Wie kann ich als geistlicher Leiter dauerhaft gesund bleiben?

Diese Frage wurde vor einiger Zeit John Ortberg, dem bekannten Autor und Pastor der Menlo Park Presbyterian Church nahe der Stanford Universität gestellt. Ortberg ist sehr beeinflusst von Dallas Willard und gab als Antwort ein Zitat von ihm:

„Learning to depend fully on God for every moment of your life, right where you are.“

Theoretisch kann ich dem direkt zustimmen. Was auch sonst?! In jedem Moment so mit Gott verbunden zu sein, so konkret mit IHM zu rechnen und in IHM zu ruhen ist ein riesen Geschenk. Für jeden Menschen, aber auch für jede Führungskraft. Ganz gleich in welcher Rolle!!! Das sollte man unbedingt einüben. Wer in diesem Bewusstsein lebt, was sollte einen da tatsächlich noch schocken können? Das ist der GLAUBENDE, dem nichts UNMÖGLICH ist, oder? Davon spricht Jesus. Stärke, Gelassenheit, Klarheit … weil Gott da ist. Und der Mensch voll mit IHM rechnet. Was soll dann passieren? Römer 8,31ff! Super, so eine Person möchte ich immer mehr werden. Also habe ich den Impuls in meinen Alltag eingebaut. Alles klar für mich als Leiter? Nicht ganz!

Doch noch eine Frage …

Ich habe mich also einige Zeit beobachtet, ob ich das auch tatsächlich tue. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen: Als geistlicher Leiter darf ich Leute herausfordern, coachen, ermutigen, ermahnen. Ich habe also sehr viel mit Menschen zu tun. Wenn nun in dieser Führungsaufgabe die Enttäuschungen kommen (und sie kommen!), wie verlasse ich mich ganz auf Gott und bleibe gleichzeitig aktiv als Leiter? Wie sieht das praktisch aus, mich ganz auf Gott zu stützen und nicht auf mein Führungstalent, meine Rolle, meine Erfahrung, meine Beziehungen, meine Macht … KRITISCHE FRAGE: Wann ist mein Gebet, meine Stille … eine Flucht vor der Verantwortung als Führungskraft die schwierigen Themen beim Namen zu nennen und zu leiten? KRITISCHE FRAGE: Wann ist mein Leiten, aktiv werden, handeln ein „mich auf meine Möglichkeiten verlassen“ anstatt auf Gott?

Was sind Eure Gedanken, Erfahrungen, Überlegungen dazu? Nutzt gerne die Kommentarfunktion.

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5 Antworten zu Wie kann ich als geistlicher Leiter dauerhaft gesund bleiben?

  1. Andreas Timm schreibt:

    Jetzt wird es persönlich, Lothar. Warum tust du uns das an? Aber du skizzierst (m)ein ständiges Spannungsfeld für Leiter. Früher nervten mich Leute (und Leiter), die das „Wenn-der-Herr,-das-Haus-nicht baut“-Argument hervorbrachten. Oft roch es nach „Flucht-vor-der-Verantwortung“. Ich schwenkte in die NIKE Mentalität („Just do it“). Nun bin etliche Jahre als Verantwortlicher unterwegs und schwanke ständig zwischen den Polen, obwohl ich das Gebet seltener als Flucht vor Verantwortung wahrnehme. Ich tendiere mehr zu einer menschlichen Machbarkeit… da wäre die „Maria“-Haltung viel angebrachter. Bin noch am suchen und ringen! Danke für deine Provokation.

  2. Ich muss immer wieder an „Ora et labora“ denken. Beten und arbeiten (leiten) müssen Hand in Hand laufen. Ein schönes Ziel, aber, wie Du auch schon geschrieben hast, nicht immer leicht zu leben. Vor allem dann nicht, wenn die Enttäuschungen kommen. Ich empfinde in diesen Momenten, dass „sich aufrappeln“ als besondere Herausforderung. Erst danach oder schon in dem kommt die Frage: beten oder arbeiten? Das Erleben ist dann, dass Gott trägt, auch ohne meine aktive Flucht zu ihm. In diesem Bewusstsein, getragen zu sein, kann ich dann auch wieder agieren. Aber jedes Mal ist es ein Lernen. Der Schritt zum Lernen liegt für mich im „gelassen sein in Gott und >>gleichzeitig<< aktiv bleiben". Danke für diesen Impuls!

  3. Rahel schreibt:

    Lothar, du kommst manchmal echt auf Fragen :-)…kann den anderen Kommentarschreibern nur Recht geben. Ganz einfach könnte man mit Andy Stanley antworten: manage the tension, weil auflösen können werden wir es nie ganz. Dieser Satz kann aber auch schon wieder zur Flucht werden, sich mit diesem Thema nicht auseinander zu setzen. Ich würde ehrlich antworten- sehr gute Fragen, ich habe keine Antwort bzw. die Lösungsstrategie (die gibt es auch sicher nicht) sondern es ist ein immer wiederkehrendes Damitauseinandersetzen, reflektieren, Gott fragen, andere fragen,…

  4. Pingback: Burnout vorbeugen! Wie? | Esslinger Leiterforum

  5. Pingback: Dallas Willard und John Ortberg: Was es bedeutet, gut zu leben! | DER LEITERBLOG

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