Können Leiter wahre Freunde finden?

Foto 06.02.15 12 35 25Viele Verantwortliche werden mit der Zeit immer einsamer. Mein erster „Pastoral-Azubi“ – noch in Oldenburg – fragte nach 4 Wochen hauptamtlicher Tätigkeit (nachdem er schon Jahre in der Gemeinde sehr gut vernetzt gewesen war): Leute, auch bislang gute Freunde, verhalten sich mir gegenüber jetzt so anders! Sie sind distanzierter. Sehen mich mehr über meine Funktion, weniger als Person. Ist das normal? Ist das unvermeidbar, dass man als Verantwortlicher einsam(er) wird? Verändert die Führungsrolle in der Abteilung, dem Team, der Band, im Hauskreis, der Kirche … tatsächlich etwas für alle Beteiligten? Und stimmt es, dass Leiter letztlich einsam werden, keine echten Freunde haben können? John Ortberg, Bill Hybels &  Ron Edmondson haben dazu Position bezogen, die wir mit diesem Post dokumentieren.

Bill Hybels

Hybels ist der Meinung, dass das am Ende eine Entscheidung ist, die jeder für sich selbst trifft. Wer einsam an der Spitze sein möchte, wird es werden. Wer starke Beziehungen, auch innerhalb der Organisation leben möchte, kann sie bauen. Er spricht davon, dass er sie innerhalb von Willow gebaut hat. Wie er das tut, beschreibt er in dem nachfolgenden 5 Minuten Clip. Die deutschen Untertitel sind über das Untertitel-Symbol der Menüleiste des Videofensters aufrufbar.

Ob sein Konzept mit den Hüten in der Wirklichkeit von Führungskräften innerhalb unserer Kultur umsetzbar ist würde mich interessieren. Kommentare dazu sehr willkommen! Mehr Clips von Bill Hybels sind hier abonnierbar.

John Ortberg

Ortberg ist auch davon überzeugt, dass der Verantwortliche Freundschaften leben kann. Ob das innerhalb einer Organisation der Fall ist, spricht er nicht an. Aber drei Kriterien, die für ihn die Voraussetzung für Freundschaften darstellen, sind hörenswert. 3 Minuten, die sich lohnen! Wir haben die Thesen als Stichworte unter dem Video aufgeschrieben.

Chemie | Charakter | „Für mich“ und darin offen im Feedback …

Ron Edmondson

Ron EdmondsonEdmondson bloggt viel und qualitativ für Führungskräfte. Sicher, er tut das auf dem Hintergrund seiner Kultur (USA), das sollte man immer bedenken. Lernen kann man von ihm aber allemal. Hier sind seine 7 Hinweise:

Viele Pastoren haben nur wenige Freunde! Das ist einfach ein Fakt! Bester Freund/Freundin sollte der Partner sein, meint Edmondson.

  1. Sei bereit auch Freunde außerhalb der Kirche zu suchen!
  2. Verbinde dich mit einem anderen Kollegen als Freund!
  3. Baue die Freundschaft langsam auf.
  4. Baue die Freundschaft über gemeinsame Interessen auf.
  5. Suche Leute, die „gesund“ sind, nicht perfekt! Sie können dich dann als Freund behandeln, nicht als Seelsorger, Coach, Ratgeber …
  6. Sei absichtsvoll – SUCHE Freundschaft!
  7. Gehe das Risiko ein, das sich beim Bau von Freundschaft nicht ausschließen lässt.

Edmondsons Ausführungen zu seinen Thesen finden sich im Original hier.

Zur Vertiefung ist die Reihe „Der Leiter ist anders …“ auf dem Blog zu empfehlen.

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Eine Antwort zu Können Leiter wahre Freunde finden?

  1. Chat schreibt:

    Bin genau der Meinung die meisten Freunde sind auch meine Kollegen. Ich denke das ist aber auch kein Wunder die meisten davon sehe ich mehr als meine eigene Frau 🙂

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