Worauf kommt es an?

Seit ich 1979 begonnen habe Verantwortung als Leiter zu übernehmen hat mich diese Frage beschäftig: „Worauf kommt es an, wenn ich ein guter Leiter sein will?“ Wenn ich erfolgreich (was ist das?) leiten will, wenn Gott mich richtig stark gebrauchen soll, ich auf eine fruchtbare Berufung am Ende meines Lebens zurückblicken möchte?

Sind es die Gaben, die ich optimal entwickeln muss? Sind es die Leitungstechniken die ich im Schlaf beherrsche?  Sind es die „Softskills“, in denen ich fit werden sollte? Müsste ich mich klug vernetzen, „Vitamin B“ meiner Leitungsaufgabe zuführen? Sollte ich intensive geistliche Erfahrungen anstreben oder müssten mir weltbekannte Männer Gottes die Hände auflegen? Sollte ich prophetische Worte suchen die mich inspirieren oder bei weisen, erfahrenen Leitern in die Schule gehen? Welche Bücher könnten für mich den Unterschied ausmachen? Konferenzen? Oder muss ich nur ein klares Ziel definieren, eines das auf ein T-Shirt passt oder auf einen Grabstein?

Worauf kommt es an?

Wie oft habe ich darüber nachgedacht, gebetet, ausgetauscht. Alles kann irgendwie eine Rolle spielen, was ich hier aufgezählt habe. Bill Hybels hat mich getroffen als er meinte, dass die schwierigste Leitungsherausforderung darin liegen würde mich selbst zu leiten. John Ortberg fordert mich heraus wenn er schreibt dass ich – aus Gottes Sicht – vor allem die beste Version von mir selbst werden sollte. Dave Kraft hat es vor 18 Monaten in seinem Buch „Leaders Who Last“ für mich auf den Punkt gebracht: „Because  leading is a reflection of who you are, you lead from the inside out.“ Dieser Satz hat mich nicht mehr losgelassen. Ich denke beständig über ihn nach. Nicht die Entwicklung von Fähigkeiten, das Lernen durch Bücher, Personen, Erfahrungen … steht im Vordergrund (aber alles ist wichtig), sondern die Entwicklung des „Inneren Menschen“… Jesus ähnlich werden. Seinen Charakter bekommen. Die Frucht des Geistes wachsen sehen im eigenen Leben. Das ist die Top Priorität, auch für mich als Leiter!

Mir fällt es aber leichter Projekte zu leiten, Visionen zu entwickeln, Techniken zu erlernen und Menschen zu motivieren, als mich selbst konstant der Herausforderung zu stellen die Person zu werden, die ich nach Gottes Plan sein soll. Aber darum geht es in der Leitungsaufgabe! Egal was ich leite, welche Verantwortung ich trage, wie bekannt ich bin, was andere über mich sagen. Die verborgene Wirklichkeit meines inneren Menschen beeinflusst mein Leiten mehr, als alles was ich durch meine Gaben, Fähigkeiten, Rollen, Verantwortlichkeiten … darstelle.

Ich möchte ein „inside-out“ Leiter sein, der Gott ehrt, der anzünden kann, weil er selbst innerlich brennt (Augustinus). Und der im Kern gesund ist, daher gesund leitet.

Euer  Lothar

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3 Antworten zu Worauf kommt es an?

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