Willow Kongress: Alles Leidenschaft oder was?

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Photo ©: Thorsten Indra/ Willow Creek

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Wenn man den Kongress mit einem Wort zusammenfassen will, könnte man die Vokabel „Leidenschaft“ bemühen. Alles, was Verantwortliche tun, soll von Leidenschaft geprägt sein. Nicht von Perfektion! Perfekt ist eh niemand hier. Aber leidenschaftlich können wir alle sein. Das macht den Unterschied. Menschen, die mit Leidenschaft und Hingabe einer Aufgabe nachgehen, inspirieren, begeistern, mobilisieren.

Leidenschaft steckt an!

Mir fällt ein Boris Becker ein, der einen Tennis Boom (mit Steffi Graf u. Michael Stich) vor fast 30 Jahren ausgelöst hat. Ein Michael Schuhmacher, der viele für den Motorsport begeistert hat. Und ein Bill Hybels, der viele Menschen rund um den Globus für Gemeinde, Evangelisation, soziale Gerechtigkeit, Überwindung der Rassentrennung und – last but not least – für die Rolle als Leiter ansteckte!

Photo ©: Thorsten Indra/ Willow Creek

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Leidenschaftliche Leiter stecken an. Bill Hybels nimmt mal wieder kein Blatt vor den Mund: Leidenschaftlich sollen unsere Gottesdienste sein, Menschen sollen von Gott berührt werden. Leidenschaftliche Musik, leidenschaftliche Predigt (sie soll auch theologisch gut fundiert sein, praktisch für den Alltag und kreativ in der Form), leidenschaftliche Gemeinschaft. Leidenschaftliche Leiter bauen leidenschaftliche Gemeinden. Das braucht es auch in Deutschland. Ich kann nur zustimmen. Auch mit über 60 brennt Hybels für die Ortsgemeinde, die in seinen Augen „die Hoffnung der Welt ist“, wenn sie richtig (ihrer Berufung entsprechend) „funktioniert“.

Photo ©: Claudia Börner/ Willow Creek

Photo ©: Claudia Börner/ Willow Creek

Prof. Michael Herbst macht es dann in seinem Referat vor, wovon Bill Hybels gerade gesprochen hat. Ein kluges, tiefes, leidenschaftliches Plädoyer für eine Gemeindearbeit in Deutschland, die Zukunft hat. Zwar hat die „Volkskirche als „privilegierte Kirche des ganzen Volkes“ keine Zukunft: „Volkskirche in diesem Sinn stirbt aus und wird auch nicht wieder auferstehen.“ und es dürfe Christen nicht darum gehen, „die Kirche der Vergangenheit oder die Vergangenheit der Kirche“ zu retten. Aber es gibt eine Zukunft Gottes für seine Gemeinde! „Mut zum Aufbruch ist das, was die deutsche Christenheit braucht.“, meinte der Professor.

Ein Kongress der ansteckt!

So geht es dann weiter, Schlag auf Schlag. Viele Referate atmen diese Leidenschaft, weil die Referenten mit Leidenschaft kommunizieren. Ein sehr anregendes INNO 2014 Forum am ersten Abend schlägt eine Schneise in die Zukunft, die wir Christen nehmen müssen. Weite des Denkens, ohne Engführung in Methoden und Formen. Eine kompetente, angemessene und gelungene Fortsetzung zu Stuttgart. Und dann steuert der Kongress auf weitere Höhepunkte zu. Der gemeinsame Lobpreis mit fast 8.000 Leuten wird immer intensiver, die Atmosphäre immer dichter. Heather Larson, Executive Pastor von Willow Creek und Verantwortliche für „Compassion & Justicenimmt uns mit auf Willows Reise eine Gemeinde zu werden, die in allem was sie tut, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit verfolgt. Das neue „Care Center“ ist erst wenige Monate eröffnet, und schon ist über 13.000 Familien geholfen worden. Mit über 2000 ehrenamtlichen Leuten der Gemeinde, die ihre beruflichen Qualifikationen kostenlos für Bedürftige einsetzen. Wir sind herausgerissen aus dem „Drehen um uns selbst“. Auch wenn das nicht unsere Dimension ist, etwas kann jeder von uns tun. Leiter können das mobilisieren! Yes!

