PRAXIS: Einen Veränderungsprozess gestalten | 1

Wandel - Praxis

Eine Gruppe oder Gemeinde auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen ist eine tolle, aber auch eine herausfordernde Aufgabe. Das weiß jeder Verantwortliche, der das versucht. So geht es mir auch. Am Donnerstag war der erste Abend und ich will darüber konkret und praktisch, inklusive der Arbeitsmaterialien, im „Praxisteil“ Reihe „Wandel“ berichten. Meine grundsätzlichen Überlegungen und persönlichen Erfahrungen beschreibe ich in der Reihe „VERÄNDERUNGSPROZESS“ hier auf dem Blog. Also, welche Methoden, Arbeitsmaterialien, Inhalte … verwende ich, welche Überlegungen leiten meine Frau und mich? Wir gestalten den Prozess zusammen. Hier unsere Gedanken und Downloads. Kopieren erlaubt 🙂 !

Der grundsätzliche Auftrag …

… einer Kirche. Ortsgemeinden können (oft unbewusst) von anderen Themen bestimmt werden, als von dem eigentlichen Auftrag des HERRN der Kirche: Jesus Christus. Da stehen ganz schnell und unbewusst Interessengruppen, Persönlichkeiten, Traditionen, die Geschichte der Gemeinde oder auch Suchende, bestimmte geistliche Erfahrungen, Streit, Gebäude, Geld, Israel, politische Anliegen … als bestimmende Themen im Vordergrund!

Sich auf den eigentlichen KERNAUFTRAG der Kirche zu beziehen ist eine heilsame Übung. Sicher, es ist schmerzlich persönlich lieb gewonnene Themen loszulassen. Oder persönliche Berufungen und Lebensschwerpunkte nicht unreflektiert auf eine ganze Gruppe oder Gemeinde zu übertragen. Aber es ist nötig. Was ist der grundsätzliche Auftrag? Der Blick in die Schrift klärt die Frage. Das war also unser Ansatz für den ersten Abend.

Abendgestaltung

  1. Einführung in die Idee des Gemeindeprozesses.
  2. Arbeit in kleinen Gruppen: 6 Kerntexte des NT bearbeiten, die den Auftrag an die Kirche beschreiben.
  3. Präsentation der Einsichten
  4. Kurze Zusammenfassung
  5. Gebet
  6. Gemeinschaft

Einführung

In der Einführung ging es mir darum zu zeigen, dass der beständige Wandel unausweichlich ist, weil die Rahmenbedingungen des Lebens im konstanten Wandel sind. Immer wieder neu klären, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden ist keine Kritik an der Vergangenheit, sondern die natürliche Notwendigkeit! Wie beim Autofahren: Spur halten, das Fahrzeug korrigieren, Schilder lesen, Entscheidungen treffen, mit der Karte vergleichen, auf’s Navi hören …

Kein Freund der Veränderung!
Aber nicht jeder ist ein Freund der Veränderung. Michael Noss zeigt in seinem Buch „Aufbrechen, verändern, gestalten“, dass Menschen unterschiedlich auf Veränderungen reagieren. Und unterschiedlich schnell. Sie sind dadurch nicht schlechter oder besser. Einfach anders. Das ist wichtig am Anfang zu kommunizieren. Auf jede Gruppe trifft das zu. Im Beruf, der Familie, dem Verein, bei Freunden, in der Kirche …

Veränderungsbereitschaft Grafik

Keine geistliche Fehldeutung!
Wer das nicht beachtet, kommt schnell zu Fehldeutung: Der, der schnell reagiert wird zu dem Christen, der den Heiligen Geist sensibel wahrnimmt und gehorsam reagiert. Der, der ganz lange braucht ist der Bremser, der Gottes Wege blockiert! Oder aber auch: der schnell mitzieht wird als jemand bewertet, der sich zu schnell begeistern lässt! Der abwartende, der vielleicht sagt „ich muss noch einmal darüber beten“ wird als der Geistliche gewertet, obwohl er das „Gebetsargument“ nur einbringt, weil er sich so schwer mit dem nötigen Wandel tut.

Deshalb ist es gut für die ganze Gruppe, wenn der einzelne Teilnehmer sich realistisch reflektiert und in seinen Grenzen und Stärken erkennt. Diese Information ist ein wichtiges „Instrument“ auf dem Weg des Wandels. Zu schnelle Schritte (Das geht mir alles hier nicht schnell genug!) und kritische Kommentare (Ich weiß nicht, ob das wirklich Gottes Weg für uns ist?!) können so besser überprüft, eingeordnet und ggf. relativiert werden. Wer sagt was warum? Nicht jeder Kommentar ist geistlich motiviert!!!

Gruppenarbeit: Der grundsätzliche Auftrag

Wir haben nach der Einführung die ca. 70 Teilnehmer sich in Gruppen von 4 – 7 Leuten sich finden lassen. Jede Gruppe hat einen Bibeltext der sechs Texte genommen und bearbeitet. Gemeinsam sollten sie mit den Einsichten der Bibelarbeit ein Plakat gestalten das den Gifhorner Bürgern mitteilt, warum es die FCG Gifhorn in der Stadt gibt. Mit diesem Ansatz übten wir gleich einmal unsere Sprachfähigkeit gegenüber Leuten, die mit dem Glauben wenig bis nichts zu tun haben. Ein Christ sollte den Auftrag der Kirche kurz und knapp einem Nichtchristen erklären können, oder?!

Plenum

IMG_5461Dann hat jeweils ein Sprecher der Gruppe der gesamten Gruppe das Plakat vorgestellt. Ich konnte dabei beobachten, wer wo Initiative ergreift, leitet, kreativ mitwirkt usw. Keine unwesentlichen Informationen für einen neuen Pastor in seiner neuen Gemeinde 🙂 !

Die Kerngedanken der Plakate habe ich parallel auf einer Flip-Chart mitnotiert und im Anschluss für die gesamte Gruppe zusammengefasst. Schließlich ging es in kleine Gruppen zum Gebet: Jesus, mach aus uns so eine Gemeinde für Gifhorn!

Gemeinschaft

Bei Tee, Wasser, Knabbersachen … konnten alle, die noch bleiben wollten bleiben und miteinander weiter das Gespräch fortsetzen … Viele haben das genutzt! Am nächsten Donnerstag geht es weiter: Was hat unsere Väter motiviert die Gemeinde zu beginnen, was war ihre Vision, was das Reden Gottes? Welche Höhepunkte prägten die Gemeinde. Welche Rückschläge? Was lebt in unseren Herzen für die Zukunft. „Wurzeln & Flügel“ schauen wir in der nächsten Runde an.

Material zum Download

Bilder: Gerhard & Lucia Jung, Privat

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