Beziehungen, Sex … Was unseren Glauben HEUTE herausfordert (Teil 5)

Samuel Diekmann, ist ein junger, engagierter und mitdenkender Leiter und Pastor im BFP, Buchautor und Gründer einer Redner Agentur. Er hatte die Idee die Artikelserie zusammenzufassen und knapp auf den Punkt zu bringen. Das fand ich gut und bat ihn das zu tun. Hier das Ergebnis. Quasi als Ergänzung zum Post heute Vormittag. Danke Samuel!

Die PDF habe ich auch aufgehübscht und mit dem Text ergänzt. Vielleicht können Verantwortliche in Gemeinden davon für ihr Gespräch zur Beziehungs- und Sexualethik profitieren, die Hauskreis- und Jugendleiter in ihrer Aufgabe unterstützen und den Text als Hilfe verwenden. Danke an alle Blogleser, die ihr diese Beiträge bekannt macht und verbreitet. Hier ist die PDF zu laden. Und nun Samuel Diekmann:
 

Auf den Punkt gebracht: Die christliche Ehe!

Nach gründlichen hermeneutischen und exegetischen Überlegungen können wir das christliche Verständnis von Ehe wie folgt zusammenfassen:

  • Paarbeziehung zwischen Mann und Frau
  • Paarbeziehung auf Lebenszeit angelegt
  • Gleichberechtigt in gegenseitiger Unterordnung und Liebe
  • Monogam, Sexualität wird exklusiv im Rahmen der Ehe gelebt
  • Sexualität wird nicht nur als natürliche, gottgegebene Gabe, sondern auch als „geistliches Geheimnis“ verstanden, das der Einheit der Paarbeziehung  sowohl auf natürlicher, als auch auf geistlicher Ebene dient. Sexualität also nicht exklusiv für die Fortpflanzung, sondern auch der natürlichen und geistlichen Einheit der Paarbeziehung.

1.1.      Schlussbemerkung

Ganz im Sinne des guten biblischen Verständnisses (vgl. Gedanken zum Hintergrund „Gesetz – Weisung“ im nächsten Absatz) wollen die einzelnen Punkte richtungweisend verstanden werden. Die Spannungen, z.B. zwischen dem Anspruch und der Wirklichkeit in einer christlichen Ehe, müssen ausgehalten werden. Christen brauchen für ihre Beziehung die Gnade Christi, mit der sie den Spannungen offen und aufrichtig begegnen. So kann in einer Ehe z.B. krankheitsbedingt die Sexualität nicht oder nur selten ausgelebt werden, was aber kein grundsätzliches Hindernis für eine erfüllte, christliche Ehe sein muss. Auch mit Menschen, die eine zerrüttete Beziehungsbiographie haben, deren Ehen also trotz bester Vorsätze gescheitert sind und in einer Scheidung mündeten, ist barmherzig umzugehen. Die Herausforderung für Christen in der heutigen Zeit besteht darin, bei allen Spannungen zwischen Anspruch und Wirklichkeit die Werte der christlichen Ehe nicht aufzugeben, sondern sie selbstbewusst und gnädig vorzuleben und zu bewerben.

1.2      Hintergrund: Gesetzt und Weisung

Christliche Ethik misst sich nicht ausschließlich an der Maßeinheit richtig oder falsch, zu wenig oder genug, sie will vor allem auch als „richtungsweisend“ verstanden sein. In gleicher Tradition verstanden auch die Juden die Tora (die fünf Bücher Mose), welche unpräziser Weise in der Kirchengeschichte immer wieder als Gesetz übersetz worden ist. Das Wort „Tora“ ist abgeleitet vom hebräischen Verb jrh, das „unterweisen“, „lehren“ bedeutet, mit der Brille der jüdischen Auslegungstradition wäre also die Übersetzung „Weisungen“ viel präziser, als unsere immer noch gebräuchliche Übersetzung des Gesetzes. Mit einem ähnlichen Verständnis möchte die christliche Ethik verstanden sein: Wegweisend. Die Offenbarungen Gottes ermöglicht somit eine positive, zielführende Gestaltung von Freiheit des Einzelnen. Auf die Ethik der christliche Ehe bezogen bedeutet dies, dass nicht nur jene Ehen, die zu 100% der christliche „Norm“ entsprechen (wer tut das schon) eine christliche Ehe führen, sondern auch die selbige als Richtungsweisend für ihre Paarbeziehung verstehen. Sprich man „darf“ immer wieder Fehler machen, „darf“ sich aber immer auch wieder aufrappeln, neu orientieren und entsprechende Werte aufs Neue angehen. Man könnte diese Gedanken und dieses Verständnis auch mit „der Weg ist das Ziel“ beschreiben.

Über lotharkrauss

Ehemann | Vater | Pastor | Blogger | Netzwerker
Dieser Beitrag wurde unter Grundsatzthemen abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.