … Apple weiß, wovon ich schreibe 😉

  3. Michael schreibt:

    Lieber Lothar,
    Dein Beitrag ist tatsächlich sehr subjetiv und wenig kontrovers.
    Der Umgang mit jedem Medium will gelernt sein, egal ob Buch, Zeitung, Smartphone, Notebook oder Telefon. Effiziente Menschen werden sich freiwillig in der Nutzung beschränken und die Vorteile gegen die Nachteile abwägen. Nutzen, statt sich benutzen lassen ist die Devise.

    Meine Prognose geht allerdings klar in Richtung derartiger Gimmicks:
    Dass diese Uhr (oder etwas Vergleichbares) allerdings nicht den Weg an unserer Handgelenke finden wird, halte ich für eine voreilige Feststellung. Aktuell sind Smartwatches und so etwas wie Google Glasses noch im frühen Kinderstadium. In wenigen Jahren werden aber Smartphones zunehmend durch „unsichtbare“ wearable computers ersetzt, die in der Uhr, der Kleidung und in der Brille versteckt sind. Derzeit ist der Nutzen für die Meisten noch nicht erkennbar. Die rasante Weiterentwicklung wird zu immer kleineren und leistungsfähigeren Geräten mit Spracheingabe, Gestensteuerung etc. führen.

    Unsere derzeitige Nummer 1, wird in wenigen Jahren zum Technik-Dinosaurier mutieren.
    Schauen wir mal, wie wir dann alle mit den neuen Gadgets zurecht kommen werden.

    Viele Grüße,
    Michael

    • lotharkrauss schreibt:

      Kleiner Hinweis. Ich habe nicht gesagt, dass diese Uhr nicht den Weg zu unserem Handgelenk finden wird. Ich gehe sogar vom Gegenteil aus. Ich sagte, dass sie nicht den Weg zu meinem Handgelenk findet 🙂

  4. thobu777 schreibt:

    Ich frage mich gerade lächelnd, warum bei den Blogeinträgen der letzten Wochen so gut wie keine Kommentare waren. 🙂

  5. manugetit schreibt:

    Bei all den Kommentaren finde ich die Begeisterung zu der Watch genauso plakativ wie die Ablehnung von Lothar.

    Für mich ist diese Watch persönlich auch nichts. Letztenendes keine dieser Smartwatches. Liegt einerseits an den Preisen, aber insbesondere daran, dass ich mich nicht noch mehr an Facebook und Co. binden lassen möchte.

    Wann finden wir sonst Zeit zum durchatmen? Beim Essen mit der Familie gehört das Handy, suspektive Smartphone, nicht an den Tisch. So habe ich das zumindest mal gelernt.

    Und das gilt für viele weitere Situationen, wo das Kommunizieren mit Dritten unhöflich gegenüber dem Gesprächspartner ist.

    Wie soll man sich aber daran halten, wenn permanent das Handgelenk blinkt, vibriert und auf Dinge aufmerksam macht, die vom eigentlichen Handeln ablenken.

    Nein, mit Smartwatches und GoogleGlass gehen wir zu weit, wenn es nicht tatsächlich für die Ausübung der Arbeit unterstützend gedacht ist.
    So geht Volkswagen in der Logistik einen neuen Weg und möchte Datenbrillen einsetzen um Wäre freihändig zu scannen und somit Arbeitsprozesse zu optimieren. Das klingt sinnig und innovativ.

    Aber im privaten Alltag ist es eine Ablenkung permanent „online“ zu sein, denn dann sind wir in der Realität schnell offline!

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