Photo ©: Willow Creek

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Im Anschluss kommt dann Pranitha Timothy. Uns stockte der Atem, was uns hier in der Person und der Botschaft begegnet. Hier habe ich dazu schon geschrieben. Wie dankbar bin ich Willow immer wieder neu, dass sie ihre Bühne teilen und solchen Christen Raum geben! Meinen Horizont damit weiten. Bill Hybels kommt auf diesen Beitrag von Pranitha im Konferenzfazit noch einmal zurück und spricht davon, dass er selbst sehr berührt und herausgefordert ist, sein Bemühen für die Unterdrückten weiter auszuweiten und mehr von seinem Einfluss dafür zu nutzen.

Ein Geigenbauer?

Und dann ein Geigenbauer! Martin Schleske. Ein Geigenbauer auf einem Kongress für Mitarbeiter und Leiter? Einer, der keine Mega-Gemeinde leitet und keinen Mega-Erfolg in der christlichen Subkultur vorzuweisen hat? Was soll er den fast 8000 Leuten bringen? Aber Vorsicht! Gut, wenn man keine Vorurteile hat. Die Menge ist aus dem Häuschen! Wer wissen will, wie Gott einen formt und mit „unperfekten“ Voraussetzungen meisterhaft zum Klingen bringt, der muss den Vortrag hören oder sein Buch lesen. Wahnsinn!

Am Abend …

… ist die Gelegenheit sich mit anderen Teilnehmern der eigenen Kirche zum Austausch zu treffen. Ein produktives Treffen mit dem Präses des BFP, Johannes Justus in der Elim Gemeinde Leipzig darf ich moderieren. Der Raum ist voll mit „Pfingstlern“, die dankbar und begeistert von Willow profitieren. Wieder wird klar: „Egal wie die Wolle gefärbt ist: Hauptsache Schaf!“ So ist das erneut bei diesem Willow Kongress: Auch den BFP inspiriert die Leidenschaft und Hingabe, die wir am Kongress erleben.

Photo ©: Claudia Börner/ Willow Creek

Photo ©: Claudia Börner/ Willow Creek

Der letzte Tag!

Nur Ausklang oder Höhepunkt? Höhepunkt: Ganz klar. Der Lobpreis und die Anbetung erreicht eine wunderbare Intensität und eint Christen aus so unterschiedlichen Traditionen, Erfahrungen und Prägungen vor Gott. Wo sonst erlebt man diese Einheit? … muss ich denken. Willow ist öffnet einen tollen Rahmen für Christen im Lande. Danke! John Ortberg wird sehr seelsorgerlich und illustriert die Botschaft an den drei Tagen der Passion: Karfreitag, Ostersamstag, Ostersonntag. Mit uns taucht er in die Erfahrung des „Samstags“ ein. Der Tag nach dem Gebet und vor der Erhörung. Der Tag, an dem Gott schweigt. Wo scheinbar nichts passiert. Der Tag, an dem Jesus scheinbar versagt. Der Tag vor dem Tag, „an dem die Hoffnung geboren wird“. Haben wir eine „drei-Tages-Geschichte“ oder erleben wir uns in einer „ein-Tages-Geschichte“. Ortberg gießt Balsam auf unsere geschundenen Seelen. Klasse. Und dann stellt er Jesus so ins Zentrum, dass die Halle „tobt“. In Begeisterung für IHN, Jesus. Die La-Ola-Welle sieht Ortberg hier zum ersten Mal. Na dann 🙂 Bill Hybels schließt mit seinem Vortrag den Kongress, der nicht wirklich enden will. „Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt“. Und noch eine Frage von Bill wird uns wohl länger begleiten:

Beste Autos

„Hat Gott da gerade was zu uns gesagt?“

Weitere Top-Referenten haben den Kongress und die Seminare am Vorkongress gestaltet. Alle Vorträge können hier erworben werden.

Der nächste Kongress …

… wird vom 11. – 13. Februar 2016 in der TUI-Arena in Hannover sein.

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3 Antworten zu Willow Kongress: Alles Leidenschaft oder was?

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