15 Top Trends der Kirche 2015 – auch in Europa?

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Der Experte für Fragen der Kirche und Leitung, Thom S. Rainer, hat 15 Trends für 2015 ausgemacht, die die Kirche in den USA prägen werden. Ob sie auch in Europa eine Rolle spielen, ob sie zeitversetzt bei uns hier ankommen, oder ob sie für uns keine Rolle spielen werden, wird sich zeigen. Spannend finde ich sie aber auf alle Fälle. Hier sind sie:

15 Top-Trends der US-Kirche

Ich stelle es für die Leser, die aus der akademischen Welt kommen, gleich klar: Die Trends sind nicht (allein) auf der Basis empirischer Forschung von Rainer so zusammengestellt. Obwohl er die Forschungsergebnisse unterschiedlicher Institute im Blick hat. Seine umfangreiche Tätigkeit und Erfahrung als Berater und akademischer Lehrer qualifiziert ihn zumindest dafür, Beobachtungen zu teilen. Und die gab er Anfang Januar weiter:

15. Ein starkes Wachstum von Hauptamtlichen in der Kirche, die noch einem weiteren Beruf nachgehen.

14. Der Abendgottesdienst am Sonntag verschwindet! Weniger als 5% der Kirchen bieten ihn noch an.

13. In den Gemeinden wird wieder mehr gemeinsam gesungen. Der Trend sowohl in traditionellen als auch zeitgemäßen Kirchen, dass man kaum noch die Leute singen hört, geht zurück.

12. Mehr Christen werden ihren Glauben sowohl durch ihr persönliches Zeugnis als auch durch ihr Lebensvorbild teilen. „Verbal incarnational evangelism“.

11. Die Strukturen der Denominationen werden schlanker und gehen insgesamt zurück. Ihre Unterstützung der örtlichen Gemeinden nimmt auch ab.

10. Ortsgemeinden erlangen mehr Anerkennung in ihrer politischen Gemeinde. Das geschieht dadurch, dass die Kirchen und ihre Leute mehr der politischen Gemeinde auf vielen Wegen dienen. Früher lebten die Gemeinden mehr zurückgezogen und auf sich selbst konzentriert.

9. Mehr Menschen schließen sich großen Gemeinden an! Sogar auf dem Land ist zu beobachten, dass man weitere Strecken auf sich nimmt. So werden Gemeinden über 1000 Besucher weiter wachsen, Kirchen mit 400 – 999 Besuchern bleiben stabil und Gemeinden mit weniger als 400 Leuten schrumpfen.

8. Ortsgemeinden suchen die Partnerschaft mit Denominationen, nehmen aber mehr Einfluss darauf, wie die Partnerschaft sich konkret ausgestaltet. „Bottom-up-partnerships“.

7. Die theologische Ausbildung in Ortsgemeinden gerät mehr in den Fokus! Erfolgreiche Theologische Seminare suchen daher mehr die Partnerschaft mit Ortsgemeinden.

6. Auch in kleineren Kirchen werden die Predigten zunehmend von mehreren predigenden Pastoren übernommen (Teaching Pastors). Bislang hatten vor allem „Mega-Gemeinden“ sogenanntes „Team-Teaching“ (Willow hat das z.B. als einer der Vorreiter so gehandhabt). 

5. Die Anzahl der „Multi-Site-Gemeinden“ nimmt beständig zu.

4. Eine Gebetsbewegung in den Ortsgemeinden wird zunehmen. Besonders unter der jungen Generation (Millennial’s) wird das zu beobachten sein.

3. Eine Bewegung der Kleingruppen in den Ortsgemeinden wird kommen. Mit einer starken Bedeutung für die Kirche.

2. Eine wachsende Schwierigkeit für die Gemeinden, den passenden Pastor zu finden und umgekehrt. Beide Seiten erleben eine zunehmende Frustration. Das traditionelle „Pastoren-Such-Komitee“ stößt an seine Grenzen. Neue Modelle und Wege werden gebraucht.

1. Mit der Zunahme des Einflusses der „GenX“ Generation und den „Millennials“ wird die „versammelte Gemeinde“ in den Gottesdiensten kleiner werden. Statt dessen werden die Gemeinden dadurch wachsen, dass sie viele Gottesdienste am Wochenende anbieten, dafür unterschiedliche Räume nutzen und mehr Standorte schaffen.

Soweit die Beobachtungen von Thom S. Rainer. Hier sind sie ausführlich und im Original zu lesen. Die Vita von Rainer ist hier aufzurufen.

Welche Trends beobachtet ihr in Deutschland, der Schweiz, Österreich …

Was denkt Ihr Leser darüber? Welche Trends beobachtet ihr? Was wird in Deutschland und Europa ähnlich kommen, womit ist überhaupt nicht zu rechnen, weil die Kulturen dann doch zu weit auseinander liegen und nur schwer miteinander zu vergleichen sind?

Gerne kann die Kommentarfunktion hier genutzt werden oder die FB Seite des Leiterblogs.

NACHTRAG: ChurchInfluence hat seine 3 Megatrends in den USA gepostet. Hier sind sie:

  • More multi-site and multi-venue churches. It does not seem that long ago that a multi-site church in America was a rare exception. Indeed, many viewed this approach with suspicion because they were uncertain about its efficacy or theological foundations. Today, the multi-site church seems commonplace and normative. The acceleration of the multi-site church is taking place as smaller churches begin to adopt the approach. This strategy was largely adopted by megachurches just a few years ago. Today, churches of 300 in attendance and even smaller have joined the multi-site strategy.
  • More multi-preacher/teacher churches. As a multi-site churches have increased in number, so have the number of churches with more than one regular preacher or teacher. But the multi-site movement alone cannot explain the accelerated growth of this phenomenon. Again, its adoption by smaller churches has increased the growth rate more than any one factor. I can think of dozens of congregations under 200 in attendance that have more than one preacher or teacher.
  • The rapid increase in large churches functioning as quasi-denominations. The functions of denominations have historically included missions funding; funding of theological education; providing of Bible study and other resources; and guidance in both polity and ethical issues. Today, many large churches carry out, to some degree, all of these functions. The acceleration of this development seems to have three sources. First, many churches are generally dissatisfied with the direction of the denomination of which they are a part. Second, most denominations have fewer funding dollars to carry out their functions. Third, many struggling churches have elected to become acquired by another church, essentially making the acquiring church act as an oversight body of other churches.
Foto: Lothar Krauss

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